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Hochsommer am Himmel und Sternschnuppen im Mondlicht
von
Stefan Deiters astronews.com
1. August 2025
Am Himmel ist noch immer Hochsommer - wenn nun auch das
Wetter mitspielt, gibt es dort einiges zu entdecken. Zu den typischen
Sternbildern der warmen Jahreszeit gesellen sich in den letzten Nachtstunden
Jupiter, Venus und auch Merkur. Saturn ist fast die ganze Nacht über zu sehen.
Außerdem erreichen die Perseiden ihr Maximum, das allerdings durch den Mond
gestört wird.

Am Morgen des 12. August 2025 kommt es im Sternbild Zwillinge
zu einer dichten Begegnung der hellen Venus und des Jupiter
über dem Osthorizont.
Bild: astronews.com / Stellarium [Großansicht] |
Der Sommer war bisher eher nass - da blicken viele hoffnungsvoll auf den
August. Dieser gilt als Hochsommermonat, so dass man auf ein paar klare Nächte
hoffen darf. Das Gute daran: Die Nächte sollten noch warm und zudem schon wieder
etwas länger sein - beste Bedingungen also für einen Blick an den Himmel, wenn
denn das Wetter mitspielt.
Am Himmel zeigen sich die Sternbilder der wärmsten Jahreszeit in voller
Schönheit. Ihre auffälligsten Sterne bilden das Sommerdreieck [Findkarte],
das aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Altair im Adler besteht. Zum
Monatsende allerdings sind am Himmel bereits die ersten Vorboten des
Herbstes zu sehen: Mit dem Sternbild Pegasus erobert sich allmählich ein typisches
Herbststernbild mehr und mehr seinen Platz.
Ganz in der Nähe von Wega, also der einen Ecke des Sommerdreiecks, findet sich mit Epsilon Lyrae ein
bekanntes Vierfach-Sternsystem. Es besteht aus zwei engen Sternpaaren. Schon mit
einem Fernglas kann man erkennen, dass Epsilon Lyrae mehr als nur ein Stern ist.
Ein kleines Teleskop zeigt dann schon die vier Partner des Systems, die alle ein
wenig massereicher sind als unsere Sonne und rund 800 Millionen Jahre alt.
Epsilon Lyrae ist rund 160 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Einige Sternbilder sind typisch für eine bestimmte Jahreszeit, andere
hingegen lassen sich das ganze Jahr über am nächtlichen Himmel beobachten. Sie
werden aus Sternen gebildet, die sich so nahe am Himmelspol befinden, dass sie nie unter den Horizont sinken.
Man nennt diese Sterne Zirkumpolarsterne. Dazu gehören auch
die Sterne des Sternbilds Kassiopeia, das man eigentlich am
Himmel kaum übersehen kann. Es gleicht nämlich dem Buchstaben "W" und wird
deswegen oft nur als "Himmels-W" bezeichnet. Mythologisch ist Kassiopeia die Königin von
Äthiopien, Gemahlin des Cepheus und Mutter der Andromeda. Sie rühmte sich
schöner als andere Frauen zu sein.
Unterhalb von Kassiopeia liegt das Sternbild Perseus. Dieses
Sternbild spielt im August besonders für Sternschnuppenfreunde eine wichtige
Rolle, ist es doch der Ausgangsstrahlungspunkt, der sogenannte Radiant, der Perseiden. Die Perseiden sind wohl der zurzeit
"zuverlässigste" Sternschnuppenschauer und machen sich regelmäßig im
letzten Julidrittel und in den ersten zweieinhalb Wochen des August am Himmel bemerkbar. Sie gehen auf den Kometen
Swift-Tuttle zurück, in dessen staubigen Kometenschweif die Erde immer im Juli
und August gerät.
Winzige Staubpartikel dringen mit einer Geschwindigkeit von fast 200.000
Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre ein und sorgen durch ihr Verglühen
für die eindrucksvollen Leuchterscheinungen. Am intensivsten ist der
Sternschnuppenstrom, wenn die Erde gerade den staubigsten Teil des
Kometenschweifs durchläuft. Das Maximum wird in diesem Jahr am Abend des 12. August erwartet,
doch lohnt sich auch ein Blick an den Tagen davor und danach. Leider stört der
Mond in diesem Jahr wieder - am 9. August ist Vollmond. Im Volksmund werden die Perseiden auch
Laurentiustränen genannt. Die Bezeichnung geht auf Laurentius von Rom zurück,
der am 10. August 258 in Rom zu Tode gefoltert wurde.
Unser Nachbarplanet Venus, der im Laufe des Monats von den
Zwillingen in den Krebs wandert, ist weiterhin als "Morgenstern" im Osten zu
sehen. Unser anderer Nachbar Mars
hat sich inzwischen praktisch komplett vom Abendhimmel zurückgezogen und bleibt
nun erst einmal unsichtbar. Experten mögen den Roten Planeten zunächst noch
aufspüren, aber für das bloße Auge ist er nichts mehr. Der Gasriese Jupiter
ist auch ein Planet der zweiten Nachthälfte. Er befindet sich auch in den
Zwillingen, wo es am 12. August zu einer engen Begegnung mit Venus kommt. Der Ringplanet Saturn
ist im Sternbild Fische zu sehen und wird langsam zum Planeten der ganzen Nacht.
Im kommenden Monat wird er seine Oppositionsstellung erreichen. Zu den Planeten
am Morgen gesellt sich zudem der Merkur, der ab der zweiten
Monatshälfte eine passable Sichtbarkeit über dem Osthorizont erreicht.
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