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ARTEMIS
NASA setzt zusätzliche Probemission vor der Mondlandung an
von Stefan Deiters
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3. März 2026

Die Vorgaben aus dem Weißen Haus sind klar: Eine Mondlandung soll es noch 2028 geben und damit in der Amtszeit von US-Präsident Trump. Um dieses Ziel zu erreichen, will die NASA ihr Artemis-Programm vereinfachen, sich auf Verfahren der Apollo-Entwicklung besinnen und vor der eigentlichen Mondlandung eine zusätzliche Testmission durchführen.

Artemis II

Artemis II ist zurück im Vehicle Assembly Building des Kennedy Space Center. Foto: NASA / Cory Huston  [Großansicht]

Eigentlich hätte die erste Mission des Raumschiffs Orion mit einer Besatzung an Bord schon längst gestartet und die Vorbereitungen für die eigentliche Mondlandung angelaufen sein sollen, doch es kam anders: Artemis II wurde - nach zahlreichen Verzögerungen - in der vergangenen Woche von der Startrampe zurück in die riesige Montagehalle des Kennedy Space Center gerollt, wo man hofft, die bei einem Testlauf aufgetretenen Probleme bei der Betankung einer Raketenstufe mit Helium schnellstmöglich lösen zu können. Dann, und nur dann, wäre ein Start von Artemis II Anfang April möglich.

Parallel dazu hat die NASA unter ihrem neuen Administrator Jared Isaacman jetzt einige signifikante Veränderungen beim Artemis-Mondprogramm bekannt gegeben: So soll mit Artemis III nicht bereits eine Mondlandung durchgeführt, sondern es sollen zunächst Andockmanöver mit den aktuell noch in Bau befindlichen Mondfähren in einem niedrigen Erdorbit geprobt werden. Die Mission soll aber noch im kommenden Jahr starten. Artemis IV, die erste astronautische Mondlandung seit über 50 Jahren, könnte dann 2028 folgen. Konkret sollen mit Artemis III Rendezvous- und Andockmanöver mit einem oder beiden kommerziellen Landern von SpaceX und Blue Origin geprobt werden. Außerdem sind mit den Landern weitere Tests der Lebenserhaltungs-, Kommunikations- und Antriebssysteme geplant. Auch die neu entwickelten Raumanzüge für die Mondlandung könnten während der Mission noch einmal getestet werden.

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Eine Mondlandung bereits mit Artemis III erschien vielen Verantwortlichen bei der amerikanischen Raumfahrtbehörde zu risikoreich, weil dabei zahlreiche bislang noch nicht im Weltraum getestete Technologien und Verfahren erstmals zum Einsatz kommen würden. Man wolle nun einen Schritt-für-Schritt-Ansatz wählen, um einerseits auf der sicheren Seite zu sein und andererseits auch schnell zu einem Erfolg zu kommen. "Die NASA muss ihre Verfahrensweisen und Prozeduren standardisieren, die Anzahl der Flüge erhöhen ohne die Sicherheit zu gefährden und die nationale Raumfahrtpolitik des Präsidenten umsetzen", so Isaacman, der dabei auch die Konkurrenz der Chinesen in Sachen astronautische Mondmission im Blick hat. "Da die Konkurrenz unseres größten geopolitischen Gegners ganz offensichtlich von Tag zu Tag zunimmt, müssen wir uns schneller bewegen, Verzögerungen beseitigen und unsere Ziele erreichen. Die Standardisierung der Fahrzeugkonfiguration, die Erhöhung der Flugrate und das Erreichen von Zielen in einem logischen, schrittweisen Ansatz ist die Herangehensweise, mit der wir im Jahr 1969 das nahezu Unmögliche geschafft haben, und genauso wollen wir es wieder machen."

Dabei will man auch von weiteren, eigentlich geplanten größeren Modifikation des Space Launch System (SLS) Abstand nehmen, die die Trägerrakete noch leistungsfähiger machen sollten. "Nach erfolgreichem Abschluss des Artemis-I-Flugtests, des bevorstehenden Artemis-II-Flugtests und des neuen, robusteren Testansatzes für Artemis III ist es unnötig kompliziert, die Konfiguration der SLS und der Orion zu ändern, um nachfolgende Artemis-Missionen durchzuführen", so der stellvertretende NASA-Administrator Amit Kshatriya. "Es liegt noch zu viel Lernen und zu viel Entwicklungs- und Produktionsrisiko vor uns." Man wolle sich in Zukunft mehr an den Apollo-Missionen orientieren: "Die gesamte Abfolge von Artemis-Flügen muss einen schrittweisen Aufbau von Fähigkeiten darstellen, wobei jeder Schritt uns unserer Fähigkeit näher bringt, die Landemissionen durchzuführen. Jeder Schritt muss groß genug sein, um Fortschritte zu machen, aber nicht so groß, dass wir mit Blick auf die Ergebnisse unnötige Risiken eingehen."

Der nächste Schritt ist klar: der erfolgreiche Start und die Durchführung der Mission Artemis II. An deren Zielen hat sich nichts geändert. Noch hat man bei der NASA die Hoffnung, dass ein Start Anfang April erfolgen kann.

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