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POLARLICHTER
Vorhersage in Echtzeit und bis zu drei Tage im Voraus
Redaktion / idw / Pressemitteilung des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung
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14. November 2025

In den letzten Tagen waren in vielen Regionen Deutschlands wieder Polarlichter zu sehen. Doch wann, wo und mit welcher Intensität ist das Auftreten dieses spektakulären Naturschauspiels zu erwarten? In Potsdam wurde nun ein neues Modell für die Echtzeit-Vorhersage von Polarlichtern entwickelt, das potenzielle Aurora-Ovale in Echtzeit und bis zu drei Tage im Voraus berechnen kann.

Vorhersage

Screenshot der Polarlichtvorhersage auf den Seiten des GFZ. Bild: GFZ  [Großansicht]

Auroras, auch bekannt als Nord- oder Polarlichter, gehören zu den atemberaubendsten Naturschauspielen. Immer wieder sind sie in den vergangenen Monaten auch in unseren Breiten, weit ab von den Polarregionen zu sehen. Ursache hierfür sind starke Sonnenstürme, die im elfjährigen Zyklus der Sonnenaktivität zurzeit häufiger auftreten. Die leuchtenden Schleier aus grünem, rotem und violettem Licht entstehen am Himmel, wenn energiereiche Teilchen, die von der Sonne ins Weltall geschleudert werden, in einem komplexen Wechselspiel mit dem Erdmagnetfeld in die Erdatmosphäre eintreten und dort Sauerstoff- oder Stickstoff-Moleküle zum Aussenden von Licht anregen.

Die Polarlichter treten vor allem in ovalen Regionen auf, die sich um die geomagnetischen Pole herum befinden und als Polarlichtovale bezeichnet werden. Die Position und Größe der Polarlichtovale werden von der geomagnetischen Aktivität beeinflusst, der Variation des schützenden Erdmagnetfeldes. "Das Beobachten von Polarlichtern ist nicht nur ein magisches Erlebnis. Es zeigt auch die starke Verbindung zwischen der Sonne und unserem Planeten, die über Wärme und Licht hinausgeht: Polarlichter sind ein hervorragender Indikator für die Überwachung und Vorhersage von 'Weltraumwettereffekten', also für das Wirken von Teilchenströmen und elektromagnetischen Feldern im erdnahen Weltraum. Sie können Satelliten stören, Navigations- und Kommunikationssysteme beeinträchtigen und sogar Stromnetze auf der Erde beeinflussen", erläutert Dr. Dedong Wang, Arbeitsgruppenleiter in der Sektion "Weltraumphysik und Weltraumwetter" des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung.

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Zur Vorhersage der Aurora-Aktivität haben Forschende des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung um Dr. Huiting Feng, Wang und Prof. Yuri Shprits ein Echtzeit-Modell entwickelt. Es wendet Methoden des maschinellen Lernens an und kombiniert zwei wichtige Messgrößen: Zum einen den Kp-Index, ein Standardmaß für die globale geomagnetische Aktivität, das ursprünglich vom GFZ vorgeschlagen wurde und nun auch vom GFZ vorhergesagt wird. Zum anderen Satellitenbeobachtungen des DMSP SSUSI (Special Sensor Ultraviolet Spectrographic Imager), der ultraviolette Bilder der Aurora aus dem Weltraum aufnimmt. Dieser Ansatz ermöglicht genauere Vorhersagen über die Lage und Intensität des Polarlichtovals. Eine Echtzeitversion der Polarlichter-Vorhersage ist bereits auf der Weltraumwetter-Website des GFZ verfügbar.

Erstautorin der Studie ist Dr. Huiting Feng, die mit der Arbeit während eines einjährigen Aufenthalts am GFZ im Jahr 2023 als Gastdoktorandin unter der Betreuung von Shprits und Wang begonnen hatte. Seit dem 1. Juni 2025 forscht sie wieder am GFZ. Kürzlich wurde ihr dafür ein Alexander-von-Humboldt-Forschungsstipendium verliehen. Der Namensgeber dieses Stipendiums, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Anschluss an ihre Doktorarbeit fördert, hat einen direkten Bezug zur Polarlichtforschung: "Alexander von Humboldt war derjenige, der in einer frühen Arbeit den Begriff 'geomagnetische Stürme' geprägt hat. Während seiner Studien über die systematische Messung geomagnetischer Kräfte beobachtete er 1806 kurz vor Weihnachten in Berlin eine Aurora – und deren Einfluss auf eine Magnetnadel", so Wang.

Über ihre Studie berichtet das Team in einem Fachartikel, der in der Zeitschrift Journal of Geophysical Research: Machine Learning and Computation veröffentlicht wurde.

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Polarlichtvorhersage in Echtzeit und bis zu drei Tage im Voraus. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
Links im WWW
Feng, H. et al. (2025): A Kp-driven machine learningmodel predicting the Ultraviolet emissionauroral oval, Journal of Geophysical Research: Machine Learning and Computation, 2, e2024JH000543
GFZ - Space Weather Forecast Products (mit der neuen Polarlichtvorhersage)
GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung
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