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Eine leuchtende Blase im All
von Stefan Deiters astronews.com
5. August 2015
Es erinnert fast an eine riesige Seifenblase im All: Doch
das Objekt ESO 378-1, das ein heute von der europäischen Südsternwarte
veröffentlichtes Bild zeigt, ist im Grunde genommen ein ganz normales
astronomisches Objekt: Bei der Blase handelt es sich nämlich um einen
Planetarischen Nebel, also um eine Endphase im Leben eines sonnenähnlichen
Sterns.

Der Planetarische Nebel ESO 378-1.
Bild: ESO [Großansicht] |
Wer mit leistungsfähigen Teleskopen die Weiten unserer Galaxie erkundet,
stößt immer wieder einmal auf sehr eigentümliche Objekte, die auf den ersten
Blick wie aus einer ganz anderen Welt erscheinen. So dürfte das auch im Fall von ESO 378-1
sein.
Das Objekt ist auf einer heute von der europäischen Südsternwarte ESO
veröffentlichten Aufnahme zu sehen und erinnert stark an eine riesige leuchtende
Seifenblase.
Dabei ist ESO 378-1 im Grunde genommen ein ganz gewöhnliches astronomisches
Objekt. Es handelt sich nämlich um einen planetarischen Nebel, also die Endphase
im Leben eines sonnenähnlichen Sterns. Der Nebel ist auch als "Südlicher
Eulennebel" oder unter den alternativen Katalogbezeichnungen PN K 1-22 und PN
G283.6+25.3 bekannt. Er hat einen Durchmesser von knapp vier Lichtjahren und
befindet sich rund 3.500 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild
Wasserschlange.
Planetarische Nebel entstehen, wenn ein Stern, dessen Brennstoffvorrat gerade
zur Neige geht, seine äußeren Hüllen ins All abstößt und diese dann durch die
intensive Strahlung des glühend heißen Kerns zum Leuchten anregt. Es handelt
sich dabei um sehr kurzlebige Objekte: Nach einigen zehntausend Jahren sind
Planetarische Nebel wieder verschwunden. Zum Vergleich: Sonnenähnliche Sterne
haben eine Lebensdauer von mehreren Milliarden Jahren.
Als Planetarische Nebel enden nur Sterne mit einer Masse von weniger als etwa
der achtfachen Masse unserer Sonne. Massereichere Sterne beenden ihr nukleares
Leben in einer gewaltigen Supernova-Explosion. Unsere Sonne wird also auch
einmal zum Planetarischen Nebel werden. Ist der Nebel wieder verschwunden,
bleibt von ihr irgendwann nur noch ein langsam abkühlender Kern zurück -
ein Weißer Zwerg.
Planetarische Nebel spielen eine wichtige Rolle bei der Anreicherung des
interstellaren Mediums mit schwereren Elementen wie Stickstoff und Kohlenstoff.
Alle diese Elemente wurden im Laufe der Zeit im Inneren von Sternen produziert
und schließlich wieder ins All abgegeben - durch das Abstoßen von Material oder
während einer Supernova-Explosion.
Auf diese Weise lässt sich auch der berühmte Satz des Astronomen Carl Sagan
verstehen, der einmal sagte, dass wir alle aus Sternenstaub bestehen. Die für
die Entstehung von Gesteinsplaneten, von ersten Lebensformen und schließlich auch
von uns Menschen entscheidenden Elemente wurden nämlich alle irgendwann einmal im Inneren
eines Sterns produziert.
Die Daten für diese Aufnahme stammen vom Instrument FORS2 des Very Large
Telescope der europäischen Südsternwarte ESO auf dem Paranal in Chile.
Sie entstanden im Rahmen des Programms ESO Cosmic Gems, für die die
Teleskope in den Zeiten genutzt werden, in denen wissenschaftliche Beobachtungen
nicht möglich sind. Die Daten dienen dann vor allem dem Erstellen von "schönen"
Bildern für Ausbildungs- und Öffentlichkeitsarbeitszwecke.
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