Anzeige
 Home  |  Nachrichten  | Frag astronews.com  | Bild des Tages  |  Kalender  | Glossar  |  Links  | Forum  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten

astronews.com
astronews.com

Der deutschsprachige Onlinedienst für Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt

Home  : Nachrichten : Teleskope : Artikel [ Druckansicht ]

 
PRIMA
NASA gibt grünes Licht für nächste Entwicklungsphase des neuen Weltraumteleskops
Redaktion / Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie
astronews.com
30. September 2026

Die NASA hat das Weltraumteleskop PRIMA für die nächste Entwicklungsphase ausgewählt. Es soll die Geschichte und Entwicklung des Universums im ferninfraroten Licht erforschen. Der Start ist für 2033 geplant. PRIMA, an dessen Entwicklung auch deutsche Forscherinnen und Forscher beteiligt sind, soll die Beobachtungslücke zwischen bestehenden Infrarot- und Radioteleskopen schließen.

PRIMA

Künstlerische Darstellung des Weltraumteleskops PRIMA. PRIMA wird als Weltraumteleskop der NASA mit einem aktiv gekühlten 1,8-Meter-Primärspiegel aus Aluminium und zwei wissenschaftlichen Instrumenten entwickelt. Bild: NASA / JPL-Caltech [Großansicht]

Die NASA hat in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass PRIMA (PRobe far-Infrared Mission for Astrophysics) in die nächste Entwicklungsphase geht. Das geplante Weltraumteleskop soll die Geschichte und Entwicklung des Universums erforschen. Bei PRIMA handelt es sich um eine neue NASA-Missionsklasse für die Astrophysik, den sogenannten Probe Explorers, die im Rahmen des langjährigen Explorers-Programms der Weltraumbehörde entwickelt werden.

"Die PRIMA-Mission eröffnet der Menschheit ein neues Fenster in die Tiefen des Alls. Sie wird bisher verborgene Bereiche der kosmischen Geschichte enthüllen. So wollen wir besser verstehen, wie Planeten, Sterne und Schwarze Löcher entstehen – und sogar der Frage nachgehen, wie das Wasser auf die Erde kam", erklärt Nicky Fox, Leiterin des Wissenschaftsdirektorats im NASA-Hauptquartier in Washington.

Die NASA hat PRIMA für die sogenannte Phase B ausgewählt. In dieser Entwicklungsstufe werden das genaue Design des Teleskops und die benötigten Technologien vertieft ausgearbeitet. Anschließend prüft die NASA in einer umfassenden Begutachtung die technischen, zeitlichen und finanziellen Fortschritte. Erst danach wird endgültig entschieden, ob die Hauptentwicklungsphase (Phase C) und der eigentliche Bau beginnen. Im Falle des Erfolgs sind die Projektkosten für PRIMA auf 1,2 Milliarden US-Dollar gedeckelt – Ausgaben für den Raketenstart und weitere übergreifende Kosten sind nicht mitgerechnet. Der Start des Weltraumobservatoriums ist für 2033 vorgesehen; die geplante Missionsdauer beträgt zunächst fünf Jahre.

Anzeige

Ausgestattet mit einem 1,8-Meter-Spiegel wird PRIMA tiefe, hochempfindliche Beobachtungen im ferninfraroten Licht durchführen. Damit schließt das Teleskop eine wichtige Beobachtungslücke zwischen bestehenden Infrarot-Observatorien wie dem James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) der NASA und großen Radioteleskopen auf der Erde. Durch die Messung von Wärmestrahlung, die nur im Ferninfrarotbereich sichtbar ist, widmet sich PRIMA grundlegenden Fragen der Kosmologie und der Astronomie. Dazu zählen die Entstehung von Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems, das Wachstum von Galaxien und deren zentralen Schwarzen Löchern sowie die Anreicherung von kosmischem Staub und schweren Elementen über große Zeiträume hinweg. All das hilft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, ein genaueres Bild davon zu zeichnen, wie unser Universum zu dem wurde, was es heute ist.

