Die Thermal Interpretation der Quantenmechanik

TomS

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Nein.

Die Dynamik des Systems ist eine offene Dynamik, die approximativ durch einen Kollaps beschreiben wird.
Ja, alles gut. Aber Ihr
12. In the thermal interpretation, state reduction (or collapse)
appears only as a feature of approximate dynamical stochastic models
of a physical system.
suggeriert, das wäre irgendwie ein Defekt.

Das ist es aber nicht, weil diesem Kollaps im rein mathematischen Sinne etwas in der Realität entspricht, nämlich dass ein delokalisierter Zustand des Photonenfeldes ein lokalisiertes Ereignis induziert, ein Detektorsignal, die Zeigerbewegung hin zu einer eindeutigen von vielen möglichen Positionen ... Letzteres ist haben Sie noch nirgendwo genannt (in Ihrem 2021-Paper war es soweit ich mich erinnere der zweite und dritte Punkt Ihrer Aufdröselung des Messproblems).

Vorschlag:

12. In the thermal interpretation, definite and unique outcome of quantum measurement follows from the dynamics of measurement devices; state reduction (or collapse) then appears as a feature of approximate stochastic models.

So enthält (12) nicht nur das vermeintliche Defizit, dass man nur approximative Modelle betrachtet, sondern auch die Lösung des Messproblems.

Das System und der Zeiger sind Eigenschaften des Universums, aber die Zeigerposition ist keine Eigenschaft des gemessenen Systems ...
... sondern eines geeigneten Systems inkl. des Messgerätes; ich habe nichts anderes behauptet.

??? Sie hatten den Kollaps in die Nutshell hineinreklamiert ...
... und ich hätte wissen müssen, dass es zu Begriffsverwirrungen kommen kann.
 

A.Neumaier

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Ja, alles gut. Aber Ihr

suggeriert, das wäre irgendwie ein Defekt.
Das ist es auch in den Augen vieler. Daher habe ich diese Wendung gewählt.
Das ist es aber nicht, weil diesem Kollaps im rein mathematischen Sinne etwas in der Realität entspricht, nämlich dass ein delokalisierter Zustand des Photonenfeldes ein lokalisiertes Ereignis induziert, ein Detektorsignal,
Wir reden aneinander vorbei. Der normale Sprachgebracuh ist, dass der Zustand eines einzelnen spins zu |up> oder |down> kollabiert, wenn up oder down gemessen wird. Es kollabiert also der Zustand des gemessenen Systems.

Erst in von Neumanns Analyse des Messproblems (die ich ablehne) geht es um den Kollaps von (System+Detektor) bei einer Messung dieses vergrösserten Systems. Aber in der TI (und in der Praxis) wird dieses vergrösserten System nie gemessen.

die Zeigerbewegung hin zu einer eindeutigen von vielen möglichen Positionen ... Letzteres ist haben Sie noch nirgendwo genannt
die will ich auch nirgends nennen, aus obigen Gründen!
Vorschlag:

12. In the thermal interpretation, definite and unique outcome of quantum measurement follows from the dynamics of measurement devices; state reduction (or collapse) then appears as a feature of approximate stochastic models.

So enthält (12) nicht nur das vermeintliche Defizit, dass man nur approximative Modelle betrachtet, sondern auch die Lösung des Messproblems.
Nein; die Lösung ist komplizierter.

Aber nun ist es genug der Diskussion!
 

TomS

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Wir reden aneinander vorbei.
Wir reden nicht aneinander vorbei, denn das
Der normale Sprachgebracuh ist, dass der Zustand eines einzelnen spins zu |up> oder |down> kollabiert, wenn up oder down gemessen wird. Es kollabiert also der Zustand des gemessenen Systems.
sowie das
Erst in von Neumanns Analyse des Messproblems (die ich ablehne) geht es um den Kollaps von (System+Detektor) bei einer Messung dieses vergrösserten Systems.
ist mir klar.

Aber wir wissen nicht, was der Leser im Kopf hat.
Aber in der TI (und in der Praxis) wird dieses vergrösserten System nie gemessen.
Nein, natürlich nicht. Es liegt halt eine Wechselwirkung vor, uns das Messgerät ist so konstruiert, dass es was vernünftiges messen kann.

die will ich auch nirgends nennen, aus obigen Gründen!
Sie sollen auch nicht die Zeigerbewegung (als Beispiel nennen) sondern die Idee der Lösung des Messproblems.

Nein; die Lösung ist komplizierter.
Erklären Sie's in dem Papier dann überhaupt nicht??
 

Bernhard

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Vermutlich könnte man es am Schwartz-Raum als rigged Hilbert-Raum der quadratintegrierbaren Funtionen auf R^3 am leichtesten sehen. Die "Distributionen" im Dualraum (dem Raum der temperierten Distributionen) sind am leichtesten zu interpretieren und hinzuschreiben, also z.B. die konstante 1, oder die Distributionen x, y, oder z, bzw. der vierdimensionale Unterraum der linearen Distributionen, usw.
Aber eigentlich würde man den Funktionen selbst auch gerne Bedeutung zugestehen, insbesondere diesen "niederfrequenten". Nur leider müssen die ja sowohl im Orts- als auch im Frequenz-Raum niederfrequent sein, deshalb fällt es viel schwerer, die einfach hinzuschreiben, oder schön zu charakterisieren. Aber sie sind trotzdem wichtig (die Funktionen selbst), auch wenn sie mathematisch etwas sperriger als die Distributionen des Dualraums sind.
Ich lasse das mal so stehen, weil A.Neumaier mittlerweile einige weiterführende Erklärungen zur Definition von Messwerten (observables) gegeben hat. Der zitierte Text kann natürlich in einem separaten Thema diskutiert werden.
 
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Bernhard

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Sie sollen auch nicht die Zeigerbewegung (als Beispiel nennen) sondern die Idee der Lösung des Messproblems.
In Veröffentlichungen sollte meiner Meinung nach in erster Linie gesichertes Wissen zusammengetragen und präsentiert werden. Ideen zu veröffentlichen birgt das Risiko, dass diese Ideen und damit der eigene Name für unbeabsichtigte Zwecke mißbraucht werden können.
 
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