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DER STERNHIMMEL IM MAI 2026
Venus als heller Abendstern am Frühlingshimmel
von Stefan Deiters
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1. Mai 2026

Es ist Frühling, auch am Himmel, der von den typischen Frühlingssternbildern geprägt ist. Sogar erste Hinweise auf den kommenden Sommer lassen sich bereits entdecken. Unser Nachbarplanet Venus wird zum strahlenden Abendstern: Außer Mond und Sonne ist aktuell kein Objekt am Himmel heller - auch nicht der Gasriese Jupiter, der sich allmählich vom Abendhimmel zurückzieht.

Venus Jupiter Mond

Blick nach Westen am Abend des 20. Mai 2026 gegen 23 Uhr MESZ. Unterhalb der schmalen Mondsichel ist der Jupiter zu sehen, rechts neben dem Mond die Sterne Pollux und Castor. Hell über dem Horizont steht die Venus. Bild: astronews.com / Stellarium [Großansicht]

Der Mai gilt als Frühlingsmonat und so ist es nicht verwunderlich, dass der abendliche Himmel aktuell von den typischen Sternen des Frühlings geprägt wird, gut zu erkennen am sogenannten Frühlingsdreieck, das aus den Sternen Arktur im Sternbild Bärenhüter (Bootes), Spica im Sternbild Jungfrau und Regulus im Löwen besteht [Findkarte]. Sogar der bevorstehende Sommer ist am Himmel schon auszumachen: So erscheint im (Nord-)Osten langsam das Sommerdreieck, das aus den Sternen Deneb im Sternbild Schwan, Vega in der Leier und Altair im Adler gebildet wird [Findkarte].

Der Große Wagen - ein Teil des Sternbilds Großer Bär oder präziser der Großen Bärin - ist das ganze Jahr über am nächtlichen Himmel zu sehen. Die Konstellation befindet sich nämlich nahe genug am Himmelspol und steht im Mai hoch am Himmel. Verbindet man bei diesem Sternbild die beiden der Deichsel abgewandten Sterne zu einer Linie, weist diese den Weg zum Polarstern, der am Ende der Deichsel des Kleinen Wagens liegt.

Hoch im Osten steht zurzeit das Sternbild Bärenhüter (Bootes) mit seinem Stern Arktur, der Teil des Frühlingsdreiecks ist. Das Sternbild erinnert entfernt an eine Eistüte: Das Eis zeigt etwa in Richtung Nord-Ost, Arktur ist an der Spitze zu finden. Der hellorange leuchtende Stern ist - die Sonne nicht mitgezählt - der dritthellste Einzelstern am Himmel. Ein Grund dafür ist seine relative Nähe von nur rund 34 Lichtjahren. Zudem hat Arktur einen 25 Mal größeren Durchmesser als unsere Sonne.

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Eine andere Besonderheit von Arktur ist mit bloßem Auge nicht auszumachen: Arktur gehört zu den am schnellsten am Himmel wandernden Sternen seiner Größenklasse. Jedes Jahr bewegt er sich um 2,3 Bogensekunden auf das Sternbild Jungfrau zu. Zum Vergleich: Der Vollmond bedeckt am Himmel etwa 1.800 Bogensekunden oder ein halben Grad.

Wer über ein Fernglas oder ein kleines Teleskop verfügt, kann versuchen, den Kugelsternhaufen M 3 zu finden, der im Sternbild Jagdhunde liegt. Er gehört mit zu den schönsten Sternhaufen am nördlichen Himmel und findet sich rund 12 Grad nordwestlich des Sterns Arktur an der Grenze zum Sternbild Bärenhüter. Mit dem Fernglas sieht man allerdings nicht viel mehr als einen verwaschenen Punkt.

M 3 wurde von Charles Messier am 3. Mai 1764 entdeckt und ist das dritte Objekt in Messiers Katalog - deswegen auch der Name M 3. Der Kugelsternhaufen ist rund 33.900 Lichtjahre von der Erde entfernt und besteht aus über einer halben Million Sternen. Der Haufen hat einen Durchmesser von ungefähr 200 Lichtjahren, die Hälfte seiner Masse findet sich allerdings innerhalb der inneren 22 Lichtjahre. 

Unter den Planeten dominiert unser Nachbar Venus als heller Abendstern den Himmel nach Sonnenuntergang im Westen. Der Planet wandert im Laufe des Monats vom Sternbild Stier in die Zwillinge. Unser anderer Nachbar Mars hat sich am Himmel noch nicht weit genug von der Sonne befreit und bleibt unsichtbar. Jupiter beendet allmählich seine Zeit am Abendhimmel. Venus ist inzwischen deutlich auffälliger, im kommenden Monat wird sich der Gasriese dann ganz vom Abendhimmel verabschieden. Jupiter befindet sich im Sternbild Zwillinge. Saturn steht am 22. Mai in Konjunktion mit der Sonne und bleibt unsichtbar.

Für Sternschnuppenfreunde bietet der Mai eher weniger - es sei denn, sie halten sich in südlicheren Breiten auf. Dort sind nämlich die Mai-Aquariden, die aus dem Sternbild Wassermann zu kommen scheinen, ein recht auffälliger Sternschnuppenstrom, der sein Maximum am 6. Mai erreicht. Die Mai-Aquariden gehen auf den Kometen Halley zurück. Das schwache Maximum der Eta-Lyriden wird am 8. Mai erwartet. Es wird dabei allerdings mit nur etwa fünf Meteoren pro Stunde gerechnet.

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siehe auch
Der Sternhimmel im Mai 2026 - ergänzende Informationen
Findkarte - Frühlingsdreieck
Findkarte - Sommerdreieck
Sternenhimmel - Sternkarten
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