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DUNKLE MATERIE
Mit Zucker auf Dunkle-Materie-Suche?
Redaktion / idw / Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Physik 
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24. Februar 2026

Die Natur der Dunklen Materie liegt noch immer im Verborgenen. Als Kandidaten kommen Teilchen unterschiedlicher Massen in Frage. Seit einiger Zeit sucht man nach sehr leichten Dunkle-Materie-Teilchen, für die neuartige Nachweismethoden entwickelt werden müssen. Nun wurde zum ersten Mal mit Zucker als Detektormaterial experimentiert.

Saccharose

Saccharose-Kristalle an einem Nylonfaden. Sie haben sich in einem Reagenzglas mit einer hochkonzentrierten Zuckerlösung gebildet. Foto: Beatrice Mauri / MPP [Großansicht]

CRESST ist ein Experiment, das für leichte WIMPs (Weakly Interacting Massive Particles) Dunkle-Materie-Teilchen ausgelegt ist. Das Nachweisprinzip basiert auf einem Verhalten, das man von Kugeln beim Billardspiel kennt: Trifft ein Dunkle-Materie-Teilchen auf einen der Atomkerne im Kristall, prallt dieser zurück. Die Energie des Rückstoßes lässt sich als minimaler Temperaturanstieg und als schwaches Licht messen.

Für den Nachweis von leichter Dunkler Materie werden spezielle Detektormaterialien gebraucht, wie Federica Petricca, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Physik und Sprecherin von CRESST erklärt: "Wir sind ständig auf der Suche nach neuen geeigneten Materialien. Je leichter deren Atomkerne sind, umso besser. Denn ein sehr leichtes Dunkle-Materie-Teilchen kann einen schweren Atomkern kaum aus der Ruhe bringen, genauso wenig wie eine Murmel, die auf eine Bowlingkugel prallt."

Ihre Überlegungen brachten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf ganz normalen Haushaltszucker, Saccharose. "Der Gedanke schien uns zunächst abwegig, denn es gab keinerlei Hinweise auf vorherige Tests", berichtet Petricca. Dabei ist das Material nahezu perfekt: Kristallzucker besitzt neben Kohlenstoff und Sauerstoff insgesamt 22 Wasserstoffatome. Und mit nur einem Proton ist Wasserstoff das leichteste Element, das es gibt. Allerdings wird Dunkle Materie wohl nicht mit Würfelzucker aus dem Supermarkt entdeckt werden. "Da wir für unsere Experimente besonders reine und große Kristalle benötigen, müssen wir sie in einem aufwendigen Verfahren, das mehrere Wochen dauert, selbst züchten", erläutert Petricca.

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Die Zuckerstücke wurden mit Temperatur- und Lichtsensoren ausgestattet und einer radioaktiven Quelle ausgesetzt. Am Kristall ließ sich tatsächlich ein Lichtsignal und ein Temperaturanstieg verzeichnen. "Das Ergebnis hat uns selbst überrascht, denn Saccharose bildet einen eher weichen Kristall", so Petricca. "Günstiger sind Materialien mit einem festen Kristallgitter, da es nach einer Teilchenkollision zu einer größeren Temperaturänderung kommt."

Dennoch ist das Team sehr zufrieden mit seinem kreativen, "süßen" Ansatz: "Wir haben erstmals gezeigt, dass Zucker sich grundsätzlich als Material für den Nachweis Dunkler Materie eignet", fasst Petricca das Ergebnis der Studie zusammen. "Allerdings wird sich erst nach vielen weiteren Tests und im Vergleich mit anderen Materialien zeigen, ob ein Detektor aus Saccharose zu realisieren ist."

Über ihre Untersuchung berichtet das Team in einem Fachartikel, der in den IEEE Transactions on Applied Superconductivity erschienen ist.

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siehe auch
CRESST: Suche nach leichteren Dunkle-Materie-Teilchen - 8. September 2015
Links im WWW

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