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Bekannter Meteorstrom mit aktuell geringer Aktivität
von
Stefan Deiters astronews.com
17. November 2025
Die Leoniden versprachen um die Jahrtausendwende ein
regelrechtes Feuerwerk an Sternschnuppen. Wenn der Meteorstrom am heutigen Abend
seinen jährlichen Höhepunkt erreicht, dürften hingegen nur wenige Meteore zu
sehen sein - obwohl der Mond in diesem Jahr nicht stört. Im nächsten Jahrzehnt
sollte sich die Aktivität dann wieder erhöhen.

Meteor während des Höhepunkts der Leoniden im Jahr 2009.
Foto: Wikipedia (User: Navicore, CC-BY 3.0) [Großansicht] |
Vor einigen Jahren war der November ein wirklich guter Monat für
Sternschnuppenfreunde - wenn denn das Wetter mitspielte: Viele werden sich
noch daran erinnern, dass zur Jahrtausendwende die Leoniden Mitte November für
ein eindrucksvolles Schauspiel am Himmel sorgten und über einige Jahre während
ihres Aktivitätsmaximums viele hundert Sternschnuppen pro Stunde zu sehen
waren. Das ist inzwischen nicht mehr der Fall. In diesem Jahr ist das Maximum
der Leoniden für heute Abend, 17. November 2025, vorausberechnet. Der Mond
wird die Beobachtungen in diesem Jahr kaum stören, allerdings sind auch im
Maximum nur wenige Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten. Die vorausberechnete
stündliche Zenitrate (ZHR) liegt bei 15 Meteoren.
Das Erscheinen der Leoniden geht auf den Kometen 55P/Temple-Tuttle zurück,
der die Sonne auf einer elliptischen Umlaufbahn in rund 33 Jahren umkreist. Wenn
sich der Komet der Sonne nähert, schmilzt seine eisige Oberfläche und er
verliert eine große Menge von Staubpartikeln, die entlang seiner Bahn
zurückbleiben. Die Staubpartikel, die 55P/Temple-Tuttle auf seiner Bahn
zurücklässt, machen sich auch noch dann bemerkbar, wenn der Komet schon längst
wieder in den Tiefen des Sonnensystems verschwunden ist: Durchläuft nämlich die
Erde auf ihrer Bahn um die Sonne eine Region mit einer besonders hohen
Konzentration solcher Partikel, kommt es zu einem Sternschnuppenstrom. Beim
Eintritt in die Erdatmosphäre sorgen die Staubkörner für die typische
Leuchterscheinung, die Astronomen als Meteor und der Volksmund als Sternschnuppe
bezeichnet.
Das letzte Mal war Temple-Tuttle Anfang 1998 im inneren Sonnensystem. In den
Jahren 1999 und 2001 kam es daher zu regelrechten Meteorstürmen, bei denen man
mehrere Tausend Sternschnuppen pro Stunde sehen konnte. Da die Erde aber nicht
in jedem Jahr die besonders dichten Regionen der Staubspur von Temple-Tuttle
durchfliegt, variiert die Sternschnuppen-Aktivität der Leoniden stark und in
manchen Jahren sind nur magere zehn bis zwanzig Meteore pro Stunde zu sehen -
wie auch in diesem Jahr. Die Sternschnuppen scheinen dabei aus dem Sternbild
Löwe (Leo) zu kommen. So erklärt sich auch der Name des Sternschnuppenstroms.
Der Ausstrahlungspunkt der Leoniden, der sogenannte Radiant, liegt etwa zehn Grad
nordöstlich von Regulus, dem Hauptstern des Sternbilds Löwe.
Die Angabe, dass man im Maximum etwa 15 Sternschnuppen pro Stunde sehen kann,
führt bei Laien oft zu falschen Erwartungen: Bei Maxima von
Sternschnuppenströmen wird nämlich die sogenannte stündliche Zenitrate,
abgekürzt ZHR, angegeben - ein Wert, durch den Beobachtungen vergleichbar werden
soll. Sie gilt für einen sehr dunklen Himmel und auch nur dann, wenn der Radiant
des Stroms genau im Zenit steht. Wer unter weniger optimalen Bedingungen
beobachtet, muss mit deutlich weniger Sternschnuppen pro Stunde rechnen.
Deswegen dürften die meisten Beobachter auch im Maximum der Leoniden nur einige
wenige Sternschnuppen pro Stunde zu Gesicht bekommen.
Temple-Tuttle wird im Jahr 2031 wieder den sonnennächsten Punkt seiner Bahn
erreichen. Es ist also damit zu rechnen, dass es im kommenden Jahrzehnt wieder
mehr Leoniden zu sehen gibt.
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