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Warum lässt sich das spätere Aussehen von Galaxien nicht
vorhersagen? Bei Menschen klappt es doch auch!
(Diese Frage bezieht sich auf die gestrige Frage "Aufgrund
der großen Entfernungen im All sieht man ja praktisch nur in die Vergangenheit.
Lässt sich trotzdem auf das jetzige Aussehen entfernter Galaxien schließen?")
In gewissem Umfang lässt sich das Aussehen von Galaxien in der Zukunft
natürlich vorhersagen, allerdings ist die Vorhersage nur so genau, wie die
Kenntnisse, die man über das entsprechende System hat. Auch bei
computergenerierten Bildern, die das Aussehen eines Menschen in einigen
Jahrzehnten zeigen, werden ja in der Regel nur allgemeine Alterungsmuster
angewandt. Eine individuelle Berücksichtigung der Lebensumstände der einzelnen
Person ist kaum möglich und kann das tatsächliche Aussehen im Alter noch
entscheidend beeinflussen.
Das ist bei Galaxien nicht anders: So glaubt
man beispielsweise, dass durch die bevorstehende Kollision von Andromedagalaxie
und Milchstraße eine elliptische Galaxie entstehen wird. Was aber dabei
beispielsweise genau mit unserem Sonnensystem passieren wird, hängt von
verschiedenen Parametern der Kollision ab. Bei weit entfernten Systemen lässt
sich - schon mangels Daten - kaum vorhersagen, ob sie vielleicht im Laufe der
Zeit mit anderen Systemen verschmelzen werden, ob es zu dichten Begegnungen mit
anderen Galaxien kommt und wie dies alles ihr Aussehen beeinflussen wird.
Kollisionen und Verschmelzungen gelten aber gerade als entscheidendes Merkmal
für die Galaxienentwicklung. Das macht konkrete Aussagen für weit entfernte
Galaxien sehr schwierig. (ds/18. Dezember
2024)
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