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Detaillierter Blick auf die Ressourcen des Mondes
Redaktion
/ idw / Pressemitteilung der Universität Münster astronews.com
26. Februar 2026
Die europäische Weltraumorganisation ESA bereitet eine rein
europäische Mondmission vor, die aus einem Orbit hochaufgelöste Daten über das
Vorhandensein verschiedener Ressourcen auf dem Erdtrabanten liefern soll. Diese
Twardowski-Mission wird von einem polnischen Konsortium entwickelt, beteiligt
sind aber auch Forschende der Universität Münster.

SMART-1 war die letzte rein europäische
Mondmission. Die kleine Sonde startete 2003 und
war bis 2006 aktiv.
Bild: ESA [Großansicht] |
Die letzte europäische Mondmission liegt mehr als 20 Jahre zurück. Nun ist
die Universität Münster Teil eines europäischen Konsortiums, das einen neuen
Mondorbiter für die europäische Weltraumorganisation ESA vorbereitet. Bei der
Entwicklung der Raumsonde arbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
vom Institut für Planetologie mit dem polnischen Raumfahrtunternehmen Creotech
Instruments, dem Weltraumforschungszentrum der Polnischen Akademie der
Wissenschaften, SATLANTIS und GMV Innovating Solutions zusammen - der
entsprechende Kooperationsvertrag wurde jetzt unterzeichnet.
Creotech Instruments ist Hauptauftragnehmer der ESA und koordiniert das
Konsortium, das ein Missionskonzept aus einer früheren Phase weiterentwickelt.
Das Ziel besteht darin, die sogenannte Twardowski-Mission vorzubereiten: einen
europäischen Mondorbiter, der Ressourcen wie bestimmte Gesteine oder Eis mit
hoher räumlicher und spektraler Auflösung auf dem Mond erkennen, kartografieren
und analysieren soll. Der Start der Mission ist für 2029 geplant. Es wäre die
erste vollständig europäische Mondmission seit der SMART-1-Mission der ESA von
2003 bis 2006 und Teil der langfristigen ESA-Strategie zur Erforschung des
Mondes. Die Mission ist nach der berühmten Figur Pan Twardowski aus der
polnischen Literatur benannt. Der Adelige hatte seine Seele gegen Ruhm und Macht
dem Teufel verkauft und endete schließlich auf dem Mond.
Prof. Dr. Harald Hiesinger, Dr. Carolyn van der Bogert und Dr. Wajiha Iqbal
von der Universität Münster verfügen über Expertise im wissenschaftlichen
Missionsmanagement und -betrieb. Das Team unterstützt die Entwicklung der
Parameter für die Nutzlast im sichtbaren bis mittleren Infrarotbereich sowie der
dazugehörigen Datensätze. Ziel ist es, die Beobachtung von Gesteinen und
Mineralien auf der Mondoberfläche zu optimieren. "Die Daten werden unser
Verständnis des Mondes deutlich erweitern und wichtige Informationen über
potenzielle Landeplätze liefern, die für die Planung und Durchführung bemannter
und unbemannter Missionen sowie für die Erkundung von Mondressourcen relevant
sind", erläutert Carolyn van der Bogert.
Für das Forschungsteam ist die Vorbereitung der Twardowski-Mission ein
wichtiger Meilenstein für die zukünftige europäische Mondforschung. "Das
Missionskonzept macht die wissenschaftlichen und technologischen Fähigkeiten
Europas sichtbar und liefert einen neuen Datensatz mit bislang unerreichter
spektraler Information über die Mondoberfläche und ihre Ressourcen", betont
Hiesinger.
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