Determinismus ist ja schön und gut …
Es geht mir weder um Determinismus …
aber wenn sich der unbewusst mit einer "Metaphysik des passiven Zuschauers" …
… noch um einen passiven Zuschauer.
Es geht mir um die ganz triviale Feststellung, dass Ontologie
zunächst die Ontologie
eines Systems und
einer Messung ist.
Ontologie bedeutet die
Lehre vom Seienden. Dabei wird die Systematik grundlegender konkreter und abstrakte Entitäten – Gegenstände, Eigenschaften, Ereignisse, Prozesse … mathematischer Modelle – in ihren strukturellen Beziehungen diskutiert.
(nach Wikipedia)
An einem Beispiel: Da in
einem Detektor offensichtlich
ein Detektorereignis tatsächlich stattfindet, ist der Gegenstand des Messproblem zunächst mal dieses
eine Experiment und dieses
eine Detektorereignis. Das zu betrachtende System besteht (mindestens) aus Strahlquelle, Beschleuniger, Detektor und Umgebung, wobei aufgrund genügend geringer Luminosität im Betrachtungszeitraum höchstens ein Ereignis registriert wird.
Dass man in der Quantenphysik immer ein Ensemble – real oder gedacht – im Kopf hat, ist vermutlich eine der größten Idiotien der Wissenschaftsgeschichte.
Entweder glaubt man, dass die Quantenmechanik zu einem einzelnen Ereignis etwas zu sagen hat, oder man glaubt es nicht. Falls letzteres – was ok ist – wird daraus aber nie eine Ontologie und nie eine realistische Weltsicht, da wir es in der Welt letztlich immer mit Einzelereignissen zu tun haben – von den Detektorereignissen bis hin zur Krönung Karls des Großen.
Das typische Problem, dass man alles für einen Nagel hält, nur weil einem der Meister den Gebrauch anderer Werkzeuge außer Hämmern untersagt hat.
… [what] upsets me about the word "observer" … is the suggested absence of "interaction" and "altering"/"influencing" capabilities. The word "observer" suggest a passive viewer … it suggests an old time astronomer like in Newton's times watching the planets, moons, and stars without any possibility to alter their course.
Ich denke, wir sind uns einig, dass diese passive Rolle des Beobachters Unsinn ist. Der Beobachter entspricht einem quantenmechanisches Subsystem und ist als solches Teil des Ganzen.
I am in full support of A. Neumaier's thermal interpretation, which includes a convincing non-subjective interpretation of probabilities.
Aber das ist nicht die ganze TI und nicht der Ausgangspunkt für die Ontologie.
Apart from the quantum measurement problem … this section also discusses philosophical considerations related to the development, namely
• the nature of the basic substance of quantum matter – particles or fields;
• the applicability of quantum mechanics to the whole universe;
Das ist der ontologische Anspruch.
In a measurement, we extract within some measurement tolerance an unambiguous value from an environment and simultaneously make a claim that this value reveals a property of the system at the measurement time.
Man beachte den Singular.
A complete solution of the measurement problem would consist of three separate parts:
1. A derivation of the states ρ and the operators Pk from the microscopic description of typical macroscopic quantum systems that serve as sources and detectors. This is the classicality problem of quantum measurement.
2. A description of a single measurement, deriving both the measurement result and its accuracy from the state and the dynamics of the composite quantum system formed by a measured system and a detector. This is the definite outcome problem of quantum measurement.
3. To show that a single "particle" moving along a beam triggers at most one of an array of detection elements. This is the unique outcome problem of quantum measurement.
Meine
Hervorhebungen.
"Teilchen" bedarf einer Erklärung. Letztlich muss man von einer Quelle sprechen, die räumlich und zeitlich einigermaßen lokalisierte Entitäten produziert bzw. Detektorereignisse verursacht. Das, was dann quantenmechanisch modelliert ist, wäre die Entsprechung dieser Entität, oft verkürzt "Teilchen" genannt. Diese Modellierung ist aber häufig unbekannt.
In the thermal interpretation of quantum physics, given a particular instance of a quantum system described by a model at a given time, the state defines all its properties, and hence what exists in the system at that time. The objective properties of the system are given by quantum values and what is computable from these. All properties of a quantum system at a fixed time depend on the state ⟨⋅⟩ of the system at this time and are expressed in terms of definite, but uncertain values of the quantities.
Meine
Hervorhebungen.
Das hat nicht nur irgendwie eine Ontologie zum Ziel, es
ist bereits diese Ontologie eines einzelnen Quantensystems – in einem Absatz.
Die philosophischen Überlegungen sind damit abgeschlossen, es bleibt die Aufgabe, realistische und zugleich lösbare Modelle für interessante Systeme zu finden: ein Photon mit einem Photodetektor und einem Detektorereignis, ein Photon am Doppelspalt usw., ein Photon mit Strahlteiler usw., ein Photonpaar aus parametric downconversion plus Bell-Experimente usw., ein entsprechendes Elektronpaar plus zwei Stern-Gerlach-Detektoren, …
Ensembles, wiederholte Messungen, Wahrscheinlichkeiten sind nachgelagert. Natürlich muss die TI diesbzgl. etablierte und experimentell bestätigte Ergebnisse reproduzieren, aber das ist nicht der eigentliche Witz. Der eigentliche Witz ist, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Interpretationen nicht ausschließlich darauf abzielt. Letztere können nämlich gar keine ontologischen Aussagen zu Einzelsystemen machen, insofern sie alles nur durch die Brille der Wahrscheinlichkeiten sehen.