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Würzburger Kleinsatellit seit zwei Jahren im All
Redaktion
/ idw / Pressemitteilung der Universität Würzburg astronews.com
6. März 2026
Das Team des Würzburger Kleinsatelliten SONATE-2 konnte in
dieser Woche das zweijährige Jubiläum ihres Satelliten im Erdorbit feiern. Das Ziel seiner Mission hatte
der kleine Satellit schon vor einem Jahr erfüllt; für die
Wissenschaft und die Ausbildung von Studierenden ist er allerdings noch immer wertvoll
und erfreut sich auch im Amateurfunk großer Beliebtheit.

Der Würzburger Uni-Satellit SONATE-2 im
Reinraumlabor mit ausgeklappten Solarpaneelen.
Bild: Hakan Kayal / Universität Würzburg [Großansicht] |
Am 4. März 2024 startete der an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
(JMU) entwickelte Nanosatellit SONATE-2 ins All. Zum zweijährigen Jubiläum zieht
das Team der Professur für Raumfahrttechnik um Professor Hakan Kayal nun eine
durchweg positive Bilanz. "Die Mission hat ihre technologischen Ziele im Bereich
der Künstlichen Intelligenz erfüllt. Nach zwei Jahren Dauerbetrieb unter
harschen Weltraumbedingungen liefert SONATE-2 weiterhin verlässlich Daten",
freut sich Kayal – eine eindrucksvolle Demonstration der Leistungsfähigkeit und
Innovationskraft der Würzburger Raumfahrtforschung. So setzt der Kleinsatellit
weiterhin wichtige Akzente in der akademischen Ausbildung, der globalen
Vernetzung und dem Technologietransfer.
Im Zentrum der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
geförderten Mission stand die Erprobung neuartiger Hard- und Software für
Künstliche Intelligenz (KI) unter extremen Weltraumbedingungen. Das Würzburger
Team setzte hier einen technologischen Meilenstein: Es konnte demonstrieren,
dass SONATE-2 in der Lage ist, seine KI-Modelle zur Erkennung von Anomalien auf
der Erdoberfläche nicht auf der Erde, sondern direkt an Bord – im Orbit – zu
trainieren. Das stand schon ein Jahr nach dem Start fest. Diese Fähigkeit zur
autonomen Datenverarbeitung im All reduziert die zu übertragende Datenmenge
drastisch und legt einen Grundstein für künftige interplanetare Missionen.
Der fortlaufende Betrieb des Kleinsatelliten wird seit dem Start vollständig
lokal an der JMU abgewickelt. Die Steuerung, Überwachung und der Datenempfang
erfolgen direkt über das universitätseigene "Mission Control Center" am Campus
Hubland. Von hier aus plant und koordiniert das Team die komplexen Abläufe und
Nutzlastoperationen des schuhkartongroßen Satelliten, der die Erde rund 15 Mal
am Tag umrundet.
Neben der Technologieerprobung ist die Mission fest in die universitäre Lehre
integriert. SONATE-2 fungiert als "fliegender Hörsaal" und ermöglicht
Studierenden der Luft- und Raumfahrtinformatik sowie verwandter Disziplinen eine
einmalige, praxisnahe Ausbildung. Hervorzuheben ist dabei der gemeinsame Betrieb
mit WüSpace e.V., der Würzburger Vereinigung für studentische Raumfahrtprojekte.
Durch diese enge Kooperation können Studierende unter realen Bedingungen
Erfahrungen in der Satellitensteuerung und Missionsplanung sammeln.
Auch abseits der Wissenschaft erfreut sich SONATE-2 großer Beliebtheit. Die
an Bord befindliche Amateurfunk-Nutzlast bietet einen sogenannten APRS-Digipeater
(Automatic Packet Reporting System). Diese Funktion ermöglicht es
Funkamateurinnen und -amateuren auf der ganzen Welt, digitale Kurznachrichten
und Positionsdaten über den Satelliten auszutauschen. Die rege Nutzung der
APRS-Funktionalität unterstreicht die starke internationale Vernetzung des
Projekts mit der Amateurfunk-Community.
Dass Grundlagenforschung an der JMU Würzburg den Weg in die Wirtschaft
findet, beweist das Projekt durch einen erfolgreichen Technologietransfer. Aus
den Erkenntnissen und Entwicklungen von SONATE-2 heraus hat sich das Start-up
Pyxis Space GmbH gegründet. Das junge Unternehmen baut auf der im Rahmen der
Mission gewonnenen Expertise auf und macht die in Würzburg entwickelten
Innovationen dem kommerziellen Markt zugänglich.
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