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Detaillierte Aufnahmen starker Sonneneruptionen
Redaktion
/ Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam astronews.com
27.
November 2025
Mit dem GREGOR-Sonnenteleskop auf
Teneriffa wurde nun die explosive Aktivität der energiereichsten
Sonnenfleckengruppe des Jahres 2025 aufgezeichnet und dabei verwirbelte
Magnetfeldstrukturen und die frühen Stadien der Entstehung von Sonneneruptionen
mit bisher unerreichter Detailgenauigkeit sichtbar gemacht. Die Eruption führte
später zu Polarlichtern auf der Erde.

Mosaikbilder von GREGOR-Beobachtungen in
verschiedenen Wellenlängenbereichen, die die aktive Region
NOAA 14274 um 08:33 UT am 10. November 2025 zeigen, etwa 30
Minuten vor Beginn eines X1,2-Strahlungsausbruchs.
Bild: AIP / C. Denker [Großansicht] |
Hochauflösende Beobachtungen starker Sonneneruptionen sind äußerst selten und
mit bodengestützten Sonnenteleskopen nur schwer zu erzielen. "Starke lares
treten entweder auf der Rückseite der Sonne auf, während der Nacht, bei
bewölktem Wetter, bei schlechter Sicht oder wenn sie sich gerade außerhalb des
Sichtfeldes des Teleskopes befinden", so Prof. Carsten Denker, Leiter der
Abteilung Sonnenphysik am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) und
Erstautor der jetzt veröffentlichten Studie. "Wir hatten das große Glück, die
Entwicklung von zwei Flares der Klasse X am 10. und 11. November 2025 mit dem
1,5-Meter-Sonnenteleskop GREGOR am Teide-Observatorium auf Teneriffa, Spanien,
beobachten zu können."
Sonnenflecken in der aktiven Region NOAA 14274 verursachten 135 Flares der
Klasse C, 15 der Klasse M und 5 der Klasse X. Strahlungsausbrüche der Klasse X
sind die stärksten Flares und stellen die höchste Kategorie in dem System dar,
das für die wissenschaftliche Einstufung verwendet wird. Die Klassen der Flares
unterscheiden sich jeweils um den Faktor 10 in der Röntgenstrahlung. Diese
Flares sind Teil des Sonnenzyklus 25, dem aktuellen elfjährigen Zyklus der
Sonnenaktivität, der im Dezember 2019 begann und voraussichtlich um 2025 seinen
Höhepunkt erreichen wird. Er ist gekennzeichnet durch eine Zunahme von
Sonnenflecken, Strahlungsausbrüchen, koronalen Massenauswürfen und
Polarlichtern. Bislang wurden während des Sonnenzyklus 25 weniger als 100 Flares
der Klasse X beobachtet.
Die beobachtete komplexe Sonnenfleckengruppe war 2025 die aktivste. Die
Sonneneruption der Stärke X5.1 am 11. November 2025 war die sechststärkste des
aktuellen Sonnenzyklus. Die beiden Sonneneruptionen der Klasse X am 10. und 11.
November 2025 gingen mit schnellen koronalen Massenauswürfen einher, die in den
folgenden Nächten zu starken Polarlichtern auf der Erde führten. Die
Beobachtungen wurden mit vier Hochgeschwindigkeitskameras des HiFI+ Instruments
am GREGOR-Sonnenteleskop auf Teneriffa durchgeführt, das vom Leibniz-Institut
für Astrophysik Potsdam (AIP) entwickelt, gebaut und betrieben wird. Das
Teleskop wurde auf 7 × 4 Stellen auf der Sonnenoberfläche ausgerichtet und
erstellte in 14 Minuten einen Rasterscan der aktiven Region mit einer Größe von
etwa 175.000 km × 110.000 km.
Dieser Beobachtungsmodus wurde zum ersten Mal getestet, um eine große,
komplexe aktive Region mit vielen einzelnen Sonnenflecken zu erfassen. Mithilfe
von Bildrekonstruktionsmethoden wurde die Feinstruktur der Sonnenflecken in
allen 28 Kacheln des Mosaiks sichtbar gemacht. Nur 30 Minuten nach dem
Rasterscan kam es in der aktiven Region zu einem X1,2-Flare, dessen Vorboten
bereits sichtbar waren. "Die penumbralen Filamente, die sich typischerweise
radial vom dunklen Kern des Sonnenflecks aus erstrecken, waren stark gekrümmt
und verflochten", erklärt Dr. Meetu Verma, Sonnenforscherin am AIP. Dies deutet
auf eine stark angespannte Magnetfeldstruktur hin. Zusätzlich schufen die
Rotation der Sonnenflecken und Scherbewegungen eine Situation, in der die im
Magnetfeld gespeicherte Energie explosionsartig freigesetzt werden konnte.
Bemerkenswert ist, dass die Energiefreisetzung an den Filamenten der Penumbra
auf räumlichen Skalen begann, die nahe am räumlichen Auflösungsvermögen des
GREGOR-Sonnenteleskops von 100 km auf der Sonnenoberfläche liegen. Während des
Beobachtungszeitraum im November 2025 wurden fast 40.000 Datensätze für die
Bildrekonstruktion aufgezeichnet, die derzeit für die wissenschaftliche Analyse
vorbereitet werden. Die in der Zeitschrift Research Notes of the AAS
veröffentlichten hochauflösenden Bilder bieten einen ersten Einblick in die
Datenqualität und die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in zukünftigen
Publikationen vorgestellt werden.
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