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EARTH EXPLORER
Drei Mission könnten der zwölfte Earth Explorer werden
Redaktion / Pressemitteilung der ESA
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5. Oktober 2026

Im Rahmen ihres Programms FutureEO entwickelt die europäische Weltraumorganisation ESA zukunftsweisenden Techniken zur Erdbeobachtung. Eine zentrale Komponente des Programms sind die Earth-Explorer-Missionen. Aktuell läuft die Auswahl des zwölften Earth Explorer. Drei spannende Mission sind dafür noch im Rennen.

Earth Explorer

Die ESA sucht ihre zwölfte Earth-Explorer-Mission. Bild: ESA [Großansicht]

Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht die zwölfte Mission ihres Earth-Explorer-Programms und ist dabei nun einen weiteren Schritt vorangekommen: Der ESA-Programmausschuss für Erdbeobachtung wählte in der vergangenen Woche die drei Missionskandidaten, ECO, Keystone und CryoRad, aus, um in die nächste Vorbereitungsphase vorzurücken. Ausschlaggebend waren sowohl ihr wissenschaftlicher Wert als auch programmatische Erwägungen. Vorausgegangen war eine Nutzerkonsultation im Juli, bei der die wissenschaftliche Community vier Missionskonzepte eingehend geprüft hatte. Auf dieser Grundlage bewertete der beratende Ausschuss für Erdbeobachtung der ESA (ACEO) den wissenschaftlichen Nutzen der einzelnen Missionen und legte folgende Rangfolge fest: ECO, Keystone, CryoRad, Hydroterra+.

"ECO würde sich auf das globale mittlere Energieungleichgewicht der Erde (Earth Energy Imbalance, EEI) konzentrieren", erläutert Prof. Rene Forsberg im Namen des ACEO. "Es ist die grundlegendste Klimavariable und gilt weithin als die wichtigste seit Langem bestehende Wissenslücke, wenn es darum geht, den fortschreitenden Klimawandel zu quantifizieren. Zudem ließe sich mit ECO bewerten, wie wirksam Klimaschutzmaßnahmen sind." In Anerkennung der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung des EEI haben die ESA und ihre Mitgliedstaaten der Wissenschaft Vorrang gegeben: Das äußerst anspruchsvolle ECO-Konzept erhält die Chance, im Rahmen der Earth-Explorer-12-Aktivitäten weiter untersucht zu werden.

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Auch die Relevanz von Keystone hob Forsberg hervor: "Keystone würde erstmals weltweit direkte Beobachtungen von atomarem Sauerstoff liefern, ergänzt durch Messungen von Temperatur, Wind und relevanten atmosphärischen Bestandteilen am selben Ort, und zwar in 50 bis 250 Kilometer Höhe. Damit würde die Mission grundlegende Wissenslücken in diesem bislang wenig erforschten Teil der Atmosphäre schließen." Zusätzlich würde Keystone auch Metalle aus Weltraumschrott, die in die Atmosphäre eintreten, direkt beobachten. Dessen Menge dürfte Prognosen zufolge künftig exponentiell zunehmen.

Darüber hinaus würdigte der ACEO die überzeugenden Ziele von CryoRad. Das Konzept sieht vor, Temperaturen und die Bedingungen am Grund der polaren Eisschilde direkt zu messen. Die Daten würden helfen, die Dynamik der Eisschilde besser zu verstehen, und damit genauere Einschätzungen des künftigen globalen Meeresspiegels ermöglichen.

"In den vergangenen zwei Jahren wurden alle vier Missionskonzepte umfassend untersucht", unterstreicht Simonetta Cheli, Direktorin für Erdbeobachtungsprogramme der ESA. "Jedes steht für einen ambitionierten Ansatz, die Geowissenschaften und Innovation voranzubringen, passt zu den Zielen des FutureEO-Programms und hat das Potenzial, neue Einblicke in die komplexen, eng miteinander verflochtenen Prozesse zu liefern, die unseren Planeten prägen. Alle Kandidaten haben in dieser Phase herausragenden wissenschaftlichen Ehrgeiz und großes Engagement gezeigt. Ich danke allen Beteiligten für ihren Einsatz und die enorme Arbeit, die in die Entwicklung dieser überzeugenden und äußerst wettbewerbsfähigen Missionskonzepte geflossen ist. Jetzt freuen wir uns darauf, die Entwicklung von ECO, Keystone und CryoRad in der nächsten Phase zu verfolgen."

ECO, Keystone und CryoRad treten nun in die nächste Entwicklungsphase ein. Noch vor der nächsten ESA-Ministerratstagung wird eine der drei Missionen ausgewählt und als Earth Explorer 12 umgesetzt. Ihr Start ist um das Jahr 2036 geplant.

Die Earth-Explorer-Forschungsmissionen sind ein zentraler Bestandteil des FutureEO-Programms der ESA. Seit dem erfolgreichen Start des ersten Earth Explorer im Jahr 2009 übertrifft diese außergewöhnliche Missionsfamilie ausnahmslos immer wieder die Erwartungen. Sie zeigen eindrucksvoll, wie bahnbrechende Technologien eine erstaunliche Bandbreite wissenschaftlicher Erkenntnisse über unseren Planeten liefern kann. Dank ihrer robusten Technik bleiben viele der Satelliten weit über ihre geplante Lebensdauer hinaus im Orbit im Einsatz. Ihre wissenschaftliche Exzellenz und die offene, kostenfreie Datenpolitik sorgen für eine stetig wachsende Gemeinschaft von Nutzerinnen und Nutzern.

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siehe auch
FLEX: Satellit nimmt Photosynthese der Pflanzen ins Visier - 15. September 2026
Earth Explorer: WIVERN soll Windgeschwindigkeit innerhalb von Wolken messen - 25. September 2025
ESA: Mission FLEX wird achter Earth Explorer - 20. November 2015
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