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DUNKLE MATERIE
Gravitationswellen als Ursprung der Dunklen Materie?
Redaktion / idw / Pressemitteilung der Universität Mainz 
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2. April 2026

Was ist Dunkle Materie und wie ist sie einst entstanden? In einer neuen Studie wird nun eine bestimmte Art von Gravitationswellen für die Produktion von Dunkler Materie in den frühen Phasen der Entstehung unseres Universums verantwortlich gemacht. Diese sogenannten stochastischen Gravitationswellen dürften im frühen Universum allgegenwärtig gewesen sein.

HUDF

Das Hubble Ultra Deep Field - trotz der Galaxienvielfalt ist der größte Teil der Materie im Universum unsichtbar. Bild: NASA, ESA und S. Beckwith (STScI) und das HUDF Team [Großansicht]

Planeten, Sterne, sogar das Leben auf der Erde – sie setzen sich aus sichtbaren Teilchen zusammen. Diese Art Materie macht jedoch nur etwa vier Prozent unseres Universums aus. Der überwiegende Teil ist unsichtbar und besteht aus Dunkler Materie und Dunkler Energie. Dunkle Materie macht etwa 23 Prozent unseres Universums aus. Astrophysikalische Beobachtungen bestätigen, dass Dunkle Materie das gesamte Universum durchdringt und Galaxien sowie die größten bekannten Strukturen im Kosmos bildet. Allerdings wissen wir noch nicht, aus welchen Teilchen sie genau besteht. Eine Vielzahl an Theorien und Experimenten suchen nach einer Antwort auf diese Frage.

Gravitationswellen sind eine Art Schwingung der Raumzeit, die typischerweise durch einige der intensivsten und energiereichsten Prozesse im Universum verursacht wird, beispielsweise wenn zwei Schwarzer Löcher oder Neutronensterne verschmelzen. Sogenannte stochastische Gravitationswellen haben dagegen ihren Ursprung in anderen Phänomenen, an denen keine massiven kosmologischen Objekte beteiligt sind. Ihr Signal ist entsprechend schwächer und bildet einen Teil des Hintergrunds der vielen Wellen, die sich durch unser Universum bewegen. Sie sind jedoch oft extrem alt.

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Viele ihrer Ursprungsphänomene traten in den frühesten Entwicklungsstadien unseres Universums auf, beispielsweise sogenannte Phasenübergänge von Materie, als sich das Universum nach dem heißen Urknall abkühlte, oder primordiale Magnetfelder. "In dieser Arbeit untersuchen wir die Möglichkeit, dass Gravitationswellen, von denen man annimmt, dass sie im frühen Universum allgegenwärtig waren, teilweise in Dunkle-Materie-Teilchen umgewandelt werden", erklärt Kopp. "Dies führt zu einem neuen Mechanismus der Produktion von Dunkler Materie, der bisher noch nicht erforscht wurde."

In ihrer Studie zeigen Kopp und Maleknejad, dass Gravitationswellen dazu geführt haben könnten, dass massefreie oder nahezu massefreie Fermionen entstanden sind. Fermionen sind eine Familie von Teilchen, zu der unter anderem Elektronen, Protonen und Neutronen gehören. Diese Fermionen aus der Frühzeit des Universums würden dann eine Masse annehmen und die Dunklen-Materie-Teilchen bilden, die bis heute existieren.

"Der nächste Schritt zur Weiterentwicklung dieser Forschungsrichtung besteht darin, über unsere analytischen Schätzungen hinauszugehen und numerische Simulationen durchzuführen, um die Genauigkeit unserer Vorhersagen zu verbessern. Eine weitere Richtung für zukünftige Forschung ist die Untersuchung weiterer möglicher Auswirkungen von Gravitationswellen im frühen Universum. Ein Beispiel hierfür wäre ein Mechanismus, der zu dem bekannten Unterschied in der Menge der produzierten Teilchen und Antiteilchen führen würde", so Kopp.

Über ihre Überlegungen berichten Maleknejad und Kopp in einem Fachartikel, der in de Zeitschrift Physical Review Letters erschienen ist.

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siehe auch
Dunkle Materie: Gravitinos als neue Dunkelmaterie-Kandidaten - 29. August 2025
Links im WWW

Maleknejad, A. & Kopp, J. (2026): Gravitational-wave induced freeze-in of fermionic dark matter, Phys. Rev. Lett. 136, 131501
Universität Mainz 
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