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Maximum der
Perseiden im Mondlicht
von
Stefan Deiters astronews.com
11. August 2024
Morgen Abend erreicht der jährliche
Sternschnuppenstrom der Perseiden seinen Höhepunkt. Für eine Beobachtung ist die
zweite Nachthälfte besser geeignet, allerdings stört in diesem Jahr der helle,
fast noch volle Mond. Ein Blick an den hochsommerlichen Nachthimmel kann jedoch
trotzdem lohnen, grüßen doch im Osten die Planeten Venus und Jupiter.

30-Sekunden-Aufnahme mit einem Fischaugenobjektiv: Deutlich zu
erkennen ist die Lichtspur einer Perseide. Die Aufnahme
entstand am 12. August 2016 von Spruce Knob im US-Bundesstatt
West Virginia aus. Foto:
NASA / Bill Ingalls [Großansicht] |
Für Sternschnuppenfreunde gibt es im August ein wichtiges Datum: das
Maximum der Perseiden, des wohl zuverlässigsten
Sternschnuppenstroms des Jahres. Dabei können bis
zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein, eventuell sogar noch mehr. Um
aber tatsächlich so viele Perseiden zu sehen, müssen die Bedingungen optimal
sein, was im deutschsprachigen Raum praktisch nicht vorkommt. Die bei den Perseiden oft zu lesende Angabe von 100 Sternschnuppen oder mehr pro Stunde bezieht sich nämlich auf die
Anzahl der Sternschnuppen, die unter optimalen Bedingungen zu sehen sind, wenn
der Ausstrahlungspunkt des Stroms, der sogenannte Radiant, genau im Zenit steht.
Da dies aber bei uns nicht der Fall ist und die Bedingungen zudem für die
meisten Menschen alles andere als optimal sind, liegt die tatsächliche Zahl der
sichtbaren Sternschnuppen in der Regel sehr viel niedriger.
In diesem Jahr wird das Maximum der Sternschnuppenaktivität am Abend des 12. August
erwartet. Ein Blick lohnt sich aber auch schon in den Nächten zuvor und danach.
Störend ist aktuell allerdings der Mond, der erst vor zwei Tagen seine
Vollmondstellung erreicht hatte und so den Nachthimmel noch merklich aufhellt.
Die Perseiden scheinen, wie ihr Name
verrät, aus dem Sternbild Perseus zu kommen, sind aber natürlich am gesamten
Himmel zu sehen. Perseus liegt unterhalb des bekannten und auffälligen
Sternbilds Kassiopeia, das wegen seiner Form auch "Himmels-W" genannt wird. Da
Perseus aber ein typisches Herbststernbild ist, das erst im Laufe der Nacht eine
einigermaßen ansehnliche Höhe über dem Horizont erreicht, gelten die
Morgenstunden in der Regel als beste Zeit, um die Perseiden zu beobachten.
Die Perseiden gehen auf den Kometen Swift-Tuttle zurück, in dessen staubigen
Kometenschweif die Erde immer im Juli und August gerät. Der Komet selbst ist
weit von der Erde entfernt und kommt erst 2126 wieder in Erdnähe. Den letzten
Besuch im inneren Sonnensystem machte Swift-Tuttle Ende 1992. In den 1990er
Jahren waren daher die Perseiden besonders aktiv und es ließen sich zuweilen
viele hundert Sternschnuppen pro Stunde beobachten. Doch auch in ruhigeren
Jahren wurden oftmals schon mehr als 100 Perseiden pro Stunde beobachtet - immer
die oben beschriebenen optimalen Bedingungen vorausgesetzt.
Da die Perseiden in der Regel heller sind als andere Sternschnuppen, sind sie
der ideale Strom für alle, die einmal ihre "erste Sternschnuppe" sehen wollen.
Bei den Perseiden ist zudem die Chance besonders groß, dass man besonders helle
Sternschnuppen, sogenannte Feuerkugeln beobachten kann. Als Feuerball oder
Boliden bezeichnen Astronomen Meteore, die mindestens die Helligkeit von Jupiter
oder Venus am Himmel erreichen. Und diese lassen sich - im Gegensatz zu den
leuchtschwächeren Exemplaren - dann auch trotz Mondschein erkennen.
Sternschnuppen entstehen, wenn die winzigen Staubpartikel auf der Bahn des
Kometen mit einer Geschwindigkeit von fast 200.000 Kilometern pro Stunde in die
Erdatmosphäre eindringen. Am intensivsten ist der Sternschnuppenstrom, wenn die
Erde gerade den staubigsten Teil des Kometenschweifs durchläuft. Im Volksmund
werden die Perseiden auch Laurentiustränen genannt. Die Bezeichnung geht auf
Laurentius von Rom zurück, der am 10. August 258 in Rom zu Tode gefoltert wurde.
Wer keine Perseide zu Gesicht bekommt, kann sich zumindest an den anderen
Highlights des sommerlichen Nachthimmels erfreuen - etwa stehen Jupiter und
Venus in diesen Tagen eng beieinander am östlichen Morgenhimmel. Mehr dazu in unserer
Himmelsvorschau für August.
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