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Marsmeteorit in der Antarktis gefunden
von Stefan
Deiters
astronews.com
21. Juli 2004
Während die beiden Rover Spirit und Opportunity Felsbrocken auf
dem roten Planeten studieren und eine ganze Flotte von Sonden im Marsorbit
versucht, Spuren von Wasser aufzuspüren, stießen Forscher in der irdischen
Antarktis auf ein Stück Marsgestein: Rund 750 Kilometer vom Südpol entfernt
entdeckte eine Expedition einen weiteren Marsmeteoriten.

Der Marsmeteorit MIL 03346, der im Dezember 2003 in der
Antarktis gefunden wurde. Foto: NASA / AMN |
Der Brocken vom Mars wurde Mitte Dezember 2003 im Rahmen des U.S.
Antarctic Search for Meteorites-Programms (ANSMET) in einem Eisfeld in rund
750 Kilometern Entfernung vom Südpol entdeckt. Der schwarze Brocken hat ein
Gewicht von 715 Gramm und trägt die offizielle Bezeichnung MIL 03346. Es war
einer von insgesamt 1358 Meteoriten, die von der Expedition im antarktischen
Sommer 2003/2004 gefunden wurden. Die von der NASA und der amerikanischen
Forschungsförderung unterstützte Suche sollte gezielt nach seltenen
Meteoritenarten Ausschau halten - natürlich mit der Hoffnung, noch weitere
Marsmeteoriten aufzuspüren, in denen - wie mehrfach berichtet - einige Forscher
Spuren von Leben entdeckt haben wollen.
Wissenschaftler am National Museum of Natural History haben MIL 03346
inzwischen detailliert untersucht und aus Zusammensetzung und
Oberflächenbeschaffenheit geschlossen, dass es sich eindeutig um einen Brocken
vom Mars handelt. Er ist der siebte einer Gruppe von Meteoriten, die Nakhlite
genannt werden - nach einem Meteoriten, der 1911 im ägyptischen Nakhla
niederging.
Marsmeteoriten stellen für die Wissenschaftler die bislang einzige
Möglichkeit dar, Gesteinsproben vom Mars in einem Labor auf der Erde detailliert
zu untersuchen und ergänzen damit das derzeit auf dem Mars laufende
Forschungsprogramm. Nahklite stammen, so die Meinung der Wissenschaftler, aus
Lavaströmen des Mars, die sich vor rund 1,3 Milliarden Jahren verfestigt haben.
Bei einem Meteoriteneinschlag vor 11 Millionen Jahren wurden sie ins All
geschleudert. Sie gehören damit zu den älteren Marsmeteoriten und sind wichtige
Zeugen der geologischen Veränderungen auf dem Mars.
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