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DLR
Neues Kontrollzentrum für astronautische Raumfahrt in Oberpfaffenhofen
Redaktion / Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V.
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5. Februar 2026

Am DLR-Standort in Oberpfaffenhofen wird in den kommenden Jahren das Human Exploration Control Center entstehen, von dem aus künftig astronautische und robotische Missionen zu Mond und Mars überwacht werden sollen. Dazu wird das bestehende Kontrollzentrum ausgebaut und ein neues Gebäude errichtet. Bayern fördert den Bau mit 58 Millionen Euro.

Lunar Gateway

So könnte das Lunar Gateway im Mondorbit einmal aussehen.  Bild: NASA / Alberto Bertolin  [Großansicht]

Für die astronautische Raumfahrt von morgen wird am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen ein neues Kontrollzentrum entstehen: das Human Exploration Control Center (HECC). Künftig sollen am HECC astronautische wie auch robotische Missionen zu Mond und Mars betrieben werden. Die neue Infrastruktur wird den Standort Bayern weiter stärken. In Kooperationen mit europäischen Partnern wird das Kontrollzentrum auch wesentlich dazu beitragen, die nationale und europäische Eigenständigkeit in der Raumfahrt zu sichern. Der Freistaat Bayern fördert die Baumaßnahmen mit 58 Millionen Euro. Das DLR investiert zusätzlich 20 Millionen Euro aus der institutionellen Grundförderung von Bund und Ländern und ist dafür verantwortlich, die Entwicklungsarbeiten für die Mond- und Mars-Missionen am HECC umzusetzen.

Der Fördermittelbescheid für den Bau des neuen Kontrollzentrums wurde am 4. Februar 2026 durch den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder an das DLR überreicht. "Das DLR steht für Wissensaustausch mit öffentlichen Stakeholdern und Transfer in die Wirtschaft. Durch deren konsequente Umsetzung sind am bayerischen Standort Oberpfaffenhofen des DLR seit Jahrzehnten umfangreiche und international anerkannte Kompetenzen in der Raumflugkontrolle und im Astronautentraining aufgebaut worden", betonte Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR. "Mit der heutigen Übergabe des Förderbescheids in Höhe von 58 Millionen Euro durch Ministerpräsident Dr. Markus Söder beginnt die Zukunft der Raumflugkontrolle im DLR. Gerade die robotische Exploration im Rahmen internationaler Kooperationen und als Unterstützung astronautischer Missionen wird im neuen Human Exploration Control Center eine zunehmend zentralere Rolle einnehmen."

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"Bayerns Tor zu den Sternen kommt", freute sich auch Söder über die weiter zunehmende Bedeutung des Standorts Oberpfaffenhofen für die deutsche und europäische Raumfahrt und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ergänzte: "Raumfahrt ist längst ein harter Wirtschafts- und Technologiefaktor. Mit dem neuen Human Exploration Control Center holen wir Zukunftstechnologie nach Bayern, sichern hochqualifizierte Arbeitsplätze und schaffen die Grundlage für zukünftige Missionen sowohl staatlicherseits als auch für kommerzielle Zwecke."

Das Human Exploration Control Center wird am DLR-Standort Oberpfaffenhofen als Teil des Nationalen Raumfahrtkontrollzentrums (GSOC) aufgebaut. Es basiert auf dem erfolgreichen Betrieb des Columbus-Moduls der Internationalen Raumstation ISS. Die bestehende Infrastruktur am GSOC wird daher erweitert und ein zusätzliches Gebäude errichtet. Es wird bis zu 200 Mitarbeitende, ein Mondkontrollzentrum mit eigenen Reinräumen sowie Multimissionsräume beherbergen, die den parallelen Betrieb verschiedenartiger Missionen ermöglichen. Hochsicherheitsbereiche mit gesonderten Server- und Kontrollräumen gewährleisten, dass die Einrichtung den zukünftig noch anspruchsvolleren Betriebsaufgaben gewachsen ist.

Darüber hinaus entwickelt das GSOC-Team neue Betriebs- und Einsatzkonzepte für Mond- und Marsmissionen. So wird das HECC insbesondere den Betrieb der Gateway Lunar Space Station auf europäischer Seite unterstützen. Dazu erarbeitet das GSOC bereits Betriebsprozeduren für das internationale Wohn- und Arbeitsmodul I-HAB (International Habitation Module), eine zentrale Einheit des Gateways. Das HECC wird die operationelle Verantwortung von insgesamt drei Modulen übernehmen. Dazu gehört neben I-HAB, das Kommunikationssystem zur Mondoberfläche HLCS (HALO Lunar Communication System) sowie das Antriebsmodul ESPRIT (ESPRIT Refueling Module, ERM). Das Gateway soll im Laufe dieses Jahrzehnts errichtet werden und – als der nächste Außenposten der Menschheit im Weltraum – um den Mond kreisen. Mit der Rückkehr zum Mond zielt das Artemis-Programm der NASA auch darauf ab, zukünftige astronautische Marsmissionen vorzubereiten. Deutschland ist über die europäische Raumfahrtorganisation ESA am Artemis-Programm beteiligt.

Langfristig wird das HECC somit auch für astronautische Missionen zuständig sein, die über das Erde-Mond-System hinausgehen. Bei Missionen zum Mars etwa beträgt die Signallaufzeit bis zu 40 Minuten zur Erde, sodass ein Betrieb auf herkömmlicher Art in Echtzeit nicht möglich ist. Dazu entwickelt das GSOC am DLR bereits KI-basierte Lösungen wie das Assistenzsystem METIS (Mars Exploration Telemetry-driven Information System), das künftig den autonomen oder teil-autonomen Betrieb eines Raumfahrtzeugs ermöglichen soll.

Mit langfristiger Unterstützung der ESA soll das HECC als europäisches Kontrollzentrum für astronautische und robotische Exploration aufgebaut werden. Die Förderung durch den Freistaat Bayern und die Investition des DLR sichern nun, dass am DLR-Standort in Oberpfaffenhofen die technologischen und infrastrukturellen Grundlagen dafür geschaffen werden. Der Baubeginn ist für 2028 geplant. Der Betrieb des Human Exploration Control Centers wird voraussichtlich 2030 starten.

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siehe auch
GSOC: Erfolgreicher Test für neues Missionskontrollsystem - 29. Juli 2021
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