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GRAVITATIONSWELLEN
Einstein besteht Tests mit bislang klarstem Gravitationswellensignal
Redaktion / Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik 
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30. Januar 2026

Ein Team der LIGO-Virgo-KAGRA-Kollaboration hat einige der bislang präzisesten Tests von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie durchgeführt. Bei allen Tests mithilfe eines außerordentlich klaren Gravitationswellensignals aus dem Januar 2025 stimmten die Beobachtungen mit den Vorhersagen der Theorie überein. Das Signal stammt von der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher.

Ringdown

Visualisierung der Ringdown-Phase einer Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher, die mit dem Gravitationswellenereignis GW250114 übereinstimmt. Bild: H. Pfeiffer, A. Buonanno (Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik), K. Mitman (Cornell University) [Großansicht]

Vor fast genau einem Jahr beobachtete die LIGO-Virgo-KAGRA-Kollaboration das bislang klarste Gravitationswellen-Signal: GW250114 stammte von einer Verschmelzung Schwarzer Löcher in einer Entfernung von etwa 1,3 Milliarden Lichtjahren. Die Massen der beteiligten Schwarzen Löcher lagen zwischen dem 30- und 40-fachen der unserer Sonne. "Dieses Signal hat sich bereits zuvor als unschätzbar wertvoll für die Untersuchung der Natur Schwarzer Löcher und von Hawkings Flächentheorem erwiesen", sagt Alessandra Buonanno, Direktorin der Abteilung Astrophysikalische und Kosmologische Relativitätstheorie am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, AEI) im Potsdam Science Park. "Jetzt sind wir noch einen Schritt weiter gegangen: Wir haben anhand von GW250114 einige der strengsten Obergrenzen für mögliche Abweichungen von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie gesetzt."

Weil GW250114 so klar und deutlich beobachtet wurde, lässt es sich viel genauer als andere Signale mit den Vorhersagen der Relativitätstheorie vergleichen. So können Forschende überprüfen, ob die allgemeine Relativitätstheorie unter den extremen Bedingungen einer Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher gültig ist. Bei diesen Ereignissen spielen sowohl starke Gravitationsfelder als auch extrem dynamische Abläufe eine Rolle. Jede beobachtete Abweichung von den theoretischen Vorhersagen könnte ein Hinweis auf neue Physik jenseits von Einsteins Theorie sein.

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Das internationale Forschungsteam erzielte einige der wichtigsten Ergebnisse mit einer Methode, die als Spektroskopie Schwarzer Löcher bekannt ist. Dazu untersuchte das Team das Abklingen (englisch: "ringdown") des Signals GW250114. Das ist die Phase, in der das Schwarze Loch direkt nach der Verschmelzung in seinen Endzustand gelangt. Dabei sendet es ein charakteristisches Spektrum von Gravitationswellen-Tönen aus. Diese Töne ähneln denen einer läutenden Glocke. Jeder Ton wird durch zwei Zahlen beschrieben: seine Frequenz und die Zeit, in der er abklingt. Die Spektroskopie Schwarzer Löcher ist die Messung dieser Töne und ihrer Abklingzeiten.

Nach der allgemeinen Relativitätstheorie ist jedes Schwarze Loch vollständig durch seine Masse und seinen Drehimpuls (Spin) beschrieben. Das ist auch als "Keine-Haare-Theorem" bekannt. Masse und Spin müssen daher auch Frequenzen und Abklingzeiten aller Gravitationswellen-Töne in der Abklingphase eindeutig und vollständig bestimmen. Messungen mehrerer Töne ermöglichen einzigartige Tests der allgemeinen Relativitätstheorie und die Suche nach neuer Physik jenseits von Einsteins Theorie.

