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Erstes Trio der neuen Meteosat-Satelliten komplett
Redaktion
/ Pressemitteilung des DLR astronews.com
2. September 2026
Mit dem Start des Wettersatelliten MTG-I2 in der vergangenen
Woche ist das erste Trio der Meteosat-Third-Generation-Satelliten komplett. Der
neue Satellit dürfte die Schnelligkeit und Genauigkeit der Wetterbeobachtung und
der kurzfristigen Wettervorhersage in Europa deutlich verbessert. Nach
erfolgreicher Inbetriebnahme wird er als Meteosat-14 seinen Dienst
versehen.

Mit Meteosat
Third Generation – Imager 2 startete der dritte
Satellit der
Meteosat-Third-Generation-Satelliten.
Bild: ESA /
Mlabspace [Großansicht] |
Am 27. August 2026 um 22:11 Uhr MEZ (17:11 Uhr Ortszeit) ist der Satellit
MTG-I2 (Meteosat Third Generation – Imager 2) an Bord einer Ariane-6-Rakete vom
europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) gestartet. Er
vervollständigt als Meteosat-14 das erste Trio der
Meteosat-Third-Generation-Satelliten. Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen
Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt die deutsche Beteiligung am
MTG-Programm in enger fachlicher Abstimmung mit dem Deutschen Wetterdienst
(DWD). Das Bundesministerium für Verkehr finanziert den deutschen Beitrag des
Programms.
"Mit Meteosat Third Generation beginnt eine neue Qualität der
Wetterbeobachtung aus dem All. Präzisere und schnellere Daten helfen uns,
Unwetter früher zu erkennen, die Bevölkerung besser zu informieren und unsere
Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen. Deutschland übernimmt dabei
Verantwortung: Das Bundesverkehrsministerium finanziert den überwiegenden Teil
des deutschen Beitrags an diesem europäischen Zukunftsprojekt. Gemeinsam mit dem
Deutschen Wetterdienst und der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR investieren wir
damit ganz konkret in Sicherheit, Vorsorge und technologische Spitzenleistung
made in Germany für ganz Europa", sagt Bundesverkehrsminister Steffen Bilger.
"Im METEOSAT-Programm zeigt sich die innovative Stärke und Leistungsfähigkeit
der deutschen und europäischen Industrie sowie des Raumfahrtstandortes
Deutschland, wie auch die gute und enge Zusammenarbeit auf deutscher und
europäischer Ebene. Durch eine spürbare Verbesserung der Wettervorhersage wird
deutlich, welchen großen positiven Einfluss die Raumfahrt auf das tagtägliche
Leben der Menschen auf der Erde hat", sagt Dr. Walther Pelzer,
DLR-Vorstandsmitglied und Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR.
Zusammen mit Meteosat Third Generation Imager-1 (MTG-I1) und
Meteosat Third Generation Sounder-1 (MTG-S1) kann MTG-I2 Europa künftig im
2,5-Minuten-Takt vollständig scannen. Das ist doppelt so schnell wie der
Rapid-Scan-Service der Vorgängergeneration der Meteosat-Satelliten. Durch die
höhere Beobachtungsfrequenz erhalten Wetterdienste schneller aktuelle
Informationen über die Entwicklung von Unwettern und können diese so
kurzfristiger vorhersagen. Auch die klassische drei- bis sieben-Tage-Vorhersage
wird dadurch präziser.
Die dritte Generation von Meteosat-Satelliten liefert Wetterbeobachtungsdaten
mit doppelt so hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung sowie einer hundertfach
höheren Datenrate im Vergleich zu den Meteosat-Vorgängerversionen. Zudem sind
Systeme zur Erfassung von Blitzen (Lightning Imager) und der europaweiten
Luftverschmutzung verbaut. Die MTG-Baureihe wurde im Auftrag der Europäischen
Organisation zur Nutzung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT) von der
Europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelt.
1977 begann mit METEOSAT-1 die kontinuierliche Wetterbeobachtung aus dem
Weltraum. Die aktuelle Baureihe besteht aus insgesamt sechs Satelliten, die in
Serie gestartet werden, um über die nächsten 25 Jahre routinemäßig Wetterdaten
zu generieren. Es gibt zwei Satellitentypen: vier Satelliten mit abbildenden
Instrumenten, den sogenannten Imagern (MTG-I1-4), und zwei Satelliten mit
spektral hochauflösenden Instrumenten, den sogenannte Soundern (MTG-S1-2).
MTG-I1 startete 2022, 2025 folgte MTG-S1. Die Satelliten werden bis
voraussichtlich ins Jahr 2040 hinein sukzessive gestartet. Aufbauend auf dem
Erbe der Meteosat-Satelliten der ersten und zweiten Generation wird die dritte
Generation von Meteosat (MTG) die Sturmvorhersage revolutionieren, die
Wettervorhersage verbessern, die Klimaaufzeichnungen erweitern und eine breite
Palette wichtiger Beobachtungen liefern.
Satellitendaten sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. So profitieren
beispielsweise Feuerwehren oder der Katastrophenschutz von der flächendeckenden
Überwachung des Wettergeschehens und der rechtzeitigen Warnung vor Unwettern.
Politik, Verwaltung und Wirtschaft können sich dank Satellitendaten frühzeitig
über Klimaveränderungen informieren und sich darauf vorbereiten. Die Sicherheit
und Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs, der Seefahrt und des Küstenschutzes
werden auch durch Beobachtungsdaten aus dem Weltall ermöglicht. Auf präzise
Wetterinformationen und Vorhersagen sind insbesondere die Wasserwirtschaft,
Land- und Forstwirtschaft, Energie- und Bauwirtschaft, das Versicherungswesen
oder der Tourismus angewiesen.
An der Entwicklung der europäischen MTG-Satelliten ist Deutschland mit etwa
30 Prozent beteiligt. Die Firma OHB ist zuständig für den Bau aller sechs
Plattformen der MTG-I- und MTG-S-Satelliten sowie für die beiden Infrarot-Sounder-Instrumente
auf den MTG-S-Satelliten. Sie liefern Rückschlüsse auf Temperatur,
Luftfeuchtigkeit und indirekt auch den Wind in verschiedenen Höhen der
Erdatmosphäre sowie auf die Verteilung wichtiger Spurengase. Die Firma Airbus DS
ist maßgeblich an der Entwicklung und dem Bau des Sentinel-4-Instruments, einem
Spektrometer zur Messung der Luftqualität, auf den MTG-S-Satelliten beteiligt.
Das Earth Observation Center (EOC) des DLR erstellt die operationellen
Softwaresysteme zur Ableitung geophysikalischer Produkte des
Sentinel-4-Instruments. Bei der Entwicklung und Produktion der Instrumente sind
in den Bereichen Optik, Elektronik und mechanische Strukturen auch weitere
deutsche Firmen beteiligt.
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