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RAMSES
Magnetische Messungen auf der Oberfläche von Apophis
Redaktion / idw / Pressemitteilung der Technischen Universität Braunschweig
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23. Juli 2026

Wenn der Asteroid Apophis am 13. April 2029 an der Erde vorbeifliegt, soll das nicht unbemerkt bleiben, ganz im Gegenteil: Der 340 Meter durchmessende Brocken wird gründlich überwacht und erforscht werden - von der Erde und aus dem All. So soll etwa ein Magnetometer direkt auf seiner Oberfläche geophysikalische Messungen durchführen.

RAMSES

Künstlerische Darstellung der "Rapid Apophis Mission for Space Safety" (RAMSES) der ESA. Bild: ESA-Science Office [Großansicht]

Der Asteroid Apophis wird am Freitag, 13. April 2029, nicht mit der Erde kollidieren – glücklicherweise, da Apophis einen Durchmesser von 340 Metern aufweist. Gemessen am Durchmesser ist er damit zwar fünfmal kleiner als der Meteorit, der vor 15 Millionen Jahren das Nördlinger Ries formte, jedoch auch 18-mal größer als der Meteorit, der 2013 im russischen Tscheljabinsk niederging und damit den stärksten Meteoriteneinschlag der vergangenen 100 Jahre verursachte. Apophis wird die Erde in einem Abstand von rund 32.000 Kilometern passieren, was etwa einem Zehntel der Mondentfernung entspricht. Seine Flugbahn ist mittlerweile mit einer Genauigkeit von wenigen Kilometern bekannt, sodass eine Kollision, die die Verwüstung eines ganzen Kontinents zur Folge hätte, ausgeschlossen werden kann.

Statistisch ereignet sich ein derart naher Vorbeiflug eines so großen Asteroiden nur etwa alle 7000 Jahre. Er bietet daher die einmalige Gelegenheit, Asteroiden zu untersuchen, die sich auf der Erdumlaufbahn ähnlichen Orbits befinden, sowie Abwehrstrategien auch für kleinere, bislang unentdeckte Asteroiden zu entwickeln. Alle großen Weltraumorganisationen haben Programme zum Schutz der Erde aufgelegt. Das Space Safety Programme der Europäischen Weltraumorganisation ESA umfasst dabei neben dem Schutz vor Erdumlaufbahn-kreuzenden Kleinkörpern auch die Vorhersage des durch Sonnenaktivität gesteuerten Weltraumwetters sowie den Schutz aktiver Satelliten vor menschengemachtem Weltraummüll.

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Im Rahmen dieser Programme wurden zahlreiche Vorschläge erarbeitet, um Apophis vor, während und nach seinem Vorbeiflug an der Erde zu beobachten. Die ESA setzt gemeinsam mit der Japanischen Weltraumbehörde JAXA eine äußerst spektakuläre Mission um. Die europäische Raumsonde RAMSES, die ein Jahr vor dem Vorbeiflug von Apophis mit einer japanischen Trägerrakete gestartet wird, soll auf die Bahn des Asteroiden gelenkt werden, um dessen Erdvorbeiflug aus nächster Nähe zu beobachten. Die Gezeitenkräfte der Erde werden dazu führen, dass sich die Oberfläche des Asteroiden während des Vorbeiflugs verändert und sich möglicherweise Gesteinsbrocken von der Oberfläche lösen.

Diese Prozesse sollen jedoch nicht allein von RAMSES beobachtet werden. Zusätzlich werden sich vor dem Vorbeiflug zwei kleine Subsatelliten (CubeSats) von RAMSES lösen. Einer dieser beiden CubeSats soll auf der Oberfläche von Apophis landen, den Vorbeiflug aus dieser Perspektive begleiten und mit drei Instrumenten geophysikalische Messungen durchführen. Bemerkenswert ist, dass die ESA gemeinsam mit der europäischen Raumfahrtindustrie, den nationalen Raumfahrtagenturen sowie den wissenschaftlichen Instituten eine derart anspruchsvolle Mission in einer außergewöhnlich kurzen Zeit realisieren kann – in einer Geschwindigkeit, die an die Pionierjahre der Raumfahrt erinnert.

Auch zwei deutsche Experimente sollen zur Erkundung von Apophis beitragen. Das Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung wird das RAMSES Plasma Spectrometer (RPS) beisteuern, während die Technischen Universität Braunschweig mit einem Magnetometer auf dem landenden CubeSat vertreten sein wird. Das am Institut für Geophysik und Extraterrestrische Physik entwickelte MARIE (Magnetosphere-induced Apophis Response Investigation Experiment) Magnetometer basiert auf Instrumenten, die bereits erfolgreich auf anderen Landern eingesetzt wurden. So kamen ähnliche Messsysteme bereits 2014 auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko, sowie 2018 auf dem Asteroiden Ryugu zum Einsatz.

Eine Besonderheit von Apophis besteht darin, dass der Asteroid die Magnetosphäre und den äußeren Strahlungsgürtel der Erde durchqueren wird. Mit dem Plasma-Spektrometer und dem Magnetometer eröffnet sich daher die einmalige Chance, die Wechselwirkung eines so großen Körpers mit der Plasmaumgebung der Erde zu untersuchen. Dieses Jahrtausendereignis ermöglicht erstmals rund zwei Milliarden Menschen, ein extraterrestrisches Objekt in Erdnähe mit eigenen Augen zu beobachten. Wie ein heller Satellit wird Apophis am Abendhimmel von Südosten kommend über Europa und Afrika sichtbar sein. "Wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Braunschweig sind sehr stolz darauf, dieses außergewöhnliche Ereignis aus der Perspektive von Apophis begleiten zu dürfen. Die Landung eines deutschen Instruments der TU Braunschweig auf Apophis wird für uns alle etwas ganz Besonderes sein", sagt Professor Ferdinand Plaschke, Leiter des Instituts für Geophysik und extraterrestrische Physik.

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siehe auch
Ramses: Raumsonde soll Asteroid Apophis begleiten - 28. November 2025
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