Eigentlich suchen die Mitglieder des MACHO-Projektes nach der
ominösen dunklen Materie, die sie auch im Halo unserer Milchstraße
vermuten. Während die Natur der Dunkelmaterie immer noch unklar ist,
erstellten die Forscher aber ganz nebenbei einen riesigen Sternenkatalog
von 73 Millionen Sternen - viele davon sind Veränderliche.
Im Rahmen des Massive Compact Halo Objects (MACHO) Projektes sucht ein
Team von Astronomen nach kompakten und dunklen Objekten im Halo unserer
Milchstraße, die sie für die dunkle Materie mitverantwortlich machen. Nach
diesen Objekten fahnden die Forscher, in dem sie eine Vielzahl von Sternen in
den Magellanschen Wolken oder aber im so genannten Bulge unserer Galaxis
beobachten und hoffen, dass eine MACHO durch die Sichtlinie wandert und damit
für ein kurzes Flackern des Sterns sorgt. Grund hierfür ist der Microlensing-Effekt,
bei dem das Licht durch die Gravitationswirkung des dunklen Objektes so
abgelenkt wird, dass es verstärkt auf der Erde ankommt.Natürlich weiß man
nicht im voraus, welcher der vielen Sterne man anvisieren soll und zudem sind
diese Ereignisse äußerst selten. Daher behält das MACHO-Team möglichst viele
Sterne im Auge und registriert ihren Helligkeitsverlauf. Und dieser kann auch
durch eine natürliche Variabilität schwanken. Die Helligkeit eines Sterns halten
die Astronomen in einer so genannten Lichtkurve fest, die den zeitlichen Verlauf
der Helligkeit angibt. Und durch die MACHO-Suche liegt inzwischen ein Katalog
von Lichtkurven und Bildern von 73 Millionen Sternen vor - eine wahre Fundgrube
für Forscher, die sich für variable Sterne interessieren.
"Besonders hilfreich an dieser Datensammlung ist, dass wir Periode, Amplitude
und eine vorläufige Klassifizierung der variablen Sternen in der Großen
Magellanschen Wolke in einem Katalog zusammengestellt haben", erläutert Kem Cook
vom Lawrence Livermore National Laboratory, der für dieses Projekt
verantwortlich war. "Lichtkurven sind sozusagen ein Fenster zum Herzen des
Sterns und liefern uns Informationen, die auf anderem Weg nicht erhältlich
sind", ergänzt Morris Aizenman von der amerikanischen Wissenschaftsstiftung NSF,
die die Aufbereitung und Veröffentlichung der Daten unterstützt hat. "Wenn diese
Informationen von den Wissenschaftlern in aller Welt ausgewertet werden, dürfte
manche Überraschung zu erwarten sein."
Unter den variablen Sternen befinden sich zum Beispiel Cepheiden, ein
Sternentyp, der in der Astronomie gerne als Maßstab für Entfernungsmessungen
benutzt wird: Man geht nämlich davon aus, dass die Helligkeit einer Cepheide mit
ihrer Periode zusammenhängt. Weiß man aber die absolute Helligkeit eines Sterns,
kann man die Entfernung zur Erde leicht berechnen. Im Vergleich zu den
zahlreichen Lichtkurven "echter" variabler Sterne sind die Ergebnisse der
MACHO-Suche eher bescheiden: Bisher ergab die Datenauswertung 20 potentielle
MACHO-Kandidaten. Die Lichtkurven und der Katalog von variablen Sternen können
über die MACHO-Projektwebseiten bezogen werden.