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Acht Experimente von Studierenden gestartet
Redaktion
/ Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. astronews.com
17. März 2026
REXUS ist das Forschungsprogramm für Studierende der
Deutschen Raumfahrtagentur im DLR und der schwedischen Raumfahrtagentur SNSA.
Während der Projektzeit durchlaufen die Studierenden den gesamten Zyklus eines
echten Raumfahrtprojekts. In der vergangenen Woche sind wieder acht Experimente
an Bord von REXUS 35 und 36 gestartet.

Eine REXUS-Rakete startet vom Raumfahrzentrum
Esrange in Schweden.
Foto: DLR (CC BY-NC-ND 3.0) [Großansicht] |
Nach zwei Jahren war es endlich wieder soweit: Am 10. und 12. März 2026 sind
die beiden Forschungsraketen REXUS 35 und REXUS 36 vom Raumfahrzentrum Esrange
in Nordschweden gestartet. REXUS (Raketen-Experimente für
Universitäts-Studierende) ist das Forschungsprogramm für Studierende der
Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
und der Schwedischen Raumfahrtagentur SNSA. Während der Projektzeit durchlaufen
die Studierenden den gesamten Lebenszyklus eines Raumfahrtprojekts. Sie werden
dabei von Raumfahrtexpertinnen und -experten aus Deutschland und Europa
begleitet.
Der Flug einer einstufigen REXUS-Rakete mit knapp sechs Metern Länge und 36
Zentimetern Durchmesser dauert rund sieben Minuten. Dabei trägt sie die
Experimente in eine Höhe von bis zu 90 Kilometern. Bei Bedarf können Experimente
für einen Zeitraum von zwei Minuten in annähernder Schwerelosigkeit durchgeführt
oder auch Objekte mit Messinstrumenten ausgeworfen werden. Auch Experimente
außerhalb der Rakete sind ebenfalls möglich. Insgesamt konnten acht Teams, davon
fünf von deutschen Hochschulen, einen der Teilnehmerplätze erhalten. Die fünf
deutsche Experimente untersuchten ganz verschiedene Aspekte aus Raumfahrt und
Planetenforschung.
Raumfahrzeuge benötigen Hitzeschilde, um wieder auf die Erde zurückkommen zu
können. Bislang sind diese jedoch sehr wartungsintensiv und meist nur einmal
benutzbar. Im Experiment TRACER (TRAnspiration Cooling Experiment Revisited) der
RWTH Aachen wird ein neuartiger Hitzeschild erprobt. Dieser verwendet das
Prinzip der Transpirationskühlung. Dabei wird Gas durch die Außenwand des
Schildes geleitet. Im Experiment werden mehrere Kühlsysteme mit
unterschiedlichen Gasen getestet.
Halbleiter sind die Grundlage aller elektronischen Geräte. Das Element
Germanium spielt in der Produktion eine wichtige Rolle. Das Experiment GOOSE
(Germanium Orbital Optical Semiconductor Experiment) der Technischen Universität
München untersucht das Schmelzverhalten von Germanium in Schwerelosigkeit. Die
Ergebnisse sollen neue Erkenntnisse für die Herstellung von Halbleitern liefern.
Geysire gibt es nicht nur auf der Erde, sondern auch auf anderen Planeten.
Beispielsweise treten auf dem eisigen Saturnmond Enceladus in Geysiren
sogenannte Plumes auf. Dabei handelt es sich um aufsteigende Ströme heißen
Materials aus der Tiefe, die sich in Form einer schmalen Säule zur Oberfläche
bewegen. Das Experiment MEEGA (Make Enceladus Experiment Go Again) der
Fachhochschule Aachen möchte diese Plume-Replikationen beschreiben. Dabei wird
ein Materialfluss mithilfe eines Sensorsystems, das auch Druck und Temperatur
misst, visuell dokumentiert. Damit soll ein Beitrag zum Verständnis der zugrunde
liegenden Physik geleistet werden.
Im Experiment THRIVE (Tissue Healing Research for In-Flight Viability
Experiment) der Universität Würzburg und der Technischen Hochschule Würzburg
wird ein Transportmodul für organische und anorganische Komponenten der
neuartigen Wundheilungsmethode StellarHeal unter Weltraumbedingungen getestet.
Zugleich wird auch die Widerstandsfähigkeit der Wundheilungskomponenten erprobt.
StellarHeal ist ein Projekt des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und
Experimentelle Medizin und könnte einst eine effektive Wundversorgung für
Astronautinnen und Astronauten leisten.
Das Experiment MARTINI (Material Analysis of Resin Testing In Null-Gravity
Interactions) der Technischen Universität Braunschweig untersucht das Verhalten
von Harzmischprozessen unter Schwerelosigkeit. Photopolymerharze vernetzen sich
unter Einwirkung von UV-Licht. Sie kommen in der Raumfahrt zum Beispiel bei der
Konstruktion von Satelliten zum Einsatz. Im Experiment sollen das Mischen und
anschließende Aushärten untersucht werden. Langfristig könnten diese Materialien
im Weltall eingesetzt werden, indem Komponenten im 3D-Druck-Verfahren
hergestellt würden. So könnten beispielsweise Satelliten im Orbit gewartet
werden.
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