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Wie Pflanzenanbau auf dem Mars funktionieren könnte
Redaktion
/ Pressemitteilung des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und
Mikrogravitation astronews.com
20. März 2026
Wie versorgt man Astronautinnen und Astronauten während
einer Marsmission mit frischen Lebensmitteln? Eine Möglichkeit wäre der Anbau
von Pflanzen vor Ort - am besten mithilfe der lokal vorhandenen Ressourcen.
Einem Forschungsteam aus Bremen ist genau dies gelungen: Sie stellten ein
Düngemittel aus Marsressourcen her und nutzten es zum Anbau von Wasserlinsen.

Mithilfe des hergestellten Düngers konnten
diese Wasserlinsen erfolgreich herangezüchtet
werden.
Foto: Tiago Ramalho [Großansicht] |
Ein Forschungsteam des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und
Mikrogravitation (ZARM), der Umweltverfahrenstechnik (UVT) der Universität
Bremen und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat einen
bedeutenden Fortschritt auf dem Weg zu einer autarken Marsmission erzielt: Ein
Düngemittel, das aus Marsressourcen hergestellt werden kann, wurde erfolgreich
zum Anbau essbarer Biomasse eingesetzt.
Die Grundlage zur Herstellung des Düngers bilden Cyanobakterien, auch bekannt
als Blaualgen. Sie bringen gleich mehrere Eigenschaften mit, die sie für den
Einsatz auf dem Roten Planeten besonders geeignet machen: Sie können
Kohlendioxid aus der Marsatmosphäre binden, Sauerstoff produzieren und wichtige
Nährstoffe direkt aus dem Marsboden extrahieren. Die verwendeten Cyanobakterien
wurden mit simulierten Marsressourcen gezüchtet, u. a. mit einem künstlich
produzierten Regolith, das dem Marsgestein nachempfunden ist. Anschließend
werden die Cyanobakterien in einem anaeroben Vergärungsprozess von Mikroben in
einen nährstoffreichen Gärrest umgewandelt – ganz ohne Sauerstoff und
ausschließlich mit potenziell vor Ort verfügbaren Materialien.
In der nun veröffentlichten Studie wurde der Vergärungsprozess gezielt
optimiert. So führte das Erwärmen der Biomasse vor der Verarbeitung zu einer
schnelleren Zersetzung, wobei sich eine Betriebstemperatur von 35 Grad Celsius
als ideal für den Vergärungsprozess erwies. Zudem bleibt das Verhältnis zwischen
der Menge der eingesetzten Biomasse und der Ammoniumausbeute konstant. Mehr
Cyanobakterien erzeugen also auch mehr Ammonium, welches ein zentraler
Bestandteil für die spätere Nutzung als Düngemittel ist.
Als Hauptquelle für Mineralstoffe im Dünger wurde ein Marsstaubsimulans
(MGS-1) verwendet, was zeigt, dass die Fermentation mit lokalen Ressourcen
durchgeführt werden kann. Der entstandene Dünger wurde für den Anbau der
Wasserlinse (Lemna sp.) eingesetzt, einer schnellwachsenden, proteinreichen
Wasserpflanze, die in Südostasien bereits seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel
genutzt wird. Besonders bemerkenswert: Aus nur einem Gramm getrockneter
Cyanobakterien konnten 27 Gramm frische, essbare Pflanzenmasse gewonnen werden.
"Man kann sich das vorstellen wie einen Gemüsegarten auf dem Mars, der
komplett mit lokalen Ressourcen betrieben wird – ohne mitgebrachte Erde, Dünger
oder Wasser", erklärt Tiago Ramalho von der Universität Bremen. "Unsere
Ergebnisse zeigen: Kreislaufwirtschaft im All ist möglich." Die verwendete
Pflanze Lemna spp. hat nicht nur in der Raumfahrt Potenzial: Sie wächst schnell,
ist nährstoffreich, leicht anzubauen und vollständig essbar. In der EU ist sie
bereits als Lebensmittel zugelassen und gilt als Anwärter für das nachhaltige
Superfood der Zukunft – auf der Erde wie im Weltall.
Neben der Produktion von Nahrungsmitteln bietet das System einen weiteren
Vorteil: Bei der Vergärung entsteht Methan, das als Energiequelle genutzt werden
kann. "Diese Arbeit zeigt, wie Pflanzen aus natürlichen Ressourcen auf dem Mars
unter Verwendung von Mikroben als Zwischenprodukt gezüchtet werden könnten. Sie
kann auch als Grundlage für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion dort
dienen", sagt Prof. Cyprien Verseux, Leiter des Labors für angewandte
Weltraum-Mikrobiologie am ZARM.
Über ihre Ergebnisse berichtete das Team jetzt in der Fachzeitschrift
Chemical Engineering Journal.
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Mission Mars, die astronews.com-Berichterstattung über die Erforschung des
Roten Planeten
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