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SUPREME
Die Spuren kosmischer Explosionen
Redaktion / idw / Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf
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24. Juni 2026

Das Dresdner Projekt SUPREME wird in den kommenden Jahren mit drei Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat gefördert. Ziel von SUPREME ist es, die Geschichte naher kosmischer Explosionen der vergangenen 500 Millionen Jahre zu rekonstruieren und besser zu verstehen, wie die schwersten Elemente im Universum entstehen.

Wallner

Freut sich über die Förderung seines Projekts SUPREME durch den ERC: Prof. Anton Wallner, Leiter der Abteilung Beschleuniger-Massenspektrometrie und Isotopenforschung am HZDR. Foto:  Oliver Killig / HZDR [Großansicht]

 Das Sonnensystem ist keineswegs von seiner kosmischen Umgebung isoliert. Nahe Sternexplosionen und andere energiereiche astrophysikalische Ereignisse haben über Hunderte Millionen Jahre hinweg feine Spuren auf der Erde und dem Mond hinterlassen. Mit dem nun geförderten Projekt SUPREME (Abkürzung für "Supernova and r-process radionuclides engraved on million-years old archives from Earth and Moon") will Anton Wallner gemeinsam mit seinem Team am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf diese Spuren aufspüren und daraus die Geschichte kosmischer Ereignisse in unserer galaktischen Nachbarschaft über die vergangenen 500 Millionen Jahre rekonstruieren.

Das Projekt widmet sich zwei grundlegenden Fragen der modernen Astrophysik: Wie entstehen die schwersten Elemente des Universums? Und welchen Einfluss hatten nahe kosmische Explosionen wie beispielsweise Supernovae auf die Umweltbedingungen der Erde und die biologische Evolution? Um Antworten darauf zu finden, suchen die Forschenden nach extrem seltenen radioaktiven Atomen, die im interstellaren Raum entstanden und nach kosmischen Explosionen auf Erde und Mond abgelagert wurden.

Im Zentrum des Projekts steht eine einzigartige Analysemethode, die Wallner und sein Team entwickelt haben. Zum Einsatz kommt HAMSTER (Helmholtz Accelerator Mass Spectrometer Tracing Environmental Radionuclides), ein neues hochmodernes System für die Beschleuniger-Massenspektrometrie, kombiniert mit einer innovativen laserbasierten Technologie, die störende Untergrundsignale drastisch reduziert. Diese weltweit führende Messplattform ermöglicht den Nachweis einzelner Atome mit bislang unerreichter Empfindlichkeit und eröffnet damit neue Perspektiven nicht nur für die Astrophysik, sondern auch für zahlreiche weitere Forschungsfelder.

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Das Team wird einzigartige Mondproben der NASA sowie Tiefseeablagerungen, Eisbohrkerne und andere geologische Archive der Erde untersuchen. Diese natürlichen Archive bewahren über Millionen von Jahren hinweg Spuren interstellaren Materials und ermöglichen es, nahe Supernovae und andere seltene kosmische Ereignisse nachzuweisen und zeitlich einzuordnen. Aufbauend auf dem weltweit ersten Nachweis von Material aus einem sogenannten r-Prozess-Ereignis im interstellaren Medium will das Projekt die Grenzen der Messtechnik noch weiter verschieben.

"Diese Förderung ist eine außergewöhnliche Anerkennung der international führenden Forschung von Anton Wallner. SUPREME verbindet grundlegende Fragen zur Entstehung der Elemente und zur Geschichte unserer kosmischen Umgebung mit Messtechnologien, die weltweit einzigartig sind. Wir sind stolz darauf, dass diese wegweisende Forschung am HZDR durchgeführt wird", sagt Prof. Sebastian M. Schmidt, wissenschaftlicher Direktor des HZDR. Durch den Nachweis einer größeren Vielfalt seltener Radionuklide und schwerer Elemente soll SUPREME aufklären, wo und wie die schwersten Elemente des Universums entstehen. Gleichzeitig wollen die Forschenden eine detaillierte Zeitleiste naher kosmischer Explosionen erstellen. Die Ergebnisse versprechen neue und bislang unerreichte Einblicke in die Geschichte unserer kosmischen Nachbarschaft und deren möglichen Einfluss auf die Entwicklung der Erde.

Für die aktuelle Ausschreibung der sogenannten "Advanced Grants" wurden mit 3329 Anträgen so viele Vorschläge eingereicht wie nie zuvor – ein Anstieg um 31 Prozent gegenüber den 2534 Anträgen des Vorjahres. Lediglich 9,6 Prozent der eingereichten Projekte erhielten eine Förderung. Die "ERC Advanced Grants" werden im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon Europe finanziert.

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siehe auch
Supernovae: Neue Hinweise auf Elemententstehung in der Tiefsee - 15. Juni 2026
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