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GALACTIC CENTRE EXCESS
Signal Dunkler Materie nicht ausgeschlossen
Redaktion / idw / Pressemitteilung der Universität Wien
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18. Juni 2026

Könnte es sich bei dem schwachen, kugelförmigen Leuchten von Gammastrahlen im Zentrum der Milchstraße um ein Signal der Dunkle Materie handeln? Dieser sogenannte "Galactic Centre Excess" fasziniert die Wissenschaft seit mehr als einem Jahrzehnt. Eine neue Studie zeigt nun, dass eine Erklärung durch Dunkle Materie derzeit zumindest nicht ausgeschlossen werden sollte.

GCE

Ein Bild des Überschusses an Gammastrahlen, der im Zentrum unserer Milchstraße auftritt, überlagert mit einer optischen Aufnahme der Galaxie. Über die Ursache dieses Überschusses und die Frage, ob er von Dunkler Materie stammen könnte, wird seit über einem Jahrzehnt diskutiert. Bild:  NASA Goddard / A. Mellinger (Central Michigan Univ.) und T. Linden (Univ. of Chicago)  [Großansicht]

Der sogenannte "Galactic Centre Excess" ist ein kugelförmiges Leuchten aus Gammastrahlen, das sich über Tausende von Lichtjahren rund um das Zentrum der Milchstraße erstreckt. Erklärungen für dieses besondere Signal gibt es verschiedene: Theoretische Vorhersagen stimmen mit sich selbst vernichtender, sogenannter annihilierender Dunkler Materie überein. Eine weitere Theorie ist eine große Population schnell rotierender Neutronensterne, die als "Millisekundenpulsare" bekannt sind. Die Herkunft des Signals im Zentrum unserer Galaxie ist also ungeklärt. "Die Interpretation des Signals ist besonders schwierig, da das galaktische Zentrum ein sehr dichter und außergewöhnlich heller Bereich des Gammastrahlenhimmels ist", erklärt Florian List vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.

Die Pulsar-Hypothese wird aus früheren statistischen Untersuchungen gestützt. In bisherigen Studien wurde aber ein entscheidender Aspekt nicht miteinbezogen: die Energie jedes einzelnen nachgewiesenen Photons. In der neuen Untersuchung entwickelte eine internationale Forschungsgruppe von der Universität Wien und dem Lawrence Berkeley National Laboratory ein Machine-Learning-Verfahren, das mit mehr als einer Million simulierter Gammastrahlenbeobachtungen trainiert wurde. Ziel war es, erstmals räumliche und spektrale Informationen gleichzeitig auszuwerten.

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Diese damit erstmals einbezogenen Energieinformationen verändern das Bild erheblich: Während frühere Analysen auf vergleichsweise helle, nicht aufgelöste Lichtquellen (Punktquellen) hindeuteten, zeigen die neuen Ergebnisse, dass diese Punktquellen extrem lichtschwach sein müssten. "Unsere neue Analyse zeigt, dass die Sterne so schwach sein müssten, dass sie im Endeffekt kaum noch von der Emission, die es bei annihilierender dunkler Materie gäbe, zu unterscheiden wären", erklärt Nick Rodd, Wissenschafter am Lawrence Berkeley National Laboratory. Für die Pulsar-Hypothese müsste es demnach mindestens 35.000 solcher Punktquellen im Zentrum der Milchstraße geben – deutlich mehr als die wenigen hundert bis tausend Quellen, die in einigen früheren Arbeiten angenommen wurden.

"Der Ursprung des Galactic Centre Excess gehört zu den langlebigsten Debatten der Astrophysik", betont List. "Unsere Arbeit zeigt nicht, dass Dunkle Materie für das Signal verantwortlich ist. Sie legt jedoch nahe, dass es noch zu früh ist, diese Möglichkeit auszuschließen." Die neuen Ergebnisse entkräften eines der bisher stärksten Gegenargumente für die Dunkle-Materie-These. Zwar liefert die Studie keinen direkten Nachweis für Dunkle Materie, doch die Hypothese, dass der "Galactic Centre Excess" auf Dunkle Materie zurückzuführen ist, bleibt dadurch eine plausible Erklärung in der Debatte.

Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachmagazin Physical Review Letters veröffentlicht.

Forum
Galactic Centre Excess: Signal Dunkler Materie nicht ausgeschlossen. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
siehe auch
Milchstraße: Überschuss an Gammastrahlung durch Dunkle Materie? - 17. Oktober 2025
Links im WWW

List, F. et al. (2026): Energy Distribution of the Galactic Center Excess’s Sources, Phys. Rev. Lett., 136, 231001 (arXiv.org-Preprint)
Universität Wien
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