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Jupiter in Opposition und die Erde im Perihel
von
Stefan Deiters astronews.com
1. Januar 2026
Ein Planet dominiert zu Jahresbeginn den Nachthimmel: Der
Gasriese Jupiter steht am 10. Januar in Opposition zur Sonne. Ansonsten machen
sich Planeten eher rar: Venus, Mars und Merkur sind nicht zu sehen, Saturn nur
am Abend. Die Erde durchläuft am 3. Januar den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn. Der Himmel ist geprägt von den Sternen
des Winters.

Neben dem strahlend hellen Jupiter ist im Januar nur noch der
Saturn mit bloßem Auge am Himmel zu sehen - am 23. Januar
hilft in den Abendstunden die (hier vergrößert dargestellte)
Mondsichel den Ringplaneten im Südwesten zu finden.
Bild: astronews.com / Stellarium [Großansicht] |
Weihnachten und Silvester sind vorüber, jetzt freuen sich viele bereits auf
den Frühling. Dabei ist der Winter zu Monatsbeginn noch nicht einmal zwei Wochen
alt und wir haben damit noch über zweieinhalb Monate der kältesten Jahreszeit
vor uns. Der
Januar ist der erste Monat, der komplett im Winter liegt. Folgerichtig
gelten die ersten Wochen eines Jahres auch als die Zeit der tiefen Temperaturen
- ob dies auch in diesem Januar so sein wird, bleibt abzuwarten. Die nun wieder
kürzer werdenden Nächte spielen bei der Beobachtung aktuell noch keine Rolle.
Doch woran liegt es eigentlich, dass es im Winter so kalt ist? Manche
glauben noch immer, dass die kalten Temperaturen in unserem Winter etwas mit der
Entfernung der Erde von der Sonne zu tun haben. Dass dies nicht sein kann,
verrät schon ein Blick nach Australien, wo man gerade im Hochsommer Weihnachten
und den Jahreswechsel gefeiert hat.
Für uns auf der Nordhalbkugel ist sogar das Gegenteil richtig: Die Erde erreicht Anfang Januar den
sonnennächsten Punkt ihrer Bahn, das Perihel - in diesem
Jahr am 3. Januar um 18:15 MEZ. Sie
hat dann eine Entfernung von 147 Millionen Kilometern von der Sonne. Ihren sonnenfernsten Punkt durchläuft
die Erde übrigens Anfang Juli. Für die
Jahreszeiten, es sei noch einmal wiederholt, ist einzig und allein die
Neigung
der Erdachse verantwortlich.
Die langen Winternächte laden geradezu zu einem
Spaziergang am nächtlichen Himmel ein: Wer sich dazu trotz der eventuell
niedrigen Temperaturen durchringen kann, wird
mit einer reichen Auswahl von besonders schönen und interessanten Sternen
belohnt. Wie schon im Dezember kann man auch im Januar am südlichen
Sternenhimmel das so genannte Wintersechseck [Findkarte
Wintersechseck] in seiner vollen Schönheit bewundern: Es besteht aus den
Sternen Prokyon im Kleinen Hund, Pollux in den Zwillingen, Kapella
im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion und Sirius
im Großen Hund.
Der Große Hund ist eigentlich ein Sternbild der
Südhalbkugel, das aber in Winternächten auch in unseren Breiten zu sehen ist.
Interessant an dieser Konstellation ist vor allem der Stern Sirius,
der Astronomen schon seit Jahrtausenden fasziniert und bei dem es sich um ein
Doppelsternsystem oder gar um ein Dreifachsystem handelt. Sirius ist der hellste Stern, der von der Erde aus zu
beobachten ist.
Unter den Planeten machen sich unsere beiden Nachbarplaneten Venus
und Mars rar: Venus steht am 6. Januar in oberer Konjunktion
mit der Sonne, Mars drei Tage später in Konjunktion. Beide stehen also von der
Erde aus gesehen hinter der Sonne und sind somit nicht zu
sehen. Das gilt auch für den sonnennächsten Planeten Merkur.
Der Ringplanet Saturn hingegen ist noch am Abend im Südwesten
auszumachen. Er wandert im Laufe des Monats vom Sternbild Wassermann in das Sternbild
Fische.
"Star" am Nachthimmel im Januar ist aber zweifelsohne der Jupiter: Der
Gasriese steht am 10. Januar in Opposition zur Sonne und ist damit der Erde
besonders nahe und auch besonders hell. Etwa 633 Millionen Kilometer trennen uns von dem
größten Planeten des Sonnensystems. Die geringste Entfernung wird dabei,
aufgrund der nicht ganz kreisförmigen Bahnen der Planeten, schon am 9. Januar
erreicht.
Sternschnuppenfreunde könnten sich gleich zu Jahresbeginn auf die sogenannten Quadrantiden
freuen, deren Ausstrahlungspunkt im Sternbild Bärenhüter liegt. Die Quadrantiden
sind zwischen dem 1. und 10. Januar aktiv, das spitze Maximum wird in diesem
Jahr am 3. Januar um 22.15 MEZ erwartet. Allerdings ist da der Ausstrahlungspunkt bei uns leider noch nicht
ausreichend hoch über dem Horizont erschienen. Außerdem stört in diesem Jahr der
Vollmond die Beobachtung, so dass nur mit einer sehr mageren
Sternschnuppenausbeute bei den Quadrantiden zu rechnen ist. Der vermutliche Ursprungskörper dieses Sternschnuppenstroms,
der Asteroid 2003 EH1, wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt und als
Ursprungskörper identifiziert (astronews.com
berichtete).
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