Gamma-Ray-Bursts (oder auch Gammastrahlen-Ausbrüche,
Gammastrahlen-Blitze) wurden Ende der 60er Jahre eher zufällig
entdeckt: Um die Einhaltung von Abkommen über einen Stopp von
oberirdischen Atomwaffentests zu kontrollieren, schickten die USA
einige Satelliten ins Weltall. Gammastrahlen entstehen nämlich auch
bei radioaktivem Zerfall von Atomkernen. Zur großen Überraschung
entdeckten diese Satelliten kurze Gammastrahlen-Blitze, d. h. eine
kurze Zunahme der Intensität an Gammastrahlung, die oft nur einen
Bruchteil einer Sekunde dauerte.
Schon bald interessierte sich die Wissenschaft für dieses Phänomen
und bot eine unglaubliche Vielfalt an Erklärungen für die Gamma-Ray-Bursts
an. Bis heute ist die Ursache für diese Strahlungsausbrüche aber
noch unklar. Doch hat man in den letzten Jahren beachtliche
Fortschritte gemacht: So fand man zum Beispiel mit Hilfe des Compton
Gamma Ray Observatory (1991 vom Space Shuttle Atlantis
in einen Orbit und in diesem Sommer kontrolliert zum Absturz
gebracht) heraus, dass die Gamma Ray Bursts gleichförmig am
Himmel verteilt zu sein scheinen. Manche deuten dies als Hinweis, dass
die Quellen außerhalb unserer Milchstraße liegen, da man die
Struktur unserer Galaxis nicht in der Verteilung der Bursts
wiederfindet.
Das größte Problem ist, dass es bis vor kurzem nicht gelungen
war, die Quelle eines Bursts auch mit einem normalen Teleskop - also
im optischen Bereich des Spektrums - nachzuweisen. So
gibt es mittlerweile ein ausgefeiltes Alarmierungssystem, das sofort
aktiv wird, wenn ein Burst gesichtet wird. Ende Januar 1999 konnte
man auf diese Weise zum ersten Mal den Verlauf eines Ausbruchs auch
im optischen Bereich beobachten.
Natürlich hoffen die Wissenschaftler auf diese Weise hinter die
Ursache der Gammastrahlen-Blitze zu kommen. Einige vermuten, dass
diese Ausbrüche beim Verschmelzen von zwei Neutronensternen, von
einem Schwarzen Loch und einem Neutronenstern oder aber von zwei
Schwarzen Löchern entstehen. (ds/16. Oktober 2000)
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