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CHANDRA DEEP FIELD
Mehr als 100.000 Galaxien im Blick
von Hans Zekl
für astronews.com
17. Januar 2003

Neben den Hubble-Deep-Field Aufnahmen, die Astronomen schon seit langem in Atem halten, hat auch der Röntgensatellit Chandra weit in die Tiefe des Weltalls geschaut. Astronomen der europäischen Südsternware haben dieses Chandra Deep Field South über mehrere Jahre untersucht und so beachtliche Daten über das Universum zusammengetragen.

Chandra Deep Field South

Das Chandra Deep Field South. Foto: ESO [Großansicht]

Je tiefer man in das Universum blickt, umso weiter schaut man in seine Frühphasen zurück. Richtig tiefe Einblicke sind allerdings nur an wenigen Stellen des Himmels möglich. Neben den beiden Hubble-Deep-Fields beobachtete der Röntgensatellit Chandra in einem weiteren kosmischen Fenster Objekte aus der Frühzeit des Universums. Dieses Feld wurde nun von der Europäischen Südsternwarte ESO im Detail untersucht.

Drei europäische Astronomenteams beobachteten in den letzten Jahren diesen Bereich im Sternbild Chemischer Ofen (Fornax) mit dem 2,2m-Teleskop auf La Silla in Chile mit einer Gesamtbeobachtungszeit von etwa 50 Stunden. Insgesamt umfasst das untersuchte Gebiet eine Fläche, die etwas größer als der Vollmond ist. Darin sind mehr als 100.000 Galaxien, mehrere tausend Sterne und Hunderte Quasare zu finden. Dennoch ist es nach astronomischen Standards erstaunlich leer. Tatsächlich ist die Dichte naher und heller Galaxien nur halb so groß wie in normalen Himmelsfeldern. Dafür erlauben aber solche Bereich äußerst tiefe Einblicke in sehr frühe Phasen, als das Universum noch sehr jung war.

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Obwohl die Aufnahme der ESO nicht so weit reicht wie die Bilder der Hubble-Deep-Fields (HDF), beeindruckt sie durch ihren "Inhalt". Das Bild enthält 50 mal mehr Galaxien als die HDFs und liefern somit einen vollständigeren Blick in das junge Universum. Damit steht Wissenschaftlern nun umfangreiche und systematische Daten zur Verfügung, die detaillierte Studien über alle Evolutionsphasen ermöglichen seit das Universum etwa zwei Milliarden Jahre alt war. Insbesondere erwarten die Forscher neue Erkenntnisse über eine ganze Reihe wichtiger kosmologischer Fragen: Wie und wann wurde die erste Sterngeneration geboren? Wann wurde der neutrale Wasserstoff zum ersten mal durch die ersten heißen Sterne und aktiven Galaxien ionisiert? Wie entwickelten sich Galaxien und Galaxienhaufen in den letzten 13
Milliarden Jahren? Was verbirgt sich tatsächlich hinter den schwer fassbaren Objekten
im Infrarot und Submillimeter-Bereich? Und schließlich: Wie viele Galaxien hatten früher einen aktiven Kern - möglicherweise mit einem Schwarzen Loch im Zentrum - und wie lange dauerte diese Phase?

Da die Beobachtungen sich über mehrere Jahre erstreckten können auch Änderungen, die in dieser Zeit stattfanden, untersucht werden: So lässt sich beispielsweise ermitteln, wie viele veränderliche Quellen zu sehen sind und welche Eigenschaften sie haben, wie viele Supernovae es in einem bestimmten Zeitraum gibt und wie sich ihre Häufigkeit im Laufe der Zeit ändert sowie welche Abhängigkeiten zwischen diesen Prozessen bestehen. Zweifellos werden die nun folgenden Untersuchungen der Daten des Chandra Deep Fields aufregend sein und viele neue Erkenntnisse liefern.

Links im WWW
Pressemitteilung der ESO mit Bildern und weiteren Informationen
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