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JWST
Ein kleiner roter Punkt im ganz jungen Universum
Redaktion / idw / Pressemitteilung der Universität Hamburg
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19. September 2025

Forschende haben einen "Little Red Dot" entdeckt, den wir zu einer Zeit sehen, in der das Universum gerade einmal 730 Millionen Jahre alt war. Diese Klasse von Objekten ist erst seit Kurzem bekannt und könnte neue Einblicke in die Entstehung sowie Entwicklung supermassereicher Schwarzer Löcher geben. Die Neuentdeckung befindet sich in direkter Nachbarschaft weiterer Galaxien.

Little Red Dot

Der vom James-Webb-Weltraumteleskop entdeckte Little Red Dot. Bild: UHH / Schindler [Großansicht]

Mithilfe des James-Webb-Weltraumteleskops und eines speziell entwickelten Beobachtungsprogramms haben Hamburger Forschende zufällig ein bislang einzigartiges Objekt entdeckt, das zu den sogenannten "Little Red Dots", also "Kleinen roten Punkten" gehört. "Little Red Dots" sind eine Klasse von Objekten, die erst im Jahr 2023 durch das James-Webb-Teleskop entdeckt wurden. Sie werden zurzeit als eine Art wachsendes, supermassereiches Schwarzes Loch verstanden (astronews.com berichtete). Der nun gefundene "Little Red Dot" wurde bei einer extrem hohen Rotverschiebung von z=7,3 beobachtet. Das bedeutet, dass wir diesen Punkt in einer Zeit sehen, in der das Universum erst 730 Millionen Jahre jung war – in einer Epoche also, in der bislang nur ungefähr ein Dutzend supermassereiche Schwarze Löcher bekannt sind.

Supermassereiche Schwarze Löcher im frühen Universum stellen Forschende weltweit vor Rätsel, da sie zu massereich erscheinen, als dass sie zu diesem frühen Zeitpunkt entstanden sein könnten. Die Entdeckung der "Little Red Dots", die allem Anschein nach weniger Masse besitzen, aber nach Hochrechnungen viel häufiger vorkommen, könnte dazu beitragen, das Puzzle der supermassereichen Schwarzen Löcher zu lösen. Der von den Hamburger Forschenden entdeckte "Little Red Dot" erscheint als eine kompakte und zugleich rot leuchtende Quelle auf den Bildern des James Webb Weltraumteleskops. Die wissenschaftliche Analyse zeigt, dass das Schwarze Loch in diesem Objekt fast 500 Millionen Mal so viel Masse besitzt wie unsere Sonne – eine riesige Masse für so eine frühe Entstehungszeit.

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Besonders an diesem Objekt ist zudem, dass in seiner direkten Nachbarschaft acht weitere Galaxien gefunden wurden. Diese Häufung weist darauf hin, dass sich das Objekt in einem Knotenpunkt kosmischer Strukturen befindet. "Die Studie zeigt, dass supermassereiche Schwarze Löcher als 'Little Red Dots' bereits sehr früh im Universum existierten und auch in dichten galaktischen Umgebungen wuchsen", erläutert Dr. Jan-Torge Schindler von der Hamburger Sternwarte der Universität Hamburg. Bisher hätten die Forschenden die Entstehung und frühe Entwicklung des Universums vor allem mit Quasaren untersucht. Quasare sind extrem hell leuchtende Galaxien, deren Licht durch den Wachstumsprozess supermassereicher Schwarzer Löcher in ihren Zentren dominiert wird. Es sind gerade die Milliarden Sonnenmassen schweren Schwarzen Löcher der Quasare, deren Existenz so schwierig zu erklären ist.

Wenn nun also die Schwarzen Löcher der "Little Red Dots" in ähnlichen Umgebungen wachsen wie jene, in denen Quasare beobachtet werden, könnte dies darauf hindeuten, dass supermassereiche Schwarze Löcher dort langanhaltend wachsen und zuerst als "Little Red Dot" erscheinen, bevor sie zum hell leuchtenden Quasar werden. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die 'Little Red Dots' verborgene Vorstufen der Quasare sein könnten. Auf diese Weise könnten die Schwarzen Löcher trotz der kurzen Lebenszeit als Quasar längere Zeit kontinuierlich wachsen. Das würde helfen, ihre hohen Massen so früh im Universum zu erklären", führt Schindler aus.

Langfristig planen die Forschenden, im Rahmen des James-Webb-Programms "COSMOS-3D" noch mehr solcher Objekte zu identifizieren, um besser zu verstehen, ob es eine solche evolutionäre Verbindung zwischen Quasaren und "Little Red Dots" gibt. Ziel ist es, die Entstehung und Entwicklung supermassereicher Schwarzer Löcher in den ersten Milliarden Jahren möglichst genau nachzuvollziehen.

Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht.

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JWST entdeckt kleinen roten Punkt im ganz jungen Universum. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
siehe auch
JWST: Schwarzloch-Sterne im jungen Universum? - 15. September 2025
James Webb: Baby-Quasare im jungen Universum entdeckt - 15. März 2024
Links im WWW
Schindler, J.-T. et al. (2025):A little red dot at z = 7.3 within a large galaxy overdensity, Nat Astron, https://doi.org/10.1038/s41550-025-02660-1
Universität Hamburg
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