Am Magellan-Projekt sind neben der Carnegie Institution of
Washington und der Universität von Arizona noch die Harvard
Universität, das Massachusetts Institute of Technology sowie die
Universität von Michigan beteiligt. Am 15. September 2000 fiel nun
erstmals das Licht eines astronomischen Objektes auf den 6,5 Meter Spiegel
und zwar das Licht des rund 20.000 Lichtjahre entfernten Sternhaufens NGC
6809. Die gute Auflösung der Sterne verriet den Astronomen sofort, dass
das optische System des Teleskops einwandfrei funktionierte und dass die
Luftverhältnisse - wie für den Standort erwartet - außerordentlich gut
waren. Astronomen sprechen hier vom sogenannten Seeing. "Die
Fertigstellung der Teleskope ist eine gewaltige gemeinschaftliche
Leistung", freute sich Dr. August Oemler, Jr., Direktor des Carnegie
Observatoriums. "Die Teleskope werden es uns erlauben, Objekte an den
Grenzen des sichtbaren Universums zu sehen."
Auch andere Astronomen sind begeistert: "Jetzt können wir
Untersuchungen machen, von denen wir vor einigen Jahren noch nicht einmal
geträumt haben," meinte Carnegie-Astronom John Mulchaey. Dabei wird
jeder der beteiligten Partner eigene Schwerpunkte für die
Forschungsarbeit legen. Das Teleskop eignet sich besonders für die
Beobachtung entfernter, sehr rotverschobener Galaxien. Zudem können wegen
des großen Sichtfeldes ganze Galaxienhaufen gleichzeitig beobachtet
werden. So hoffen die Astronomen auf neue Erkenntnisse über die
Entwicklung von Galaxien und über Strukturen und Strukturbildung im
Universum. Mit den Magellan-Teleskopen schaffen sich die Amerikaner eine
besseren Zugang zum südlichen Sternenhimmel, an dem man beispielsweise
das Zentrum unserer eigenen Galaxie sowie die Magellanschen Wolken
beobachten kann.
Nach dem First Light folgt nun eine längere Einrichtungsphase für die
Instrumente des Teleskops. Nach den derzeitigen Planungen wird der
wissenschaftliche Betrieb mit Magellan I im Februar 2001 beginnen können.
Im Jahr 2002 soll das zweite Magellan-Teleskop sein First Light haben. Die
Montierung des neuen Stolzes der amerikanischen Astronomie wurde übrigens
in Los Angeles hergestellt - "einen Ort, von dem die meisten Leute
nicht glauben, dass hier wissenschaftliche Instrumente dieser
Größenordnung gebaut werden", wie der Leiter der dortigen Firma
feststellte.