Anzeige
 Home  |  Nachrichten  | Frag astronews.com  | Bild des Tages  |  Kalender  | Glossar  |  Links  | Forum  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten

astronews.com
astronews.com

Der deutschsprachige Onlinedienst für Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt

Home  : Nachrichten : Amateurastronomie : Artikel [ Druckansicht ]

 
DER STERNHIMMEL IM JUNI 2026
Kurze Nächte und die sonnennächsten Planeten am Abend
von Stefan Deiters
astronews.com
1. Juni 2026

Im Juni beginnt der Sommer, die Temperaturen steigen und die Nächte sind am kürzesten. Unser Nachbarplanet Venus ist weiterhin strahlender Abendstern und bekommt in der ersten Monatshälfte Gesellschaft vom Merkur. Der Gasriese Jupiter gibt seine Abschiedsvorstellung am Abend. Ansonsten locken die Schönheiten des Sommerhimmels.

Venus - Jupiter

Blick nach Nordwestem am Abend des 16. Juni 2026 gegen 23 Uhr MESZ. Links neben der schmalen Mondsichel ist der Jupiter zu sehen, links darüber die helle Venus. Bild: astronews.com / Stellarium [Großansicht]

An manchen Tagen in den vergangenen Wochen kamen vielerorts schon sommerliche Gefühle auf: Temperaturen von über 30 Grad und milde Nächte sorgten dafür, dass manche fast vergessen, dass wir offiziell noch im Frühling sind. Und das bleibt auch noch für rund drei Wochen, wenn auch in diesem Jahr in manchen Medien wieder vom 1. Juni als eine Art Sommeranfang die Rede ist, nämlich vom "meteorologischen Sommeranfang".

Doch dieser "meteorologische Sommeranfang" ist gar keiner. Er wurde von den Meteorologen schlicht eingeführt, um das Führen von Statistiken zu vereinfachen: Monatsweise ist dies halt leichter, als bei einem Jahrzeitbeginn mitten im Monat. Und so beginnt für die Statistik die jeweilige Jahreszeit bereits zu Beginn des Monats, in dessen Verlauf auch der Kalender eine neue Jahreszeit ankündigt. Sommeranfang ist 2026 genau am 21. Juni um 10:24 MESZ.

Im Juni werden die Nächte also zunächst noch für einige Zeit kürzer, dann aber wieder länger. Alle Freunde des Sternhimmels wissen, dass dies nicht unbedingt schlecht sein muss, gibt es doch am Himmel einiges zu sehen: Gegenwärtig sind es beispielsweise die typischen Sternbilder des Sommers. Schaut man nach Einbruch der Dunkelheit nach Osten, erkennt man hier einige helle Sterne, darunter Vega im Sternbild Leier, die in bläulich-weißer Farbe im Nord-Osten aufgeht. Vega ist auch für Planetenforscher von großem Interesse, hat man doch um den Stern eine Staubscheibe entdeckt, die nach Ansicht der Forscher die Folge der Kollision zweier Planeten vor rund einer Million Jahren ist.

Anzeige

Vega ist 25 Lichtjahre von der Erde entfernt und der fünfthellste Stern am nächtlichen Himmel und der zweithellste Stern am Nordhimmel. Sie strahlt 60-mal heller als unsere Sonne und dürfte erst rund 350 Millionen Jahre alt sein. Die beiden anderen Sterne des sogenannten Sommerdreiecks [Findkarte] sind Deneb im Sternbild Schwan und Altair im Adler: Deneb ist einer der größten bekannten Riesensterne und leuchtet 60.000-mal so hell wie unsere Sonne und hat ihre 25-fache Masse. Altair ist nur etwa 16 Lichtjahre von der Erde entfernt und nur eineinhalb Mal größer als unser Zentralgestirn.

Wer abseits von störenden Lichtern diese drei Sterne ausgemacht hat, kann vielleicht auch das helle Band der Milchstraße erkennen, das sich von Nord-Osten nach Süd-Osten erstreckt. Man schaut hier auf die mit unzähligen Sternen bevölkerte Scheibe unserer Galaxie. Der Name "Milchstraße" ist sehr alt. Früher beobachtete man dieses helle, milchige Band am Himmel, ohne zu wissen, um was es sich dabei eigentlich handelt. So entstand der Name: Milchstraße, Milky way oder auch Via Lactea.

Erst in der Zeit Galileos konnte man mit ersten Fernrohren erkennen, dass es hier eine Unzahl von Sternen gibt und man in die Scheibe unserer Galaxie schaut. Und erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde klar, dass das Universum aus unzähligen Galaxien besteht und unsere Heimatgalaxie nicht etwa das gesamte Weltall darstellt. So wurde der Begriff Milchstraße zum Namen für unsere Heimatgalaxie.

Im Band der Milchstraße lassen sich mit einem Fernglas eine Vielzahl interessanter Objekte entdecken: So findet man etwa östlich vom Stern Deneb im Sternbild Schwan bereits mit bloßem Auge eine Region, die etwas heller erscheint. Ein Fernglas und gute Sichtbedingungen offenbaren, um was es sich handelt: um ein eigentümlich geformtes Sternentstehungsgebiet, den Nordamerikanebel (oder auch NGC 7000) [Findkarte]. Er liegt in rund 2300 Lichtjahre Entfernung und erinnert mit seinen Umrissen an den nordamerikanischen Kontinent (siehe unser Bild des Tages vom 21. Januar 2009).

Wer sich für Planeten interessiert, wird im Juni vor allem am Abendhimmel fündig: Da strahlt nämlich die Venus weiterhin als heller "Abendstern". Der sonnennähere Nachbarplanet der Erde wandert im Laufe des Monats durch das Sternbild Zwillinge und den Krebs in den Löwen. Unser anderer planetarer Nachbar, der  Mars, ist hingegen noch nicht wieder zu sehen. Jupiter in den Zwillingen zieht sich im Laufe des Juni vom Abendhimmel zurück und steuert auf seine Konjunktion mit der Sonne zu. Er ist also auch nur in den frühen Abendstunden zu sehen. Seine Konjunktion hat Saturn bereits hinter sich. Der Ringplanet ist am Morgen wieder aufgetaucht und nach Mitternacht im Sternbild Walfisch zu beobachten. Schließlich zeigt sich im Juni auch wieder der Merkur: In der ersten Monatshälfte kann man den sonnennächsten Planeten nach Sonnenuntergang im Nordwesten sehen.

Im Juni gibt nur schwach ausgeprägte und schwer zu beobachtende Sternschnuppenströme. Dazu zählen etwa die Juni-Bootiden, die im letzten Monatsdrittel aktiv sind und aus dem Sternbild Bärenhüter zu kommen scheinen.

Forum
Der Sternhimmel im Juni 2026. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
siehe auch
Der Sternhimmel im Juni 2026 - ergänzende Informationen
Findkarte - Sommerdreieck
Findkarte - Nordamerikanebel (NGC 7000)
Sternenhimmel - Sternkarten
In sozialen Netzwerken empfehlen
 
Anzeige
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | astronews.com ist mir was wert | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Cookie-Einstellungen
     ^ Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2023. Alle Rechte vorbehalten.  W3C
Diese Website wird auf einem Server in der EU gehostet.

© astronews.com / Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999 - 2020
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.


URL dieser Seite: https://www.astronews.com:443/news/artikel/2026/06