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DER STERNHIMMEL IM SEPTEMBER 2026
Abschied vom Abendstern und Herbstanfang
von Stefan Deiters
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1. September 2026

Endspurt für den Sommer 2026: Am Himmel sind zwar noch immer die Sommersternbilder auszumachen, doch macht sich auch der Herbst mit seinen Sternbildern immer deutlicher bemerkbar. Am 23. September ist es dann soweit - der kalendarische Herbst beginnt. Bei den Planeten heißt es Abschied nehmen von der Venus als Abendstern.

Mond - Jupiter - Mars

Blick nach Osten am frühen Morgen des 9. September 2026. Nahe der schmalen Mondsichel ist Jupiter zu sehen, etwas südlicher und höher der Mars. Bild: astronews.com / Stellarium [Großansicht]

Der Sommer 2026 war für fast alle viel zu heiß und deutlich zu trocken: Die etwas kühleren Tage Ende August dürften daher die meisten sehr begrüßt haben, die Natur freute sich über etwas Regen. Doch noch ist der Sommer 2026 nicht vorüber: Manche - egal ob astronomieinteressiert oder nicht - dürften noch auf eine kleine Zugabe in Form von klaren und nicht zu kalten Nächten hoffen - obwohl es im September in der Nacht schon recht kühl und herbstlich werden kann. Die kühleren Nächte dürften auch der Grund dafür sein, warum die Meteorologen den September in ihren Statistiken schon offiziell als Herbstmonat zählen. Manche sprechen daher auch von einem "meteorologischen Herbstanfang" am 1. September, obwohl es einen solchen offiziell gar nicht gibt.

Für die Astronomie und den offiziellen Kalender ist auf jeden Fall noch mehr als drei Wochen Sommer: Tagundnachtgleiche ist erst am 23. September um 2:05 MESZ. Ab dann sind auf der Nordhalbkugel der Erde die Tage wieder kürzer als die Nächte. Und dass die Tage kürzer werden, macht sich besonders in der Zeit um die Tag- und Nachtgleiche sehr deutlich bemerkbar.

Das Ende des Sommers ist auch am nächtlichen Sternenhimmel zu sehen: Zwar sind dort noch immer die Konstellationen zu finden, die uns auch in den letzten Monaten schon bei unserem Rundgang am Himmel begleitet haben, doch lassen sich inzwischen auch die Sternbilder des Herbstes immer besser beobachten. Ein Beispiel ist das auffällige Rechteck des Pegasus. Dessen nordöstlicher Stern, Sirrah oder Alpheratz genannt, ist übrigens schon Teil des Sternbilds Andromeda.

Wer am Abend einen freien Blick nach Südosten hat, kann hier einen vergleichsweise hellen Stern, nämlich Fomalhaut, oder Alpha Piscis Austrini, entdecken. Er ist der achtzehnthellste Stern am Nachthimmel und liegt in rund 25 Lichtjahre Entfernung im Sternbild Südlicher Fisch (lateinisch Piscis Austrinus).

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Eine gedachte Linie von Fomalhaut zu Atair im Sternbild Adler, dem zwölfthellsten Stern am Nachthimmel, hilft einem auch, ein anderes, weniger auffälliges Sternbild zu finden, das wegen seiner Form auch hin und wieder als "Lächeln am Himmel" bezeichnet wird - das Sternbild Steinbock [Findkarte]. Es liegt in der Mitte unterhalb der Verbindungslinie der beiden hellen Sterne. Der Hauptstern des Steinbocks, Alpha Capricorni (die westliche Ecke des Sternbildes), besteht eigentlich aus zwei Sternen, was sich schon mit guten Augen erkennen lässt. Mit einem Fernrohr kann man auch das einzige Deep-Sky-Objekt ausmachen, das der Steinbock zu bieten hat: den Kugelsternhaufen M 30.

Manche Sternbilder sind das ganze Jahr über am Himmel zu sehen. Dazu gehört etwa das Sternbild Kepheus (Cepheus), das im September jedoch besonders hoch am Himmel steht. Seine Form erinnert an ein Haus, dessen Spitze ungefähr auf den Himmelspol zeigt. Das Sternbild - oder genauer, einer seiner Sterne, nämlich Delta Cephei - wurde Namensgeber einer in der Astronomie sehr wichtigen Gruppe von Sternen, der sogenannten Cepheiden.

Cepheiden sind pulsierende Sonnen, die die Astronomen zur Entfernungsmessung verwenden. Sie ändern regelmäßig ihre Helligkeit und aus den Perioden dieser Helligkeitsänderungen lässt sich die tatsächliche Helligkeit des Sterns berechnen. Ist diese bekannt, kann man durch Vergleich mit der beobachteten Helligkeit auf der Erde die Entfernung des Sterns bestimmen.

Im Sternbild Kepheus befindet sich auch der Stern Mu Cephei, der vor allem im Fernglas durch seine tiefrote Farbe auffällt. Der berühmte Astronom Sir Wilhelm Herschel nannte diesen Stern daher auch "Granatstern". Bei ihm handelt es sich um einen Roten Riesenstern, dessen Helligkeit durch Pulsationen in seiner äußeren Hülle schwankt.

Eigentlich müsste der Saturn der "Star" unter den Planeten im September sein: Der Ringplanet erreicht nämlich am 21. September in den Fischen seine Oppositionsstellung zur Sonne. Der Gasriese ist damit die ganze Nacht über zu sehen und vergleichsweise hell - allerdings fällt die Helligkeit des Ringplaneten in diesem Jahr mit nur 0,6 Magnituden recht bescheiden aus, was auch mit der für die Helligkeit ungünstigen Stellung der Ringe zu tun hat.

Unser Nachbarplanet Venus in der Jungfrau ist weiterhin als "Abendstern" im Westen zu sehen. Am 19. September steht sie im größten Glanz, ist aber immer kürzer am Abendhimmel zu sehen und wird zum Monatsende unbeobachtbar. Unser anderer Nachbar Mars baut seine Sichtbarkeit am Morgenhimmel weiter aus. Er befindet sich im Sternbild Zwillinge. Auch der Gasriese Jupiter ist am Morgenhimmel zu sehen und wandert dort durch die Sternbilder Krebs und Löwe. Der Ringplanet Saturn ist im Sternbild Fische zu sehen und wird zum Planeten der ganzen Nacht. Im Oktober wird er seine Oppositionsstellung erreichen. Merkur ist im September nicht zu sehen.

Für Sternschnuppenfreunde ist der September kein wirklich vielversprechender Monat: Weder die Pisciden, die aus dem Sternbild Fische zu kommen scheinen, noch Ende des Monats die Tauriden mit Radiant im Stier dürften zu einer merklich erhöhten Sternschnuppenaktivität führen.  

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Der Sternhimmel im September 2026 - ergänzende Informationen
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