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KOSMISCHE STRAHLUNG
Auf der Suche nach dem Ursprung des Amaterasu-Teilchens
Redaktion / idw / Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Physik
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6. Februar 2026

Kosmische Strahlung besteht aus energiereichen Partikeln und dürften aus den extremsten Umgebungen im Universum stammen. Ihre Untersuchung ist für die Forschung also äußerst interessant. 2021 wurde mit dem Amaterasu-Teilchen ein besonderes energiereiches Teilchen registriert. Über seinen Ursprung haben sich zwei Wissenschaftlerinnen nun Gedanken gemacht.

M 82

Die Starburst-Galaxie Messier 82 in einer Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble. Bild: NASA, ESA und das Hubble Heritage Team (STScI / AURA). Acknowledgement: J. Gallagher (University of Wisconsin), M. Mountain (STScI) und P. Puxley (NSF) [Großansicht]

Astroteilchen sind Boten aus dem All, mit deren Hilfe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Universum erforschen. Francesca Capel und Nadine Bourriche vom Max-Planck-Institut für Physik (MPP) haben eines der energiereichsten kosmischen Teilchen untersucht, die jemals beobachtet wurden: das Amaterasu-Teilchen, benannt nach der japanischen Sonnengöttin. Ihre Arbeit stellt einen wichtigen Schritt zur Lösung des Rätsels um dessen Ursprung im Universum dar. Zudem bietet sie einen neuen analytischen Ansatz, mögliche Quellen ultrahochenergetischer kosmischer Strahlung zu identifizieren.

Kosmische Strahlung besteht aus extrem schnellen, geladenen Teilchen, die sich mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durch den Weltraum bewegen. Das Amaterasu-Teilchen wurde im Jahr 2021 vom Telescope-Array-Experiment in den USA entdeckt. Es trägt die zweithöchste bisher jemals beobachtete Energieladung – etwa 40 Millionen Mal mehr Energie als Teilchen im Beschleuniger Large Hadron Collider am CERN. Solche Partikel sind äußerst selten und entstehen vermutlich in einigen der extremsten Umgebungen des Universums. Das Astroteilchen "Amaterasu" schien bisher aus einer kosmischen Region zu uns zu gelangen, die "Local Void" heißt – ein Raum mit nur wenigen bekannten Galaxien oder energiereichen Objekten, die in der Lage wären, ein solches Teilchen zu erzeugen. Diese Annahmen stellten die Forschenden vor einem Rätsel.

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In ihrer Studie zeigen Capel und Bourriche, dass der Ursprung des Teilchens nicht auf eine scheinbar leere Region des Universums beschränkt sein muss. Stattdessen könnte er in einem breiteren Spektrum nahegelegener kosmischer Umgebungen liegen. "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Amaterasu-Teilchen eher in einer sternbildenden Galaxie wie M 82 entstanden ist, anstatt in einer Region geringer Materiedichte wie dem Local Void", erläutert Bourriche. Diese Schlussfolgerungen beruhen auf einer neuartigen, datengestützten Methode, mit der die Forscherinnen den möglichen Weg des Teilchens durch den Weltraum nachverfolgen.

Mithilfe detaillierter dreidimensionaler Simulationen der Ausbreitung kosmischer Strahlung und ihrer Wechselwirkung mit Magnetfeldern wendet die Studie eine statistische Technik an, die als "Approximate Bayesian Computation" bekannt ist. "Dieser Ansatz vergleicht die Ergebnisse realistischer, physikalisch fundierter Simulationen mit tatsächlichen Beobachtungsdaten", erklärt Bourriche.

Durch die Kombination fortschrittlicher Simulationen mit modernen statistischen Methoden konnten die Forscherinnen Wahrscheinlichkeitskarten erstellen, die zeigen, wo das Teilchen entstanden sein könnte. Der in dieser Studie entwickelte methodische Rahmen setzt wichtige Meilensteine für zukünftige Forschungsarbeiten. Er bietet ein leistungsfähiges Werkzeug, um Beobachtungen gezielt zu steuern und die Suche nach denjenigen kosmischen Quellen zu verfeinern, die Teilchen auf derart extreme Energien beschleunigen können.

"Die Untersuchung ultrahochenergetischer kosmischer Strahlung hilft uns, besser zu verstehen, wie das Universum in der Lage ist, Materie auf solche Energien zu beschleunigen", sagt Capel, die Leiterin der Forschungsgruppe Astrophysical Messengers am MPP ist. "Gleichzeitig erlaubt sie uns, Umgebungen zu identifizieren, in denen wir das Verhalten von Materie unter extremen Bedingungen untersuchen können. Unser Ziel ist es, fortschrittliche statistische Analysemethoden zu entwickeln, um die verfügbaren Daten bestmöglich auszuschöpfen. So wollen wir ein tieferes Verständnis der möglichen Quellen dieser energiereichen Teilchen gewinnen."

Die neuen Ansätze ergänzen bestehende Forschungsbemühungen, indem sie eine engere Verbindung zwischen Theorie und Daten ermöglichen und Informationen aus unterschiedlichen Beobachtungen zusammenführen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscherinnen in einem Fachartikel, der in der Zeitschrift The Astrophysical Journal erschienen ist.

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siehe auch
Kosmische Strahlung: Auch die kleinsten Mikroquasare sind effiziente Teilchenbeschleuniger - 29. Januar 2025
Links im WWW

Bourriche, N. und Capel, F. (2026): Beyond the Local Void: A Data-driven Search for the Origins of the Amaterasu Particle, ApJ, 997, 264
Max-Planck-Institut für Physik
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