Auch das Heidelberger Max-Planck-Instituts für Astronomie (MPIA) wird an PRIMA beteiligt sein: "Wir sind stolz darauf, dass das MPIA mit seiner Expertise erneut zu einem wegweisenden NASA-Weltraumteleskop beitragen kann, das nun die nächste Entwicklungsstufe erreicht hat", sagt Oliver Krause, der die technischen Beiträge des MPIA für die PRIMA-Mission verantwortet. Er leitet die Forschungsgruppe Infrarot-Weltraumastronomie, die an der Abteilung Planetenentstehung und Exoplaneten angesiedelt ist. "PRIMA wird wertvolle Beobachtungen für wichtige Forschungsschwerpunkte unseres Instituts liefern, etwa zur Entstehung von Planeten und Sternen. Durch unsere geplanten Hardware-Beiträge sichern wir uns den direkten Zugang zu diesen Daten", erläutert der emeritierte MPIA-Direktor Thomas Henning. Er hat das wissenschaftliche Programm der Mission mitgestaltet und die Festlegung der Anforderungen für das Erreichen der wissenschaftlichen Ziele mitgeprägt.

Gemäß Projektplan entwickelt das MPIA zwei hochpräzise, aktiv gesteuerte Spiegel zur Strahlführung, sogenannte zweiachsige Fokalebenen-Chopper. Sie versorgen je eines der beiden Hauptinstrumente des Teleskops: die Kamera PRIMAger (PRIMA Imager) und das Spektrometer FIRESS (Far-InfraRed Enhanced Survey Spectrometer). Ihre Aufgabe ist es, das Sichtfeld der Instrumente durch das Teleskop schnell und punktgenau auf wechselnde Himmelsregionen auszurichten und zu stabilisieren. "Nach unseren Beiträgen zu zahlreichen erfolgreichen Weltraumteleskopen ist PRIMA der logische nächste Schritt", sagt MPIA-Direktorin Myriam Benisty, die die Abteilung Planetenentstehung und Exoplaneten leitet.

Die NASA wählte PRIMA nach einer eingehenden Bewertung von Konzeptstudien für Probe-Explorer-Missionen aus. Die Entscheidung basierte auf deren wissenschaftlicher Relevanz, der Machbarkeit der Entwicklungspläne hinsichtlich Kosten und Zeitplan sowie dem Einsatz von Technologien, die auch die Entwicklung künftiger Großmissionen unterstützen können. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Südkalifornien, das am Caltech angesiedelt ist, übernimmt das Projektmanagement der PRIMA-Mission. Weitere Partner sind das Goddard Space Flight Center und das Marshall Space Flight Center der NASA in Huntsville (Alabama). An der PRIMA-Mission beteiligen sich zudem internationale Partner: die französische Raumfahrtagentur CNES, die italienische Raumfahrtagentur ASI, das DLR als unmittelbare Förderagentur des MPIA, die kanadische Raumfahrtagentur CSA, das Koreanische Astronomie- und Weltraumforschungsinstitut KASI, die japanische Raumfahrtagentur JAXA und die Raumfahrtagentur des Vereinigten Königreichs.

Das Explorers-Programm ist das älteste durchgehend betriebene Programm der NASA. Es bietet regelmäßigen, kostengünstigen Zugang zum Weltraum für wissenschaftliche Untersuchungen, die für die Astrophysik- und Heliophysikprogramme des Wissenschaftsdirektorats relevant sind. Seit dem Start von Explorer 1 im Jahr 1958, der die Strahlungsgürtel der Erde entdeckte, wurden im Rahmen des Explorers-Programms mehr als 100 Missionen gestartet – darunter die Missionen Uhuru und Cosmic Background Explorer (COBE), deren Forschende mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden.

Forum
NASA gibt grünes Licht für nächste Entwicklungsphase des neuen Weltraumteleskops. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
siehe auch
PRIMA: Deutsche Beteiligung an möglichem NASA-Infrarotteleskop - 15. November 2024
Links im WWW
Max-Planck-Institut für Astronomie
In sozialen Netzwerken empfehlen
 
 
Anzeige
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | astronews.com ist mir was wert | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Cookie-Einstellungen
     ^ Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2023. Alle Rechte vorbehalten.  W3C
Diese Website wird auf einem Server in der EU gehostet.

© astronews.com / Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999 - 2020
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.


URL dieser Seite: https://www.astronews.com:443/news/artikel/2026/09