Home  |  Nachrichten  | Frag astronews.com  | Bild des Tages  |  Kalender  | Glossar  |  Links  | Forum  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten

astronews.com
astronews.com

Der deutschsprachige Onlinedienst für Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt

Home  : Nachrichten : Raumfahrt : Artikel [ Druckansicht ]

 
ENCELADUS-EXPLORER
Schmelzsonde im Gletschertest
Redaktion / idw / Pressemitteilung der technischen Universität Braunschweig
astronews.com
16. Oktober 2018

Wie könnte in Zukunft eine Mission zum eisigen Saturnmond Enceladus aussehen? Einen kleinen Vorgeschmack gab es im August auf einem Gletscher in den italienischen Hochalpen: Hier fand ein abschließender Test der Schmelzsonde der Enceladus-Explorer-Initiative statt, in deren Rahmen Technologien für eine solche Mission entwickelt werden.

IceMole

Die Schmelzsonde auf einem Gestell bereit zum Einschmelzen in das Eis des Gletschers. Bild: Markus Bobbe/TU Braunschweig  [Großansicht]

Die EnEx-Initiative, die durch das DLR-Raumfahrtmanagement ins Leben gerufen wurde, beschäftigt sich seit 2012 mit der Entwicklung einer Einschmelzsonde. Sie soll in der Lage sein, Wasserproben unter einer mehreren Kilometer dicken Eisschicht zu entnehmen. Diese hochautomatisiert navigierende Schmelzsonde soll unter der Eisoberfläche wassergefüllte Spalten detektieren und selbstständig anbohren, Flüssigkeitsproben nehmen und analysieren. Der aktuelle Stand der Technologien wurde durch ein Team aus mehr als 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im August 2018 erprobt.

Der intensive dreiwöchige Feldtest fand am Gletscher des Monte Cevedale in den italienischen Ortleralpen in über 3.000 Meter Höhe statt. Beteiligt sind neben der Technischen Universität Braunschweig die RWTH Aachen, die FH Aachen, die Universität Bremen und die Firma GSI mbH. Die verwendete Sonde namens IceMole ist im Gegensatz zu sonst üblichen Einschmelzsonden, die durch Gewichtskraft an Tiefe gewinnen, über eine Eisschraube und heizbare Seitenflächen steuerbar. Die Sonde ist circa zwei Meter lang und hat eine Querschnittsfläche von 15 mal 15 Zentimeter.

In verschiedenen Modulen sind die zur Steuerung und Regelung notwendigen Systeme untergebracht. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein System zur Probenentnahme in der Sonde zu installieren. Dieses System wurde bereits 2014 in einem Feldversuch in der Antarktis erfolgreich getestet. Das Institut für Flugführung der TU Braunschweig war bei den abschließenden Tests mit zwei Personen vor Ort in den Alpen. Das Subsystem für die Schmelzssonde aus dem Teilprojekt EnEx-MIE des Institutes besteht aus einem differentiellen hochgenauen Magnetometer-System, kombiniert mit einem Inertialmesssystem.

Anzeige

Basierend auf den inertialen Messdaten, die aufgrund der systembedingten Drift mittels magnetischer Messungen gestützt werden, wird eine präzise Ausrichtung der Einschmelzsonde im Eis berechnet und den Projektpartnern zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erstellte das Braunschweiger Team eine fotogrammetrische Kartierung des Testgebietes. Neben der notwendigen Hardware innerhalb der Einschmelzsonde waren verschiedene Magnetometeranordnungen zur Fehlerdetektion und –prädiktion zu testen.

Dies erfolgt in einer möglichst realistischen Umgebung. Hierdurch soll ein besseres Verständnis der Störgrößen im entwickelten System erzielt werden, dass in der Folge zur Erhöhung der Genauigkeit der Navigation führt. Die im Projekt verwendeten Magnetfeldsensoren waren speziell gefertigte Einzelstücke, die jeweils eine vektorielle Messung des Magnetfeldes ermöglichen. Im Messsystem sind bis zu drei Sensoren kombiniert, so dass differentielle Messungen auf elektrischer Ebene möglich sind. Die Einschmelzsonde wurde in Bezug auf Störungen der Magnetfeldmessung untersucht, so dass die verbleibenden Fehler in der Ortungs- und Lageberechnung möglichst klein werden.

Die Entwicklung dieser Sonde dient der Vorbereitung einer Raumfahrtmission zur Suche nach außerirdischem Leben auf dem Saturnmond Enceladus, der unter seiner Eisdecke einen Wasserozean beherbergt. Messungen der Weltraumsonde Cassini-Huygens lieferten Beweise, dass durch Gezeitenkräfte Wasser aus diesem Ozean in den Weltraum ausgestoßen wird und damit den E-Ring, also einen der äußersten Ringe des Planeten Saturn, bildet. Im Ausstoß selbst ließen sich Spuren organischer Verbindungen nachweisen.

Weitere Teilprojekte der EnEx-Initiative sind die Untersuchungen des Schmelzverhaltens im Projekt EnEx-nExT der FH Aachen und der GSI mbH, ein Ultraschall-basiertes Ortungssystem EnEx-RANGE der RWTH Aachen sowie EnEx-CAUSE der Universität Bremen.

Forum
Schmelzsonde im Gletschertest. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
siehe auch
Enceladus-Explorer: Eismaulwurf nimmt Wasserprobe - 12. Februar 2015
Enceladus Explorer: Ein Eismaulwurf für die Suche nach Leben - 9. März 2012
Links im WWW
Technische Universität Braunschweig
In sozialen Netzwerken empfehlen
 
 
Anzeige
Anzeige
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | astronews.com ist mir was wert | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
     ^ Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2018. Alle Rechte vorbehalten.  W3C
Diese Website wird auf einem Server in der EU gehostet.

© astronews.com / Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999 - 2018
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.


URL dieser Seite: https://www.astronews.com:443/news/artikel/2018/10