Vor rund vier Jahren sorgte der Komet Hale-Bopp für ein
faszinierendes Schauspiel am Himmel, jetzt beobachteten ihn Astronomen mit
Hilfe des MPG/ESO 2,2 Meter Teleskops im chilenischen La Silla erneut. Und
Hale-Bopp hielt eine Überraschung parat: Obwohl schon rund 2 Milliarden
Kilometer von der Sonne entfernt, ist der Komet noch immer aktiv.

Hale-Bopp
in rund 2 Milliarden Kilometern Entfernung. Foto: ESO |
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Als sich Hale-Bopp 1997
der Sonne näherte war er ein wahrer Bilderbuchkomet: Schon mit bloßem Auge
konnte man den Besucher aus den Tiefen unseres Sonnensystems am Himmel ausmachen
und sowohl Amateurastronomen als auch Wissenschaftler nutzten das
Himmelsschauspiel zu wochenlangen Beobachtungen.
Mittlerweile hat
Hale-Bopp die sonnennahe Umgebung verlassen und ist von unserem Zentralgestirn
weiter entfernt als der Saturn. Der Komet bewegt sich allerdings nicht in der
Ebene, in der die Planeten um die Sonne kreisen, sondern befindet sich deutlich
darunter, so dass man den Besucher von 1997 nur von der Südhalbkugel aus
beobachten kann.
Solche Beobachtungen
werden in regelmäßigen Abständen gemacht, um zu dokumentieren, wie sich das
Verhalten des Kometen mit größer werdenden Abstand von der Sonne ändert. Auf
den jüngsten Beobachtungen mit dem MPG/ESO 2,2 Meter Teleskop im chilenischen
La Silla zeigte sich, dass Hale-Bopp weiterhin aktiv ist: Sein Kern aus Eis und
Staub verliert - trotz der niedrigen Temperaturen in fast zwei Milliarden
Kilometern Entfernung von der Sonne - weiterhin kleine Partikel, die
Sonnenlicht reflektieren.
Dieses Verhalten ist
ungewöhnlich für eine Kometen in dieser Entfernung. Zwar hatte man 1991 auch
Ähnliches beim Kometen Halley entdeckt, doch handelte es sich damals um einen
kurzen Ausbruch, der eventuell auf die Kollision mit einem anderen Objekt
zurückzuführen ist. Hale-Bopp hingegen verliert ständig weiterhin Gas. Ein
Grund dafür könnte die ungewöhnliche Größe des Kometenkerns sein, der einen
Durchmesser von rund 50 Kilometern hat.
Die ESO wird
Hale-Bopp weiter im Auge behalten. Zur Zeit bewegt sich der Komet mit einer
Geschwindigkeit von einer Millionen Kilometern pro Tag in die äußeren Bereiche
unseres Sonnensystems. Die Astronomen sind gespannt, wie lange die jetzt
beobachtete Aktivität anhält.
Die hier gezeigte
Aufnahme ist eine Kombination aus mehreren Aufnahmen, die zwischen dem 27.
Februar und 2. März entstanden sind. Da sich der Komet in dieser Zeit am Himmel
bewegt hat, tauchen Hintergrundsterne gleich mehrfach auf dem Bild auf.
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ESO,
Europäische Südsternwarte
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