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Feuriges Ende für Satellit zur Feuerüberwachung
Redaktion
/ Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. astronews.com
23. Januar 2026
Der Kleinsatellit BIROS des DLR ist gestern in die
Erdatmosphäre eingetreten und vollständig verglüht. BIROS hatte seit 2016
verschiedenste Brandherde und Vulkanausbrüche mittels eines hochsensiblen
Infrarotkamerasystems erfasst. Die Erfahrungen aus der Mission liefern wichtige
Erkenntnisse für zukünftige Kleinsatellitenmissionen.

BIROS war der zweite Satellit der Mission
FireBIRD. Die Hauptnutzlast war ein hochsensibles
Infrarot-Kamerasystem.
Foto: DLR (CC BY-NC-ND 3.0) [Großansicht] |
Knapp zehn Jahre lang hat der Kleinsatellit BIROS (Bi-spectral InfraRed
Optical System) Waldbrände, Vulkanausbrüche und weitere Hochtemperaturereignisse
auf der Erde detektiert. Am 22. Januar 2026 verglühte der Feuerspäher des
Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vollständig in der
Erdatmosphäre. Der Mikrosatellit BIROS war neben dem fast baugleichen TET-1
(Technologie-Erprobungsträger) der zweite Satellit der FireBIRD-Mission.
Die Hauptnutzlast beider Orbiter bestand aus dem hochsensiblen
Infrarotkamerasystem HSRS (Hot Spot Recognition System), das mit zwei
Spektralbändern im mittleren und thermalen Infrarotbereich Feuer "unter die
Lupe" nehmen konnte. Doch nicht nur Vegetationsbrände konnten mit dem
Satellitenpaar TET-1 und BIROS genauer bewerten werden, sondern auch andere
Hochtemperaturereignisse wie aktive Vulkane, brennende Schiffe,
Industrie-Hotspots, Gasfackeln, chemische Hitzeentwicklungen oder schwelende,
teilweise unterirdische Kohleflözfeuer.
Mit seinen beiden Infrarotkanälen war BIROS in der Lage, sich automatisch an
unterschiedliche Temperaturen zwischen 300 und 1300 Grad Celsius anzupassen.
Somit konnte er sowohl Feuer als auch heiße Lava bildhaft erkennen und bewerten.
Diese Fähigkeit machte ihn einzigartig. Verschiedene Feuerereignisse zeigten,
dass mit der Infrarotkamera kleine Feuer von nur zehn Quadratmetern Ausdehnung
zu erkennen waren und gleichzeitig riesige Buschbrände oder großflächige
Lavaströme beobachtet werden konnten, ohne dass die Infrarotkamera übersteuerte,
also das Feuersignal nicht begrenzen konnte. So konnte BIROS in einer einzigen
Aufnahme sowohl Hochtemperaturereignisse als auch Normaltemperaturphänomene
zuverlässig abbilden.
Dafür nutzte das Kamerasystem seine mittleren und thermalen Infrarotkanäle
mit anpassungsfähigen Messbereichen, wie sie bei keinem anderen
Infrarotkamerasystem auf einem Kleinsatelliten verfügbar sind. Die mit BIROS in
der FireBIRD-Mission gesammelten Erfahrungen lieferten wichtige Erkenntnisse für
zukünftige Kleinsatellitenmissionen. Diese sollen die Erde noch genauer und
detailreicher im mittleren und thermalen Infrarotbereich beobachten können, also
bei Wellenlängen von etwa vier und zehn Mikrometern.
Der Satellit BIROS ging aus den Vorläufersatelliten BIRD und TET-1 hervor.
Entwickelt und gebaut wurde BIROS im DLR-Institut für Optische Sensorsysteme
(heute DLR-Institut für Weltraumforschung) in Berlin-Adlershof, zusammen mit der
Firma Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH. Beteiligt an der
BIROS-Satelliten-Softwareentwicklung war zudem das DLR-Institut für
Softwaretechnologie aus Braunschweig und die Julius-Maximilians-Universität
Würzburg. Die Berliner Firma Aerospace Innovation GmbH und das DLR-Institut für
Aerodynamik und Strömungstechnik in Göttingen waren verantwortlich für das
Antriebssegment.
Das Bodensegment der FireBIRD-Mission setzte sich aus mehreren
DLR-Einrichtungen zusammen. Die Steuerung und Überwachung der Satelliten TET-1
und BIROS erfolgte über das Raumfahrt-Kontrollzentrum (GSOC) in
Oberpfaffenhofen, wobei die Primärbodenstation in Weilheim für die direkte
Satellitenkommunikation genutzt wurde. Der Empfang der Messdaten sowie deren
systematische Verarbeitung, Archivierung und Verteilung an die
wissenschaftlichen Einrichtungen wurden von der Bodenstation des Deutschen
Fernerkundungsdatenzentrums (DFD) in Neustrelitz übernommen.
Bereits in der Entwicklungsphase zeigte das BIROS-Projekt eine klare und
effiziente Aufgabenverteilung: Das DLR übernahm die systemtechnische
Vorlaufforschung, während die mittelständische Industrie für die Entwicklung,
Herstellung und den Vertrieb standardisierter Satellitenbus-Komponenten
verantwortlich waren. Der erfolgreiche Verlauf der FireBIRD-Mission belegte
zudem, dass das DLR in enger Zusammenarbeit mit Industrie und Universitäten in
der Lage ist, Raumfahrtmissionen in komplexen Teamstrukturen über alle
Missionsphasen hinweg erfolgreich zu planen und umzusetzen.
Der Satellit TET-1 war bereits am 18. November 2022 in die Erdatmosphäre
eingetreten und dabei vollständig verglüht.
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