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Lichtschwache Zwerggalaxie bei Andromeda entdeckt
Redaktion
/ Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam astronews.com
30. Juni 2026
Ein Forschungsteam hat eine bisher unbekannte, extrem
lichtschwache Zwerggalaxie in der Nähe der Andromedagalaxie beobachtet. Das And
XXXVI benannte System dürfte eine der lichtschwächsten Satellitengalaxien im
Umfeld von Andromeda sein. An der Entdeckung, die auch kosmologisch spannend ist,
war ein Amateurastronom beteiligt.

Die beobachtete Position von And XXXVI (rot markiert) im
Pan-Andromeda Archaeological Survey (PAndAS). And XXXVI
befindet sich in einer projizierten Entfernung von etwa
390.000 Lichtjahre von Andromeda (M 31). Bild: Sakowska
et al. 2026 [Großansicht] |
Extrem lichtschwache Zwerggalaxien gehören zu den kleinsten und
lichtschwächsten bekannten Galaxien. Sie entstanden in den frühesten
Entwicklungsphasen des Universums und gelten als fossile Überreste der ersten
Galaxien. Zudem wird angenommen, dass sie von Dunkler Materie dominiert werden.
Damit eröffnen sie einen einzigartigen Einblick in die Entstehung von Galaxien
im frühen Universum und liefern entscheidende Möglichkeiten, Modelle der Dunklen
Materie zu überprüfen.
"Unsere Studie deutet darauf hin, dass And XXXVI eine extrem alte Galaxie mit
einem Alter von etwa 12,5 Milliarden Jahren ist, die zudem erstaunlich arm an
schweren Elementen ist", sagt Joanna Sakowska, Forscherin am Instituto de
Astrofísica de Andalucía (IAA-CSIC). "Beobachtungen mit Weltraumteleskopen
wie Hubble werden jedoch notwendig sein, um ihre Entfernung, ihr Alter
und ihre chemische Zusammensetzung mit größerer Genauigkeit zu bestimmen."
Die Andromedagalaxie, auch bekannt als Messier 31 (M 31), befindet sich etwa
2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und ist die nächstgelegene große
Spiralgalaxie zur Milchstraße. Wie unsere eigene Galaxie ist sie von zahlreichen
kleinen Satellitengalaxien umgeben, die unter ihrem gravitativen Einfluss um sie
kreisen. "Die Entdeckung von Andromeda XXXVI eröffnet einen neuen Blick auf die
kleinsten Galaxien im Universum. Im Rahmen des kosmologischen Standardmodells,
des sogenannten Lambda-CDM-Modells (ΛCDM), erwarten wir, dass Galaxien wie
Andromeda von Hunderten solcher Begleiter umgeben sind – doch viele von ihnen
sind aufgrund ihrer geringen Helligkeit bisher verborgen. Jede neu entdeckte
ultra-lichtschwache Zwerggalaxie hilft uns dabei, die Grenzen der
Galaxienbildung auszuloten und unsere kosmologischen Modelle auf die Probe zu
stellen," so Isabel Santos Santos vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam
(AIP).
"Derzeit kennen wir etwa 40 Zwerg-Satellitengalaxien um Andromeda, von denen
nur etwa 15 als extrem lichtschwach eingestuft werden", erklärt Sakowska. "Jede
neue Entdeckung wie Andromeda XXXVI ist deshalb wichtig, weil sie darauf
hindeutet, dass wir möglicherweise nur die Spitze eines viel größeren Eisbergs
einer Population extrem lichtschwacher Galaxien sehen."
Andromeda XXXVI wurde erstmals von dem Astrofotografen und Amateurastronomen
Giuseppe Donatiello entdeckt, als dieser Aufnahmen des "Pan-Andromeda
Archaeological Survey" (PAndAS) untersuchte. Das Objekt erschien als schwaches,
diffuses Gebilde, in dem sich bereits einzelne Sterne ausmachen ließen;
daraufhin wurde es in eine Liste von Galaxienkandidaten für weitere
Untersuchungen aufgenommen.
Dem Team gelang es, Beobachtungszeit am Gran Telescopio Canarias
(GTC) zugeteilt zu bekommen, wo es mithilfe des Instruments OSIRIS+ wesentlich
tiefere Aufnahmen anfertigte. Diese Beobachtungen ermöglichten es, einzelne
Sterne innerhalb des schwachen, diffusen Lichts der Galaxie zu unterscheiden.
Andromeda XXXVI erwies sich jedoch als außergewöhnlich lichtschwaches Objekt:
Das Forschungsteam konnte lediglich etwa 46 Sterne identifizieren, die mit der
Galaxie in Verbindung stehen.
Über ihre Entdeckung berichtet das Team in einem Fachartikel, der in
Astronomy & Astrophysics erschienen ist.
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