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Ariane-6-Rakete mit vier Boostern vor dem ersten Start
Redaktion
/ Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. astronews.com
11. Februar 2026
Morgen soll von Kourou in Französisch-Guyana aus erstmals
eine europäische Trägerrakete Ariane 6 mit vier Feststoffboostern
starten. Sie kann damit rund 20 Tonnen Ladung ins All befördern - ungefähr
doppelt so viel wie die Version mit zwei Boostern. Für Europa ist die die
Ariane 6 ein wichtiger Baustein für einen unabhängigen Zugang zum Weltraum.

Die Ariane 6 in der Konfiguration mit vier
Feststoffboostern (künstlerische Darstellung)
Bild: ESA - D. Ducros [Großansicht] |
Nach fünf erfolgreichen Starts in Folge mit zwei Boostern soll die
europäische Trägerrakete Ariane 6 nun ihren Erststart mit vier
Feststoffboostern absolvieren. Der Start ist für den 12. Februar 2026 um 17:45
Uhr MEZ (13:45 Ortszeit) vom europäischen Raumflughafen in Kourou
(Französisch-Guyana) geplant. Dabei befördert sie 32 Satelliten von Amazon in
eine niedrige Erdumlaufbahn in 465 Kilometern Höhe. Durch die Konfiguration mit
vier Boostern kann die Ariane 6 rund 20 Tonnen Ladung ins All befördern
– ungefähr doppelt so viel wie die Version mit zwei Boostern.
Diese "Ariane 64" genannte Version ist durch ihre hohe Nutzlastkapazität und
ihre umfassende Flexibilität besonders geeignet, um große
Satellitenkonstellationen in den Weltraum zu bringen – ob für kommerzielle oder
institutionelle Kunden. Damit sichert die Rakete Europas unabhängigen Zugang zum
Weltraum. Deutschland ist nach Frankreich zweitgrößter Beitragszahler des
Ariane-6-Programms der europäischen Weltraumorganisation ESA. Die deutschen
Beiträge werden von der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für
Luft- und Raumfahrt (DLR) koordiniert. Das DLR war zudem über Triebwerks- und
Oberstufentests bei der DLR-Einrichtung Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen
maßgeblich an der Entwicklung der Ariane 6 beteiligt.
Die Oberstufe der Ariane 6 ist der entscheidende Baustein für ihre
Flexibilität. Entwickelt und gebaut wird sie von ArianeGroup in Bremen als
Hauptauftragnehmer der ESA. Kern der Oberstufe ist das Vinci-Triebwerk. Dieses
zeichnet sich durch eine lange Lebensdauer, die Möglichkeit, das Triebwerk
mehrmals zu zünden und die Verwendung der effizientesten Treibstoffkombination
aus flüssigem Wasserstoff und Sauerstoff aus. Damit kann die Ariane 6
eine Vielzahl unterschiedlicher Missionen fliegen und dabei auch mehrere
Nutzlasten bei einem Start transportieren. Zudem ist die Oberstufe so
konzipiert, dass sie nach dem Einsatz komplett in der Erdatmosphäre verglüht,
also keine Trümmerteile hinterlässt. Das ist eine wichtige Maßnahme, um
Weltraumschrott zu vermeiden.
In Zukunft wird ArianeGroup Deutschland das Vinci-Triebwerk in Lampoldshausen
montieren. Die gesamte Endproduktion und Systemintegration wie auch die
Flugabnahmetests werden von Vernon in Frankreich nach Deutschland verlagert. Der
Einbau des Triebwerks in die Oberstufe der Ariane 6 erfolgt wie bislang
in Bremen. Der DLR-Standort Lampoldshausen spielte eine zentrale Rolle bei der
Entwicklung und Qualifizierung der Antriebssysteme der Ariane 6. Mit
der DLR-Einrichtung Raumfahrtantriebe verfügt der Standort über ein europaweit
führendes Kompetenzzentrum für die Erprobung von Raumfahrtantrieben.
Von den ersten Tests des Oberstufentriebwerks Vinci und des
Hauptstufentriebwerks Vulcain 2.1 über deren Weiterentwicklung bis hin
zur Qualifizierung der gesamten Oberstufe war das DLR in Lampoldshausen an allen
entscheidenden Entwicklungsschritten maßgeblich beteiligt. Die europaweit
einzigartige Prüfstands- und Testinfrastruktur ermöglicht es, Triebwerke und
komplette Raketenstufen unter realitätsnahen Flugbedingungen zu erproben –
einschließlich Höhensimulationen im Vakuum. In Lampoldshausen wurden sowohl das
Vinci-Triebwerk als auch die vollständige Ariane-6-Oberstufe mit integrierter
Avionik getestet und qualifiziert. Damit leistet das DLR einen wesentlichen
Beitrag zur europäischen Trägerentwicklung und stärkt Europas unabhängigen
Zugang zum All.
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