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Erstes Foto von gamma Cephei B
Redaktion / idw /
Universität Jena
astronews.com
23. Januar 2007
Astronomen der Universität Jena gelang jetzt ein ganz
besonderer Schnappschuss: Sie machten eine Aufnahme von "gamma Cephei B", der
bislang von seinem vielfach helleren Partner derart überstrahlt wurde, dass er
von der Erde aus nicht zu erkennen war. Das Doppelsternsystem ist vor allem aus
einem Grund interessant: Es ist eines der engsten heute bekannten
Sternensysteme, in dem ein Planet kreist.

Erst das Abdunkeln des hellen "gamma Cephei A"
in der Mitte macht "gamma Cephei B" (rechts
daneben) sichtbar. Foto: Fukagawa / idw /
Universität Jena
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Bislang stand er stets "im Schatten" seines strahlenden Begleiters: Hoch am
nördlichen Nachthimmel im Sternbild Cepheus zog der Stern mit dem Namen "gamma
Cephei B" gänzlich unbeobachtet seine Bahn. Zusammen mit "gamma Cephei A" bildet
er ein so genanntes Doppelsternsystem - beide Sterne kreisen eng umeinander.
Doch während der helle "gamma Cephei A" von der Erde aus mit bloßem Auge zu
erkennen ist, hat den deutlich kleineren "gamma Cephei B" bislang niemand
gesehen.
"Da beide Sterne sehr dicht nebeneinander stehen, wird gamma Cephei B
überstrahlt und war lange Zeit praktisch unsichtbar", erklärt Prof. Dr. Ralph
Neuhäuser von der Friedrich-Schiller-Universität Jena das Phänomen. Dem Inhaber
des Lehrstuhls für Astrophysik und seinem Team ist es jetzt erstmals gelungen, "gamma
Cephei B" zu fotografieren. In der kommenden Ausgabe der renommierten
Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlichen die
Astrophysiker der Universität Jena den ersten Schnappschuss von "gamma Cephei
B", den sie im vergangenen Jahr mit dem japanischen Teleskop Subaru auf
Hawaii aufgenommen haben. Außerdem erscheint das Foto auch auf der Titelseite
der Zeitschrift.
Entdeckt wurde "gamma Cephei B" bereits 1988 anhand spektroskopischer Messungen.
"Aus diesen Daten wissen wir, dass es sich um einen vergleichsweise kleinen und
massearmen Stern handelt", erläutert Markus Mugrauer, Doktorand am Lehrstuhl für
Astrophysik der Jenaer Universität. So entspricht die Masse von "gamma Cephei B"
weniger als der Hälfte der Masse unserer Sonne. "Mit der direkten fotografischen
Beobachtung eröffnen sich nun aber viel bessere Möglichkeiten, das
Doppelsternsystem zu untersuchen", so Mugrauer weiter. So lassen sich jetzt
physikalische Eigenschaften der beiden Sterne - etwa ihre Massen - wesentlich
exakter ermitteln.
Das Interesse der Jenaer Astrophysiker an dem Doppelsternsystem rührte
ursprünglich vor allem daher, dass es neben den zwei Sternen noch ein weiteres
Objekt beherbergt: einen Planeten, der 2003 von dem Jenaer Lehrstuhlinhaber für
Astronomie Prof. Dr. Artie Hatzes entdeckt wurde. Die Forscher der Universität
Jena untersuchen bereits seit Jahren solche so genannten Planeten-Muttersterne,
um Informationen über den Planetenentstehungsprozess zu gewinnen. Bei ihren
Beobachtungen gingen den Astrophysikern um Prof. Neuhäuser bereits mehrere
stellare Begleiter von Planeten-Muttersternen ins Netz. Erst im vergangenen
Sommer war ihnen die erste fotografische Aufnahme eines 36 Lichtjahre entfernten
Braunen Zwerges im Sternbild "Fische" gelungen.
Die beiden Sterne des gamma Cephei Systems sind jedoch auch für Prof. Neuhäuser
und seine Kollegen etwas Besonderes: "Beide Sterne sind nur etwa 20 Mal soweit
voneinander entfernt wie die Erde von der Sonne", so der Jenaer Astrophysiker.
"Damit ist dieses System eines der engsten heute bekannten Sternensysteme, in
dem ein Planet kreist".
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