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LISA
Albert-Einstein-Institut entwickelt Schlüsselkomponenten
Redaktion / Pressemitteilung der Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik
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21. Juli 2026

Das Weltraum-Observatorium für Gravitationswellen LISA soll ab den 2030er Jahren vollkommen neue Informationen über das Universum sammeln. Derzeit werden die Satelliten und ihre hochpräzisen Messinstrumente entwickelt. Am Albert-Einstein-Institut in Hannover und Potsdam sollen Schlüsselinstrumente für LISA entstehen. Dafür gab es nun die entsprechenden finanziellen Mittel.

LISA

Künstlerische Darstellung der LISA-Satelliten im Sonnensystem bei der Beobachtung von Gravitationswellen aus einer fernen Galaxie. Bild:  University of Florida / Simon Barke (CC BY 4.0)  [Großansicht]

"Diese Zuwendung stärkt die über Jahrzehnte gewachsene wissenschaftliche Expertise des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik in der Entwicklung, Untersuchung und Verifikation von Methoden und Instrumenten für die Gravitationswellen-Beobachtung im All", sagt Jens Reiche, Programm-Manager für Weltraumprojekte am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, AEI). Mit der aktuellen Zuwendung in Höhe von 35 Millionen Euro fördert die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die nächste Phase der Entwicklung von Instrumenten für LISAs optisches Messsystem am AEI. Eine Aufstockung für die weiteren Projektphasen ist bereits vorgesehen. Die Förderung findet im Rahmen der sogenannten Implementierungsphase statt: Das AEI ist zunächst für die Entwicklung und Bereitstellung der technischen Modelle des als missionskritisch eingestuften Phasenmeters und dessen Signalverarbeitung innerhalb der optischen Messtechnik verantwortlich. Dazu gehören umfangreiche Tests inklusive aller relevanten Schnittstellen.

Das LISA-Phasenmeter ist das Herzstück dieses optischen Messsystems. Es wird die winzigen Veränderungen des Laserlichts messen, die Gravitationswellen in den Laserstrahlen hervorrufen, während diese Millionen Kilometer zwischen den drei LISA-Satelliten hin- und herlaufen. Das Phasenmeter ist also das Instrument, das die Gravitationswellen beobachten und damit eine neue Astronomie ermöglichen wird. Das AEI ist für die Hardware und die Software des Phasenmeters und deren Verifikation verantwortlich.

Zu diesem Zweck wird das Institut mathematische Modelle, Simulatoren und Experimente entwickeln und betreiben. "In unserem Auftrag und unter unserer Leitung entwickelt und fertigt der Industriepartner OHB Systems AG die technischen Modelle, die Qualifikationsmodelle und die Flughardware einer der beiden Komponenten des Phasenmeters", sagt Kanioar Karan, der Projektmanager für die Phasenmeter-Entwicklung am AEI.

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Das Institut organisiert und unterstützt zudem die Verifikation des Messsystems von LISA und managt dessen Interaktion mit weiteren Komponenten der Satellitenhardware. Dafür entwickelt und betreibt das AEI technische Modelle der Instrumente und Simulatoren sowie verschiedene Experimentalaufbauten. Mithilfe dieser Aufbauten werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am AEI die Funktion verschiedener Komponenten der Satellitenhardware testen und prüfen, ob diese die strikten Anforderungen an die Messgenauigkeit erfüllen. Diese Aufbauten in den Laboren des Instituts könnten darüber hinaus bei der Inbetriebnahme von LISA im Weltraum nach dem Start in den 2030er Jahren helfen.

Zudem werden Forschende am AEI gemeinsam mit der ESA Methoden für den Messbetrieb von LISA weiterentwickeln. Damit sollen die LISA-Messdaten nach dem Start und der Inbetriebnahme in den 2030er Jahren analysiert und möglichst viele wissenschaftliche Erkenntnisse aus ihnen gewonnen werden. Dafür wird das Team Modelle und Simulatoren von LISA-Instrumenten entwickeln und betreiben und neue Methoden für die Analyse der LISA-Daten entwickeln und verbessern. "Über die Grundlagenforschung und deren Anwendung in der Astronomie mit LISA hinaus unterstützt das AEI zudem den Technologietransfer in die Industrie", sagt Müller. „So sollen die Erkenntnisse und Erfahrungen aus unserer Forschung zu hochpräzisen, lasergestützten Messungen neuartige technische Anwendungen ermöglichen."

LISA wird das erste Gravitationswellen-Observatorium im All sein. Es wird aus drei Satelliten bestehen, die sich in einer dreieckigen Konfiguration – verbunden durch 2,5 Millionen Kilometer lange Arme aus Laserlicht – auf einer erdähnlichen Umlaufbahnen um die Sonne bewegen werden. LISA wird Gravitationswellen von Quellen aus dem gesamten Universum, fast bis zurück zum Urknall beobachten können. Diese Gravitationswellen werden winzige Änderungen – kleiner als der Durchmesser eines Atoms – der Laserarme hervorrufen. LISA wird diese Längenänderungen messen, indem es mithilfe von Laserlicht die Bewegungen von Testmassen überwacht, die im Inneren der Satelliten frei fallen.

Gravitationswellen sind Kräuselungen der Raumzeit, die entstehen, wenn sich Massen beschleunigt bewegen. Derzeitige Detektoren auf der Erde messen Gravitationswellen, die von verschmelzenden Paaren aus Neutronensternen und Schwarzen Löchern mit bis zu einigen hundert Sonnenmassen stammen. LISA wird Gravitationswellen im noch unerforschten Fenster zwischen 0,1 mHz und 1 Hz aufspüren, bei Frequenzen, die Detektoren auf der Erde nicht beobachten können. Wellen in diesem Frequenzbereich entstehen, wenn Schwarze Löcher mit der rund 10.000- bis 100-millionenfachen Masse der Sonne in den Zentren ferner junger Galaxien kollidieren und miteinander verschmelzen.

LISA wird diese Prozesse in der gesamten Geschichte des Universums nachweisen und so den noch unbekannten Ursprung und das Wachstum extrem massereicher Schwarzer Löcher direkt untersuchen. Einzigartig an LISA ist der Nachweis der Gravitationswellen, die von Schwarzen Löchern mit rund 100 bis 10.000 Sonnenmassen stammen, die um massereiche Schwarze Löcher in Galaxienkernen kreisen. Mit diesen Signalen lässt sich die Geometrie der Raumzeit untersuchen und das Wesen der Gravitation testen.

LISA wird nicht nur eine große Anzahl von Doppel- und Mehrfachsystemen kompakter Objekte in unserer Milchstraße aufspüren, die uns Aufschluss über die Entwicklung von Doppelsternen geben, sondern auch die Galaxie jenseits des galaktischen Zentrums "sehen". Dazu gehören viele Objekte, die für alle anderen astronomischen Instrumente unsichtbar sind. Da LISA die Schwerkraft als Signalquelle nutzt, wird die Mission unser Wissen über den Beginn, die Entwicklung und die Struktur unseres Universums vervollständigen.

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