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INNOCUBE
Ohne Kabel und mit besonderem Akku
Redaktion / idw / Pressemitteilung der Universität Würzburg
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5. Mai 2020

Er kommt ohne Verkabelung aus und seine tragende Struktur ist gleichzeitig ein Akku: der Satellit INNOCube, an dem aktuell Forschungsteams aus Braunschweig und Würzburg arbeiten. Für 2023 ist das Testen des Kleinsatelliten im Orbit geplant. Seine Technologien könnten Satelliten preiswerter machen und beispielsweise auch in der Luftfahrt zur Anwendung kommen.

INNOCube

So könnte es einmal aussehen, wenn der Kleinsatellit INNOcube im Orbit ist. Bild: Lehrstuhl für Informatik VIII / Universität Würzburg [Großansicht]

 Manche Satelliten sind nur wenig größer als eine Milchtüte. Dieser Bautypus soll jetzt eine weiter vereinfachte Architektur bekommen und dadurch noch leichter und kostengünstiger werden: Dieses Ziel verfolgen die Teams der Professoren Sergio Montenegro von der Universität Würzburg und Enrico Stoll von der Technischen Universität Braunschweig.

Ihr gemeinsames Vorhaben INNOcube wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – Bereich Raumfahrtmanagement aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. An INNOcube werden auch viele Studierende mitarbeiten, etwa im Rahmen von Praktika und bei Bachelor- und Masterarbeiten. Im Zentrum des Satellitenbaus stehen zwei hoch innovative Technologien: Skith und Wall#E.

Wall#E wurde in Braunschweig am Institut für Raumfahrtsysteme entwickelt. Es handelt sich dabei um eine spezielle Faserverbundstruktur, die elektrische Energie speichern kann und sich gleichzeitig als tragende Struktur des Satelliten nutzen lässt. "Dieser Art von Akku ermöglicht eine deutliche Massen- und Volumenreduzierung eines Satelliten bei gleichbleibender Leistungsfähigkeit", sagt Professor Stoll. Wall#E steht für "Fiber Reinforced Spacecraft Walls for Energy Storage".

Aus Würzburg stammt die kabellose Satelliten-Infrastruktur Skith (Skip the harness). Sie macht die interne Verkabelung der Satelliten-Bauteile überflüssig, indem sie eine Datenübertragung mit Ultra-Breitband-Funk ermöglicht. "Durch die geringe Signalstärke der Funkmodule werden die hochempfindlichen Instrumente an Bord des Satelliten nicht gestört", erklärt Professor Montenegro. Skith sorge außerdem dafür, dass Masse, Komplexität und Integrationsaufwand des Satelliten kleiner werden. So könne man zum Beispiel einzelne Satellitenkomponenten auch kurz vor dem Raketenstart unkompliziert austauschen.

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Der Kleinsatellit INNOcube, in den Skith und Wall#E erstmals integriert sind, soll voraussichtlich Ende 2023 mit einer Rakete in den Orbit gebracht werden. Das ausgiebige Testen und Evaluieren des Satelliten wird etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Dabei umkreist der Satellit die Erde in 350 bis 600 Kilometern Höhe. Er wiegt etwa vier Kilogramm, seine Abmessungen sind 34 × 10 × 10 Zentimeter. Die Erkenntnisse aus den Orbit-Tests sollen sowohl in irdische als auch in raumfahrtbezogene Technologien einfließen.

Denkbar ist zum Beispiel, dass die Kombination aus Skith und Wall#E den Bau von Flugzeugen mit weniger Kabeln und energiespeichernden Außenwänden ermöglicht. Das würde Gewicht sparen und könnte womöglich die Tür zum elektrischen Fliegen öffnen. Die Technologien Wall#E und Skith sind in den Jahren 2016 und 2017 jeweils als Sieger aus den INNOspace Masters Wettbewerben des DLR hervorgegangen. Ihre Entwicklung wurde in separaten Vorhaben vom DLR-Raumfahrtmanagement mit Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert.

An der Universität Würzburg werden schon seit mehr als zehn Jahren Kleinstsatelliten entwickelt: Der erste Würzburger Satellit, UWE-1, startete 2005.

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