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Wenn man wegen der endlichen
Lichtgeschwindigkeit nur in die Vergangenheit des Kosmos schauen kann, forscht
man dann nicht mit "veralteten" Daten?
Natürlich ist sich die Wissenschaft bewusst, dass die Daten, die sie von
entfernten Galaxien empfängt, teils viele Millionen oder gar Milliarden Jahre zu
uns unterwegs waren. Trotzdem ist man sehr zuversichtlich, mit ihnen auch
sinnvolle Wissenschaft betreiben zu können. So macht man natürlich für viele
grundsätzliche physikalische Phänomene, die auch in der Astronomie eine Rolle
spielen, Experimente in irdischen Laboratorien, wo man die Vorgänge quasi in
Echtzeit vorfolgen kann.
Aber es gibt gerade in der Astronomie Bereiche, bei denen Experimente so nicht
möglich sind. Das mag an der Größe der Objekte liegen, aber oft auch am
zeitlichen Faktor: Viele Phänomene im Kosmos laufen über einen sehr langen
Zeitraum ab. Man muss also verschiedene Objekte anschauen, bei denen dieses
Phänomen gerade auftritt, aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu beobachten
ist. Auf diese Weise hofft man dann ein Gesamtbild der Entwicklung
zusammenstellen zu können.
Eine wichtige Rolle spielen zudem Computersimulationen: Hat man eine Idee davon,
wie ein Phänomen funktioniert - sei es das Universum als Ganzes, die Entwicklung
einer Galaxie oder die Entstehung oder das explosive Ende eines Sterns -
versucht man dies in einem Computermodell zu formulieren und lässt dieses Modell
nicht nur die gesamte Entwicklung berechnen, sondern auch, was wir heute
beobachten sollten, wenn die zugrunde liegende Theorie korrekt ist. Das Modell
kann man anpassen und damit praktisch experimentieren, die tatsächlichen
Beobachtungen dienen dann zum Abgleich. Auf diese Weise hofft man, den
Geheimnissen des Kosmos trotz der großen Entfernungen auf die Spur kommen zu
können. (ds /
10. August
2026)
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