"Indem wir nur die Abklingphase untersucht haben, haben wir überprüft, ob sich das in der Verschmelzung entstandene Objekt wie ein rotierendes Schwarzes Loch gemäß Einsteins Gravitationstheorie verhält", sagt Lorenzo Pompili, ehemaliger Doktorand in der Abteilung Astrophysikalische und Kosmologische Relativitätstheorie. "Durch die Analyse der Daten aus der Abklingphase konnten wir den Gravitationswellen-Grundton und seinen schneller abklingenden ersten Oberton identifizieren. Wir haben bestätigt, dass ihre Frequenzen und Abklingzeiten mit denen übereinstimmen, die die allgemeine Relativitätstheorie vorhersagt."

Zum ersten Mal haben Forschende des AEI in Potsdam mit einem neu entwickelten Datenanalyse-Werkzeug einen dritten Ton in der Abklingphase des Signals gefunden. "Unser 2018 erstmals vorgeschlagenes Analysewerkzeug berücksichtigt die vollständige Verschmelzung der Schwarzen Löcher. Zudem macht es vorab keine Annahmen über die Töne, die während der Abklingphase ausgesendet werden", erklärt Elisa Maggio, ehemals Marie-Curie-Stipendiatin in der Abteilung Astrophysikalische und Kosmologische Relativitätstheorie und jetzt INFN-Forscherin in Rom.

Maggio und Pompili haben die neueste Version des Werkzeugs gemeinsam entwickelt und die Analyse zusammen durchgeführt. "Weil wir Informationen aus dem gesamten Signal berücksichtigt haben, konnten wir erstmals einen höheren Ton bei etwa der doppelten Frequenz des Grundtons untersuchen. Seine Eigenschaften stimmen ebenfalls mit den theoretischen Vorhersagen überein." Diese beiden Tests – einer, der allein die Abklingphase untersucht, und einer, der das gesamte Signal berücksichtigt – ergänzen einander. Sie sind eine erneute empirische Bestätigung der 1963 von Roy Kerr gefundenen Lösung der Relativitätstheorie für rotierende Schwarze Löcher.

Das Forschungsteam untersuchte außerdem eine frühe Phase der klar beobachteten Verschmelzung der beiden Schwarzen Löcher, in der sich diese langsamer umkreisten. "Wir haben ein flexibles, theorieunabhängiges Verfahren eingesetzt, das zuvor am AEI entwickelt wurde. Damit haben wir bestimmt, wie stark das Gravitationswellen-Signal in der Anfangsphase von den Vorhersagen der allgemeinen Relativitätstheorie abwich", sagt Elise Sänger, Doktorandin in der Abteilung Astrophysikalische und Kosmologische Relativitätstheorie, die die Analyse durchgeführt hat. "Es ist bemerkenswert, dass wir allein mit den Daten dieses einen klaren Signals einige der genauesten Obergrenzen für mögliche Abweichungen von der allgemeinen Relativitätstheorie bestimmen konnten." Die Obergrenzen möglicher Abweichungen, die mit dem am AEI entwickelten Modell bestimmt wurden, sind zwei- bis dreimal niedriger als diejenigen, die durch die gemeinsame Verarbeitung von Daten Dutzender Signale aus dem vierten Gravitational-Wave Transient Catalogue (GWTC-4.0) erhalten wurden.

"Diese Ergebnisse zeigen den großen wissenschaftlichen Wert präziser Wellenformmodelle und ausgefeilter Methoden zur Datenanalyse", unterstreicht Buonanno. "Doch das ist erst der Anfang. In zukünftigen Beobachtungsläufen werden wir Signale wie GW250114 häufiger entdecken und noch deutlicher beobachten. Jedes einzelne davon wird neue Möglichkeiten bieten, um Einsteins Theorie zu überprüfen und nach neuer Physik zu suchen."

Die Ergebnisse der Analyse wurden in der Fachzeitschrift Physical Review Letters veröffentlicht.

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Einstein besteht Tests mit bislang klarstem Gravitationswellensignal. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
Links im WWW

The LIGO Scientific Collaboration; the Virgo Collaboration; the KAGRA Collaboration; Abac, A. et al. (2026): Black Hole Spectroscopy and Tests of General Relativity with GW250114, Phys. Rev. Lett. 136, 041403 
Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik  
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