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SOVA-S soll die Dynamik der oberen Atmosphäre erforschen
Redaktion
/ idw / Pressemitteilung der Universität Greifswald astronews.com
5. Juni 2026
Ab 2030 soll der Kleinsatellit SOVA-S die Dynamik der oberen
Atmosphäre erforschen. Der Missionsvorschlag, an dem auch deutsche Universitäten
beteiligt sind, setzte sich jetzt gegen mehrere konkurrierende Projekte durch und soll
im Rahmen des Scout-Programms der europäischen Weltraumorganisation ESA
realisiert werden.

Die ESA-Scout-Mission SOVA-S. Die Abkürzung steht für "Satellite
Observation of Waves in the Atmosphere – Scout".
Bild: OHB Czechspace [Großansicht] |
Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat den Weg für die
Satellitenmission SOVA-S (Satellite Observation of Waves in the Atmosphere –
Scout) frei gegeben. Das Earth Observation Programme Board der ESA beschloss am
20. Mai 2026 die Umsetzung der Mission, die ab 2030 die Dynamik der oberen
Atmosphäre erforschen wird. SOVA-S setzte sich im Auswahlverfahren gegen mehrere
konkurrierende Vorschläge durch und wird als vierte Mission im
ESA-Scout-Programm realisiert. Die Mission steht unter der Leitung des
tschechischen Raumfahrtunternehmens OHB Czechspace. Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sowie der
Universitäten Augsburg und Greifswald tragen entscheidend zum Erfolg des
Projekts bei.
Im Mittelpunkt der Mission stehen sogenannte atmosphärische Schwerewellen.
Diese Wellen entstehen unter anderem durch Gewitter, Gebirge oder Windscherungen
und beeinflussen die Zirkulation der Atmosphäre bis in Höhen von mehr als 100
Kilometern. Mit einem Messverfahren wird SOVA-S zweidimensionale Aufnahmen von
Hydroxyl-Emissionen (OH) erfassen und daraus globale Temperaturfelder in der
oberen Mesosphäre ableiten. Die gewonnenen Daten sollen helfen, grundlegende
Prozesse der Atmosphäre besser zu verstehen.
Schwerewellen sind ein wesentlicher Grund dafür, dass die Temperaturen über
dem Sommerpol in rund 80 bis 90 Kilometern Höhe deutlich niedriger sind als über
dem Winterpol – obwohl dort dauerhaft die Sonne scheint. Eine Schlüsselrolle bei
der wissenschaftlichen Vorbereitung spielte Prof. Dr. Christian von Savigny vom
Institut für Physik der Universität Greifswald. Er leitete das wissenschaftliche
Expertengremium, das den Missionsantrag während des Auswahlverfahrens
begleitete. "Wir freuen uns riesig über die Auswahl der Mission SOVA-S, die ab
2030 für mindestens zwei und hoffentlich fünf Jahre eine kontinuierliche und
globale Beobachtung von Schwerewellen in der oberen Mesosphäre ermöglichen
wird“, sagt von Savigny.
Die wissenschaftliche Gesamtverantwortung für die Mission liegt bei Prof. Dr.
Michael Bittner und Dr. Sabine Wüst von der Universität Augsburg. Mit einem
Gesamtbudget von maximal 35 Millionen Euro und einer Entwicklungszeit von nur
drei Jahren zählen ESA-Scout-Missionen zu den besonders innovativen und
effizient umgesetzten Raumfahrtprojekten Europas. SOVA-S wird einen wichtigen
Beitrag zur Atmosphärenforschung leisten und zugleich die Sichtbarkeit deutscher
Forschung in der europäischen Raumfahrt stärken.
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