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Jupitersonde JUICE fotografierte interstellaren Kometen
Redaktion
/ Pressemitteilung des DLR astronews.com
8. April 2026
Die europäische Jupitersonde JUICE sollte auf ihrer mehr als
siebenjährigen Reise Richtung Jupiter eigentlich keine wissenschaftlichen
Aufgaben erfüllen. Als jedoch im Sommer 2025 ein interstellarer Komet im
Sonnensystem auftauchte, wurden die Pläne geändert, befand sich JUICE doch in
einer hervorragenden Position, um den aktiven Kometen in der Nähe der Sonne zu
beobachten.

Dieses Foto ist ein durch den roten, grünen
und blauen Filter der JANUS-Kamera
zusammengesetztes Bild von 3I/ATLAS, aufgenommen
aus einer Entfernung von mehr als 180 Millionen
Kilometer. Der Komet scheint grün zu leuchten,
weil die Gase um den Kern Licht in grünen
Wellenlängen aussenden. Hintergrundsterne haben
je nach ihrer Temperatur unterschiedliche Farben.
Bild: ÉSA / JUICE / JANUS [Großansicht] |
Der interstellare Komet 3I/ATLAS war im Juli 2025 entdeckt und zunächst mit
erdgebundenen Teleskopen und Weltraumteleskopen verfolgt worden. Ab Herbst 2025
aber konnte 3I/ATLAS von der Erde aus nicht mehr beobachtet werden –
ausgerechnet während der aktivsten und wissenschaftlich interessantesten
Kometenphase. Dafür konnte die JUICE-Sonde einspringen, die von ihrer Position
auf der anderen Seite der Sonne einen guten Blick auf 3I/ATLAS hatte. Der
Jupiter Icy Moons Explorer (JUICE) ist eine Mission der europäischen
Weltraumorganisation ESA und auf dem Weg zum Jupiter. Der Betriebsplan der
JUICE-Mission sieht eigentlich keine wissenschaftlichen Aktivitäten während der
interplanetaren Reise zum Jupitersystem vor. Das Projektteam konnte dennoch
kurzfristig eine Beobachtungskampagne entwerfen.
Zu den Instrumenten, die an der kurzfristigen Kampagne beteiligt waren,
gehörte JANUS, die Multispektralkamera an Bord der Raumsonde JUICE. Das
JANUS-Team konzipierte und führte zwischen dem 5. und 25. November 2025 eine
Reihe von Beobachtungen kurz nach dem Periheldurchgang des Kometen durch. Das
Perihel ist der Punkt, an dem der Komet der Sonne am nächsten ist. JANUS nahm
mehr als 120 Bilder mit sieben Filtern im Spektralbereich von 380 bis 1.015
Nanometern (blau bis nahes Infrarot) auf. Die kürzeste Entfernung zum Kometen
betrug 63 Millionen Kilometer. "JANUS hat noch viel früher als geplant,
hervorragende Leistungen erbracht und sehr schwache Strukturen im Schweif des
Kometen sowie eine genaue Radiometrie der helleren Koma in der Nähe des Kerns
aufgezeigt", sagt Dr. Ganna Portyankina vom DLR-Institut für Weltraumforschung
in Berlin. Sie leitet als Co-Principal Investigator (PI) den Betrieb von JANUS
gemeinsam mit PI Dr. Pasquale Palumbo vom Istituto di Astrofisica e Planetologia
Spaziali in Rom.
Aufgrund der Position der JUICE-Raumsonde und der Empfangsantennen auf der
Erde wurde der Datensatz mit den Fotos erst am 19. Februar 2026 heruntergeladen.
Die lange Wartezeit wurde mit hervorragenden Bildern belohnt, die zum ersten Mal
die intensive Aktivität des Kometen kurz nach dem Perihel zeigen. 3I/ATLAS
zeigte eine ausgedehnte Koma, in der sich der Kometenkern "versteckt", sowie
einen Schweif und verschiedene morphologische Strukturen wie Jets, jetähnliche
Strukturen, Ströme, Filamente und Ablösungen, die sowohl in panchromatischen als
auch in zusammengesetzten Farbbildern aufgenommen wurden.
Die Beobachtungen zeigen, dass sich 3I/ATLAS trotz seines interstellaren
Ursprungs wie ein typischer Komet aus dem Sonnensystem verhält, wenn er sich der
Sonne nähert. Der Datensatz wird eine detaillierte Untersuchung der
morphologischen Strukturen, der photometrischen Intensität und der Entwicklung
der Koma und des Schweifs auf kurzen und mittleren Zeitskalen ermöglichen. Die
sogenannte Koma ist eine Staub- und Gaswolke, die den vermutlich maximal fünf
Kilometer großen Kern von 3I/ATLAS und seinen Schweif umgibt.
Neben JANUS trugen vier weitere JUICE-Instrumente zu dieser Kampagne bei.
Gemeinsam sammelten sie Informationen, die Aufschluss darüber geben werden, wie
sich der Komet verhält und woraus er besteht. Die Wissenschaftsteams analysieren
derzeit Spektrometriedaten, um die chemische Zusammensetzung des Kometen zu
bestimmen, sowie Messungen zur Charakterisierung der physikalischen
Eigenschaften der emittierten Partikel.
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