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AXIONEN
Bessere Suche nach einem bislang unentdeckten Elementarteilchen
Redaktion / idw / Pressemitteilung der Universität Bonn
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25. August 2026

Neuer Schub für die Suche nach einem bisher unentdeckten Elementarteilchen: Dank einer Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft kann nun ein spezielles Magnetsystem gebaut werden. Ziel des BabyIAXO genannten Projekts ist die Suche nach dem Axion, einem bisher unentdeckten Elementarteilchen. Sein Nachweis könnte mehrere Probleme der modernen Physik lösen.

BabyIAXO

CAD-Modell von BabyIAXO: Der Magnet, der nun mit einem Großgeräteantrag von der DFG mit gefördert wird, ist der große gelbe Zylinder. Bild: IAXO Collaboration [Großansicht]

Ein zehn Meter langer Magnet, betrieben bei circa minus 270 Grad Celsius, der durch eine bewegliche Plattform zwölf Stunden am Tag die Sonne verfolgen kann: Dank einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligten Förderung in Höhe von sechs Millionen Euro können die Physikerinnen und Physiker des Projekts "BabyIAXO" nun mit dessen Umsetzung beginnen. "Das ist der größte Dipolmagnet, der jemals für die Teilchenphysik gebaut wurde", freut sich Prof. Dr. Matthias Schott, Koordinator des Forschungsantrags und Sprecher des Transdisziplinären Forschungsbereichs (TRA) "Matter" der Universität Bonn. "Der Magnet ist das Herzstück des Experiments und macht die Realisierung von BabyIAXO erst möglich."

Das System von BabyIAXO hat es in sich: Der supraleitende Magnet muss bei circa minus 270 Grad Celsius betrieben werden, um die benötigten Magnetfeldstärken zu erreichen. Zudem ist ein spezielles Design notwendig, da sich der Magnet weit nach oben und nach unten neigen muss, um der Sonne zu folgen. Aufgebaut wird das System am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg.

Wie der Name schon andeutet, ist "BabyIAXO" ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einem noch größeren "ausgewachsenen" Magnetsystem: Das International Axion Observatory (IAXO) ist für die doppelte Größe, also mit einem 20 Meter langen Magneten, anvisiert – das bisher größte geplante Helioskopexperiment auf der Suche nach Axionen. Das Teleskop soll die Sonne mit einer bisher nicht da gewesenen Sensitivität untersuchen: etwa 10.000-mal effizienter als das bisher leistungsfähigste Helioskop. So soll es endlich den Beweis für das Axion liefern.

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"IAXO wird über acht Messplätze verfügen, die jeweils mit verschiedenen Teleskopen und Detektoren ausgestattet werden können", sagt Prof. Dr. Klaus Desch von der Universität Bonn, Vorsitzender der IAXO-Kollaboration. "So können wir nach Axionen mit verschiedenen Eigenschaften suchen und einen möglichst großen Bereich möglicher Axionen erfassen."

"Die Technologien und Instrumente, die IAXO benötigt, müssen wir zunächst selbst entwickeln", fügt die stellvertretende Sprecherin von IAXO, Prof. Dr. Julia Vogel von der Technischen Universität Dortmund, hinzu. "Dafür sind intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie umfangreiche experimentelle Tests notwendig. BabyIAXO ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg."

Manch einer mag sich nun fragen: Warum der große Aufwand, um ein hypothetisches Elementarteilchen zu finden? Für die Physik stellt sich diese Frage nicht: Könnten sie das Axion nachweisen, hätten sie ein fundamentales Problem des Standardmodells der Teilchenphysik gelöst, das sogenannte "starke CP-Problem". Gemeint ist damit folgendes: Nach den bekannten Naturgesetzen sollten sich viele physikalische Prozesse nicht ändern, wenn man Teilchen durch ihre Antiteilchen ersetzt und gleichzeitig das System räumlich spiegelt. Physikerinnen und Physikern ist bekannt, dass diese sogenannte CP-Symmetrie bei der schwachen Wechselwirkung verletzt wird. Die Theorie der starken Wechselwirkung, die Quarks zu Protonen und Neutronen bindet, lässt ebenfalls eine solche CP-Verletzung zu.

"Trotz jahrzehntelanger Experimente konnten Physikerinnen und Physiker eine solche Verletzung jedoch nicht beobachten", erklärt Schott. Um diesen Widerspruch zu lösen, postulierten Roberto Peccei und Helen Quinn 1977 das Axion. Dabei handelt es sich um ein hypothetisches Elementarteilchen mit extrem geringer Masse, das nur äußerst schwach mit gewöhnlicher Materie wechselwirkt. "Diese Eigenschaften machen das Axion zudem zu einem sehr guten Kandidaten für Dunkle Materie", betont Desch - also gleich zwei gute Gründe, warum Physikerinnen und Physiker weltweit nach experimentellen Hinweisen seiner Existenz suchen.

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