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Marsforschung in der chilenischen Atacamawüste
Redaktion
/ Pressemitteilung des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und
Mikrogravitation der Universität Bremen astronews.com
9. Februar 2026
Wie würden sich die knappen Ressourcen, die auf dem Mars zur
Verfügung stehen, optimal nutzen lassen und welche Rolle spielen dabei die
extremen Umweltbedingungen auf dem Roten Planeten? Mit diesen Fragen befasst
sich der neue Exzellenzclusters "Die Marsperspektive". Im Rahmen einer
Expedition sucht ein Team aus Bremen nach Antworten in der chilenischen
Atacamawüste.

Beeindruckende Ähnlichkeit: Mars und die
Atacamawüste in Chile.
Bild: Joris Wegner, Universität Bremen [Großansicht] |
Möchte man ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, auf dem Mars zu sein, dann
ist man in der Atacamawüste in Chile genau richtig: Kaum ein anderer Ort
weltweit kommt den Gegebenheiten auf dem Roten Planeten so nahe. Die Geschichte
einer langsamen Austrocknung teilt die Wüste im Norden Chiles mit dem Mars
ebenso wie die hohe Konzentration von toxischen Salzen. Auch die NASA testet
hier ihre Marssonden. Diese einmaligen Bedingungen will sich auch eine
Forschungsgruppe des Laboratory of Applied Space Microbiology des
Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der
Universität Bremen zunutze machen: Dr. Jacob Heinz, Prof. Dr. Cyprien Verseux
und zwei Studierende werden nach Antofagasta im Norden Chiles reisen, um von
dort aus in die Wüste aufzubrechen. Von einem Basiscamp aus erfolgen mit einem
Geländewagen weitere Exkursionen.
Die Atacamawüste ist durch eine hohe Bergbautätigkeit recht gut erschlossen,
dennoch werden vor Ort vor allem unbefestigte Straßen in die Gegenden führen,
die für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besonders interessant sind.
Sie suchen nach salzhaltigen Sedimenten, um von diesem Sand und Gestein Proben
für die weitere Untersuchung im Bremer Labor zu sammeln. Ihr wichtigstes
Instrument dabei ist ein mobiles Raman-Spektrometer, in der Größe eines kleinen
Koffers. Hier wird das zu untersuchende Material mit einem Laser bestrahlt, um
Aufschluss über die chemische Zusammensetzung zu erhalten. Von besonderem
Interesse der Forschungsgruppe sind dabei Umgebungen mit besonders hoher
Salzkonzentration, wie bspw. Nitrat-, Perchlorat- oder Calciumsalze. Diese
kommen sowohl auf der Erde als auch auf weiteren Himmelskörpern, wie dem Mars,
vor.
Der Chemiker Heinz macht sich bereits zum zweiten Mal auf die Reise in die
Atacamwüste, um dort Proben zu sammeln. Im Rahmen seines Projektes EXOSALT
untersucht er die Proben anschließend hinsichtlich der geochemischen
Eigenschaften und der mikrobiellen Zusammensetzung. Besonders interessieren ihn
dabei die sogenannten Biosignaturen, also Hinweise auf vergangenes und
gegenwärtiges Leben in diesen salzhaltigen Umgebungen.
Darauf aufbauend erforscht Verseux, wie diese Lebensformen an die toxische,
salzhaltige Umgebung angepasst sind. Diese Erkenntnisse nutzt er, um
Mikroorganismen zu identifizieren, welche Marsgestein (Regolith) und
atmosphärische Gase in wertvolle chemische Elemente, Verbindungen und
Biokunststoffe umwandeln können. Der Astrobiologe Verseux ist Mitglied des
Anfang des Jahres gestarteten Exzellenzclusters "Die Marsperspektive".
Die Mitglieder des Clusters versetzen sich gedanklich auf den Mars, um die
Produktion von Materialien und Bauteilen von Grund auf neu zu denken: Dabei
dienen die Ressourcenknappheit und extremen Rahmenbedingungen auf dem Roten
Planeten als experimentelles Setting, um ein neues Paradigma der Nachhaltigkeit
zu entwickeln, welches innovative ressourcen- und energieschonende Prozesse der
Materialgewinnung und -verarbeitung ermöglicht. Berücksichtigt werden dabei vier
Dimensionen der Knappheit: Limitierte Rohstoffe, limitierte elektrische Energie,
limitierte Arbeitskraft und limitierte Informationen. Langfristig soll der
Cluster damit zu einer nachhaltigen Erforschung des Weltraums beitragen, vor
allem aber auch den grünen Wandel auf der Erde antreiben.
"Die Forschungsarbeit von Cyprien und Jacob spielt insbesondere für unseren
Cluster-Schwerpunkt Materialgewinnung eine große Rolle", unterstreicht Prof. Dr.
Marc Avila, Direktor des ZARM und Co-Sprecher des Clusters "Die
Marsperspektive". "Die bisherige Datenlage lässt uns vermuten, dass
Mikroorganismen uns dabei helfen können, auf dem Mars wichtige chemische
Elemente herzustellen. Die Probennahme in der Atacama-Wüste ist ein weiterer
entscheidender Baustein in der Erforschung zur Nutzung des Mars-Regolith." Der
Cluster "Die Marsperspektive" vereint über 70 Wissenschaftlerinnen und
Wissenschftler und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von 2026
bis 2032 im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert.
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Mission Mars, die astronews.com-Berichterstattung über die Erforschung des
Roten Planeten
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