Cassini war am 30.
Dezember 2000 um 11.03 Uhr MEZ im Abstand von nur
9,7 Millionen km am Gasplaneten Jupiter vorübergeflogen. "Das Manöver
verlief ohne Probleme und das Raumschiff funktioniert tadellos", so Cassini-Programm-Manager
Bob Mitchell. Auch die Beobachtungen des Jupiter gehen weiter: Ab heute
sollen die Monde Io, Europa und Ganymed untersucht werden, während sie im
Schatten von Jupiter stehen. Man hofft so, mehr über die dünnen
Atmosphären der Trabanten zu erfahre. Gestern hatte Cassini die
natürliche Radiostrahlung gemessen, die der Strahlungsgürtel des Jupiter
aussendet. Diese Daten sollen mit Messungen von Radioteleskopen auf der
Erde verglichen werden, die von Schülern von insgesamt 25 verschieden
Mittel- und Oberschulen in Amerika durchgeführt wurden.
Das vor Weihnachten aufgetretene Problem mit einem Schwungrad, das zur
Ausrichtung der Sonde verwendet wird, ist nicht wieder aufgetreten.
"Das hat sich wohl erledigt. Aber wir müssen in Zukunft etwas mehr
Arbeit investieren, um die Situation zu vermeiden, die unserer Ansicht
nach für das Problem verantwortlich war," so Mitchell. Die Experten
glauben, dass die Störung durch einen zu langen Betrieb des Rades bei
niedrigen Drehzahlen ausgelöst wurde, was zu mangelnder Schmierung
geführt hatte.
Cassini hat inzwischen weitere Radiowellen in der Nähe des
Jupiter entdeckt. Die Sonde fand die Wellen am Neujahrstag in einer
Entfernung von rund zehn Millionen Kilometern vom Jupiter. Die Wellen
hatte sich im Sonnenwind ausgebildet und wurden von Wissenschaftlern in
den hörbaren Bereich umgewandelt. Eine entsprechende Audiodatei auf der Cassini-Webseite
zu finden.