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Verrät Gammastrahlung Dunkle Materie?
von Rainer Kayser
2. Oktober 2003
Astronomen aus Großbritannien und Frankreich glauben, erstmalig direkte
Hinweise auf die so genannte Dunkle Materie aufgespürt zu haben. Ihrer
Auffassung nach lässt sich Gammastrahlung aus dem Zentralbereich unserer
Milchstraße durch den Zerfall bislang unbekannter Elementarteilchen
erklären, aus denen die geheimnisvolle Materie besteht.

Unser Universum (hier:
Galaxien im Hubble Deep Field) besteht hauptsächlich aus
Dunkelmaterie. Foto:
STScI / NASA
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"Ich habe alles stehen und liegen lassen, um an dieser Sache zu
arbeiten", drückt Dan Hooper von der University of Oxford seine
Begeisterung für die Entdeckung aus. Die Gammastrahlung aus der
Milchstraße war von dem im Oktober 2002 gestarteten europäischen
Satelliten Integral entdeckt worden. Bislang hatten die Astronomen keine
plausible Erklärung für die Erzeugung dieser Strahlung.
Die Gammastrahlung hat eine Energie von 511 Kilo-Elektronenvolt (keV),
das ist genau die Energie für die gegenseitige Vernichtung von
Elektronen und Positronen. Niemand hatte jedoch bislang eine Erklärung,
wo die Positronen - positiv geladene Antiteilchen der Elektronen -
herkommen könnten.
Hooper und seine Kollegen glauben, dass die Positronen und Elektronen
durch den Zerfall eines leichten Elementarteilchens entstehen, dass kaum
in Wechselwirkung mit normaler Materie tritt. Etwa 90 Prozent der Masse
des Universums besteht nach heutigen Erkenntnissen aus der unsichtbaren
Dunklen Materie. Diese Substanz konnte bislang nur durch ihre
Schwerkraft nachgewiesen werden. Bestätigen sich die Überlegungen von
Hooper und seinem Team, wäre dies ein Durchbruch in der Erforschung der
Dunklen Materie, da sich erstmals direkte Rückschlüsse auf die Masse
ihrer Teilchen ziehen ließe.
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